13 Goldene und sieben Diamantene Meisterbriefe überreicht
„Das Handwerk braucht Leute wie Sie“

Gronau/Heek -

Sie haben 50 oder 60 Jahre alles für ihr Handwerk gegeben. 20 Meister aus dem Kreis wurden am Donnerstag in Ahle für ihre Arbeit im Handwerk mit Goldenen bzw. Diamantenen Meisterbriefen geehrt.

Freitag, 17.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 13:24 Uhr
Die in Ahle mit dem Goldenen bzw. Diamantenen Meisterbrief Geehrten mit den Vertretern der Handwerkskammer.
Die in Ahle mit dem Goldenen bzw. Diamantenen Meisterbrief Geehrten mit den Vertretern der Handwerkskammer. Foto: Christin Lesker

„Die meisten Jubilare kommen aus der Nachkriegsgeneration, sind Existenzgründer und die Wirtschaft heute baut auf diese Menschen auf“, macht Daniel Janning , Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, klar. Deshalb sei es so wichtig, die Meisterbriefe in einem feierlichen Rahmen zu übergeben. „Wir wollen zeigen, dass der Mut, etwas Eigenes aufzubauen, nicht selbstverständlich ist, dass diese Jubilare für die Werte und das Handwerk stehen und wir ihre Arbeit und Treue schätzen.“

Gemeinsam mit Hans Hund, dem Präsidenten der Handwerkskammer Münster, und Kreishandwerksmeister Günther Kremer übergibt Daniel Janning die eingerahmten Briefe an die Jubilare. In seiner Festrede macht Hans Hund deutlich: „Die Welt hat sich total verändert“. Das Handwerk habe für viele an Bedeutung verloren, und vor allem mit der Suche nach gutem Nachwuchs habe das Handwerk zu kämpfen. „Deshalb braucht das Handwerk Leute wie Sie, die mit Freude und Leidenschaft dafür eintreten und sich von keiner Krise, keinem Wandel vom Weitermachen abhalten lassen“, bedankt er sich bei den Gästen. Als Meister hätten die Jubilare eine „gewaltige Ausbildungsleistung vollbracht“, so Hans Hund, und damit zur Sicherung des handwerklichen Nachwuchses beigetragen.

Viele der geehrten Meister waren jahrzehntelang in Innungen aktiv oder haben sich im Gesellenprüfungsausschuss engagiert. Sichtlich stolz übernehmen die Jubilare ihre Meisterbriefe. Viele von ihnen haben ihre Betriebe selbst aufgebaut und mittlerweile an ihre Kinder übergeben.

Maurermeister Rudolf Schüring aus Ahaus war Fachbereichsleiter bei der Berufsbildungsstätte. „Wenn ich gefragt habe, wer eine Ausbildung anfangen will, zeigte niemand auf“, erinnert er sich. Wegen des schmutzigen Rufes habe es der Baubereich beim Nachwuchs schwer. „Für mich war es aber immer das Schönste, den ganzen Tag draußen an der frischen Luft zu sein.“

Das Handwerk verändert sich, das ist den Gästen klar. „Es wird technischer. Wir arbeiten eben nicht mehr mit Hammer und Meißel“, macht ein Elektroinstallateurmeister aus Ahaus deutlich. Diesen Wandel bekommen viele der Meister noch heute in den Betrieben mit und haben sich ihm in den 50 oder 60 Jahren im Beruf selbst gestellt. Bei der Jubiläumsfeier steht dennoch die Wertschätzung für die Arbeit und das Wiedersehen alter Bekannter im Vordergrund.

Mit dem Goldenen Meisterbrief wurden folgende Handwerker ausgezeichnet: Hubert Klöpper, Bäckermeister aus Epe , Franz-Josef Übbing, Bäckermeister aus Vreden, Josef Hemker, Elektroinstallateurmeister aus Ahaus, Friedhelm Ernst, Elektroinstallateurmeister aus Epe, Hannelore Weernink, Friseurmeisterin aus Epe, Johannes Böing, Landmaschinenmechanikermeister aus Bocholt, Josef Keppelhoff, Landmaschinenmechanikermeister aus Südlohn, Antonius Lembeck, Landmaschinenmechanikermeister aus Rosendahl,

Felix Tenbrock, Maler- und Lackierermeister aus Stadtlohn, Werner Emming, Maurermeister aus Südlohn, Rudolf Schüring, Maurermeister aus Ahaus, Werner Lindebaum, Tischlermeister aus Epe und Werner Potthoff, Tischlermeister aus Stadtlohn.

Sieben Jubilare wurden mit dem Diamantenen Meisterbrief geehrt:

Josef Kappelhoff, Bäckermeister aus Stadtlohn

Willy Ochsenfarth, Elektroinstallateurmeister aus Epe, Hans-Hermann Fischer, Friseurmeister aus Gescher, Bernhard Gombault, Konditormeister aus Ahaus, Karl Rexing, Maler- und Lackierermeister aus Südlohn, Hans Meyer, Tischlermeister aus Vreden und Horst Neukirchner, Tischlermeister aus Epe.

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