Fachausschüsse stellen die Weichen für Neugestaltung der Neustraße
Brunnen soll der Hingucker werden

Gronau -

Die Vorstellung gefällt: Über einen hellen Naturstein-„Teppich“ durch die Neustraße flanieren. Oder entlang eines kleinen Wasserlaufs durch die Schulstraße bummeln, um am Ende eine Rast am „Gronau“-Brunnen einzulegen. Das Schönste an diesem Kopf-Kino aber ist, dass es nicht um eine ferne Zukunftsmusik geht, die es dann doch nicht gibt. Die beschriebenen Szenarien sollen bis zum Frühjahr 2021 zumindest in Teilen Realität sein. Der Bauausschuss und der Verkehrsausschuss stellten dafür am Dienstagabend in einer gemeinsamen Sitzung die Weichen. Nahezu einstimmig wurde das Bauprogramm für die Neugestaltung der Neustraße (erster Bauabschnitt) und der Schulstraße auf den Weg gebracht.

Freitag, 24.01.2020, 06:57 Uhr aktualisiert: 24.01.2020, 07:00 Uhr
Die Fotomontage lässt erahnen, wie die Neustraße künftig aussehen soll.
Die Fotomontage lässt erahnen, wie die Neustraße künftig aussehen soll. Foto: Büro SAL/kw

„Mit Hochdruck“, so Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick, seien die Abstimmungen mit Planern, Versorgungsträgern und anderen Beteiligten gelaufen, die Bauzeitenpläne abgestimmt worden. Ergebnis: Im März geht es los.

Stephan Bracht (Büro SAL Landschaftsarchitektur, Münster) stellte vor der Ausschussentscheidung die jetzt finale Planung für die Freiflächen in der Innenstadt vor ( WN berichteten mehrfach). Er verwies dabei auf Änderungen gegenüber den ersten Planungen. So seien unter anderem die Baumpakete auf die Südseite der Neustraße verlegt worden. Mit Geschäftsinhabern und Gastronomen sei auch deren Anordnung erörtert worden, um Zugänge zu Geschäften oder Bereiche für Außensitzplätze (Gastrobereich) freizuhalten. Durch die Neugestaltung und die paketweise Anordnung der Bäume werde künftig „eine insgesamt großzügigere Weite entstehen“ – und das trotz gleicher Anzahl an Bäumen. Die neuen Bäume (säulenförmige Gingko) werden übrigens in einem Wurzelkammer-System mit speziellem Substrat gepflanzt, das eine bessere Versorgung ermöglicht.

Während an den Randbereichen das heute vorhandene rote Pflaster bei der Neugestaltung wieder verwendet wird, entsteht daneben ein mehr als vier Meter breiter Streifen aus Naturstein. Die Baumpakete werden in einem Pflanzenband aus Granitsteinen stehen. Die Fugen werden dabei so gearbeitet, dass dieser Bereich barrierefrei nutzbar ist. Zugleich sind die Fugen wasserdurchlässig, was den Baumwurzeln darunter zugutekommt. An einer Seite der neugestalteten Fläche wird es zudem einen sogenannten Leitstreifen geben, der blinden und sehbehinderten Menschen als taktiles Leitsystem dienen soll.

Ein besonderer Hingucker wird nach den Worten von Stephan Bracht sicher im Einmündungsbereich der Schulstraße in die Neustraße der „Gronau“-Brunnen werden: Hier endet ein durch die Neustraße fließender Wasserlauf (Wasser wird dann zurückgepumpt). Kleine Betonsteine bilden dabei im Brunnen das Wort Gronau, zugleich laden die Steine zum Spielen oder zur Rast ein. Bracht: „Das wird das beste Spielgerät der ganzen Innenstadt.“

Auch an anderen Stellen soll es „kleine dezente Spiel-Elemente“ geben, ohne dass der Stadtkern insgesamt zum Spielplatz wird.

Eigens geplant haben die Macher des Büros SAL Landschaftsarchitektur auch eine „Gronau“-Bank. Die orientiert sich in ihrer geschwungenen Formgebung an den früheren Gräften und soll so an „die Wasserläufe rund um Ihr erstes Zentrum“ erinnern, so Bracht. Selbst die geografische Ausrichtung soll dabei nach dem Gronauer Ur-Kataster erfolgen. Bracht präsentierte aber auf Bildern auch Details wie Straßenleuchten, Abfallbehälter, Bodenstrahler an den Bäumen oder Fahrradanlehnbügel.

Der Bauzeitenplan sieht vor, dass noch im Februar (nach dem Karnevalsumzug) Abbrucharbeiten erfolgen, von März bis Ende Mai werden Versorgungsleitungen verlegt, dann folgt der Kanalbau, ehe von August bis Ende November in einem Teil der Neustraße der Endausbau erfolgt. Über die Adventszeit ruhen die Arbeiten (es wird keine Baustelle geben), ehe sie Anfang 2021 weitergeführt und im April beendet werden. In der Schulstraße ist der Kanalbau von August bis Ende November vorgesehen, Abbrucharbeiten folgen im Januar 2021, danach der Einbau von Versorgungsleitungen (bis Ende April) und anschließend der Endausbau (bis November 2021). In den Jahren danach wird die Maßnahme rund um die Antonius-Kirche und in Richtung Heuss-Platz fortgesetzt.

Die Politik nahm die Präsentation der finalen Planung positiv auf: „Die Details haben was Besonderes“, so Gabi Drees (fraktionslos) mit Blick auf Brunnen und Bänke: „Da freue ich mich drauf.“ Ludger Hönerlage (CDU) war ebenfalls überzeugt: „Es macht Spaß, das zu sehen.“

Aber es gab auch Fragen: etwa nach Überlegungen für den Einbau von sogenannten Sicherheitspollern oder Elektroanschlüssen, nach Beleuchtung und ausreichender Zahl von Fahrradständern, nach Rettungswegen und der Möglichkeit, den Karnevalszug auch künftig durch die Stadt laufen zu lassen.

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