Vortrag zur Semestereröffnung von VHS und FBS
Muss sich die Kirche neu erfinden?

Gronau -

Zur gemeinsamen Semestereröffnung laden die Euregio Volkshochschule und die Familienbildungsstätte Gronau am 17. Januar (Freitag) zu einem Vortrag ein: „Überlebensfragen der Kirche…?“ lautet das Thema von Dr. Claudia Lücking–Michel aus Bonn.

Donnerstag, 02.01.2020, 07:32 Uhr aktualisiert: 02.01.2020, 09:22 Uhr
Es sei „nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung, sondern eine Überlebensfrage für unsere Kirche“, sagt die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Claudia Lücking-Michel.
Es sei „nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung, sondern eine Überlebensfrage für unsere Kirche“, sagt die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Claudia Lücking-Michel. Foto: privat

Im Herbst 2018 veröffentlichte die katholische Kirche in Deutschland eine Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche. Seitdem ist das Thema immer wieder in den Schlagzeilen. Regelmäßig erscheinen Nachrichten über neu aufgedeckte und öffentlich gewordene Übergriffe durch Priester und Ordensleute. Die Diskussion um die Ursachen, um Machtfragen und Vertuschung reißt nicht ab. Bischöfe und Verantwortungsträger bekennen ihre Mitschuld an Vertuschung und Versagen.

Auch Bischof Felix Genn äußerte sich im November 2019 in einem offenen Brief zum Thema. Darin geht es sehr konkret um die Frage seiner Rolle als Bischof, seiner persönlichen Verantwortung und seines Verständnisses vom Umgang mit sexuellem Missbrauch.

Aber reicht es aus, sich mitverantwortlich zu bekennen? Die Meinungen innerhalb und außerhalb von Kirche gehen auseinander. Während die einen an den tradierten Strukturen festhalten und die aktuelle Krise von den Fragen nach Hierarchie und Klerikalem trennen wollen, werden die Stimmen, die einen grundlegenden Systemwandel fordern, lauter – auch einzelne Bischöfe und Priester. Die Fragen der Öffentlichkeit und vieler Gläubigen sind grundlegender Natur.

Am 1. Dezember startete der Synodale Weg, zu dem die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland alle Gläubigen einladen. Der Synodale Weg der Kirche in Deutschland solle ein „Weg der Umkehr und der Erneuerung sein, der dazu dient, einen Aufbruch im Lichte des Evangeliums zu wagen und dabei über die Bedeutung von Glaube und Kirche in unserer Zeit zu sprechen und Antworten auf drängende Fragen der Kirche zu finden“, so Kardinal Marx und Prof. Sternberg. Selbstkritisch müsse man feststellen: „Die Botschaft des Evangeliums wurde verdunkelt, ja sogar aufs Schrecklichste beschädigt“.

Nicht nur die Katholischen Frauenverbände und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken fordern seit längerer Zeit den Zugang von Frauen zu allen Weiheämtern in der katholischen Kirche. Dies wurde nicht zuletzt beim „Tag der Diakonin“ bekräftigt, der im Frühjahr vergangenen Jahres stattfand. Es sei „nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung, sondern eine Überlebensfrage für unsere Kirche“, so sagt es die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Claudia Lücking-Michel . Angesichts der beispiellosen neuzeitlichen Krise, in der sich die katholische Kirche befinde, gehe es bei diesem „notwendigen Schritt“ für Frauen um den Zugang zum „sakramentalen Amt als solchem - also auch zum Priesteramt und“, so Lücking–Michel weiter „ohne Frauen, ohne Gleichstellung werde die Kirche nicht zukunftsfähig sein“.

Dr. Claudia Lücking–Michel gibt an diesem Abend einen Einblick in die aktuelle kirchenpolitische Diskussion und bezieht Stellung.

► Termin: 17. Januar, 19 Uhr in der Familienbildungsstätte an der Laubstiege 15 in Gronau. Der Eintritt kostet 8,50 Euro. Anmeldungen bei der Euregio-VHS, ✆ 02562 12666 und bei der FBS Gronau.

 

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