Niederländische Tankstellen-Inhaber hoffen auf deutsche Steuererhöhung
Neuer Schwung fürs eigene Geschäft?

Gronau/Glanerbrug -

Eine weitere Steuererhöhungen auf Kraftstoffe macht Benzin und Diesel in den Niederlanden noch teurer und die Unterschiede im Vergleich zu den Spritpreisen in Deutschland noch größer. Die Tankstellenbetreiber in Gronau freut’s . . .

Freitag, 03.01.2020, 08:00 Uhr
Der Andrang an den Gronauer Tankstellen ist ungebrochen: Obwohl auch hier die Spritpreise gestiegen sind, lohnt sich das Tanken für niederländische Autofahrer immer noch.
Der Andrang an den Gronauer Tankstellen ist ungebrochen: Obwohl auch hier die Spritpreise gestiegen sind, lohnt sich das Tanken für niederländische Autofahrer immer noch. Foto: Martin Borck

Eine weitere Steuererhöhungen auf Kraftstoffe macht Benzin und Diesel in den Niederlanden noch teurer und die Unterschiede im Vergleich zu den Spritpreisen in Deutschland noch größer. Zwischen 0,25 und anderthalb Cent pro Liter kostet der Treibstoff jetzt mehr, je nach Kraftstoffart. Eigentlich nicht der Rede wert – doch die grenznahen Tankstellen auf niederländischer Seite kämpfen bereits seit sechs Jahren um ihre Kunden. Damals waren die Steuern kräftig erhöht worden. Bis zu dem Zeitpunkt war zumindest Diesel in den Niederlanden noch günstiger zu bekommen. Hatten die Inhaber der grenznahen Tankstellen zunächst gehofft, dass der Staat ihnen finanziell entgegenkommt, wurden sie enttäuscht. Ein Steuerausgleich lehnte Den Haag ab. Die Steuererhöhung schlug voll durch. Die Folge: „Wir haben 80 Prozent unserer Kunden verloren. Innerhalb von zwei Monaten“, sagt Maurice Witvoet , Inhaber der Netto-Tankstelle in Glanerbrug, dem Twentsche Courant Tubantia.

Nutznießer sind die Tankstellen in Gronau und anderen grenznahen deutschen Orten. An der Enscheder Straße staut sich fast täglich der Verkehr vor der Jet-Tankstelle. Beinahe alle Autos haben gelbe Nummernschilder.

Witvoet ist daher ein Freund der deutschen Grünen. Sein Argument: Wenn die an die Macht kommen, steigen die Abgaben auf Kraftstoffe vielleicht um 30 Cent pro Liter. Das würde seinem Geschäft neuen Schwung verleihen.

Niederländer können bei einem Besuch in Gronau schnell 15 bis 20 Euro sparen, wenn sie hier ihren Benzintank volltanken. Und das tun sie auch. Manche nehmen dafür auch Umwege in Kauf, Viele verbinden den Tankstellenbesuch mit Einkäufen in der Stadt.

Für Dieseltanker lohnt sich der Umweg dagegen kaum. Der Preis unterscheidet sich auch nach der jüngsten Steuererhöhung nur um wenige Cent. Den Aufwand, über die Grenze zu fahren scheuen viele Dieselfahrer.

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