Bundesgerichtshof weist Revision als unbegründet zurück
Es bleibt bei dreieinhalb Jahren Haft

Gronau/Münster -

Das Schütteln eines Säuglings als minderschwerer Fall von Körperverletzung mit Todesfolge? Die Staatsanwaltschaft Münster hielt die verhängte Strafe gegen einen Gronauer für zu gering. Doch mit einer Revision ist sie jetzt gescheitert.

Mittwoch, 08.01.2020, 07:05 Uhr
Bundesgerichtshof weist Revision als unbegründet zurück: Es bleibt bei dreieinhalb Jahren Haft
Am 11. Januar 2019 war der Gronauer (2.v.r.) zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Foto: Frank Zimmermann

Zum Hintergrund: Auf den Tag genau vor einem Jahr ist ein inzwischen 26-jähriger Gronauer vor dem Landgericht Münster zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der Mann im Juni 2018 seinen damals elf Wochen alten Sohn so heftig geschüttelt hat, dass dieser zwei Tage später an den Folgen gestorben ist. Ein medizinischer Gutachter sagte während der Verhandlung von einem massiven Verletzungsbild bei dem Säugling.

Unter Abwägung aller bekannten Fakten kam das Gericht zu dem Urteil, dass es sich um einen minderschweren Fall von Körperverletzung mit Todesfolge handle. Das Strafmaß sei unter anderem auf dreieinhalb Jahre Haft festgelegt worden, weil eine solche Tat „angemessen gesühnt“ werden müsse. Der Verurteilte habe sich mit seiner Tat aber auch erheblich selbst bestraft, begründete der Vorsitzende Richter das Strafmaß.

Minderschwerer Fall 

Der Staatsanwalt war allerdings davon ausgegangen, dass es sich nicht um einen minderschweren Fall handelt und hatte deshalb auf eine achtjährige Haftstrafe plädiert. Und gegen das Urteil Revision eingelegt.

Kurz vor Weihnachten hat der Bundesgerichtshof diese aber als unbegründet zurückgewiesen, sagte am Dienstag Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf WN-Nachfrage. Damit ist das Urteil der 2. Großen Strafkammer rechtskräftig, es bleibt bei der Haftstrafe in Höhe von dreieinhalb Jahren.

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