Verein „Menschen in Not“ zu Gast bei der Tafel
Engagement gegen soziale Kälte

Gronau -

Menschen in Not besuchen die Tafel jede Woche. Mit Vertretern des Fördervereins „Menschen in Not“ hatte die Tafel am Donnerstagabend indes besondere Gäste.

Samstag, 25.01.2020, 08:54 Uhr aktualisiert: 25.01.2020, 09:00 Uhr
Vertreter des Vereins „Menschen in Not“ (auf dem Bild fehlen einige) besuchten am Donnerstag die Gronauer Tafel, wo Vorsitzender Georg Gartmann (vorn 2.v.l.) sie empfing.
Vertreter des Vereins „Menschen in Not“ (auf dem Bild fehlen einige) besuchten am Donnerstag die Gronauer Tafel, wo Vorsitzender Georg Gartmann (vorn 2.v.l.) sie empfing. Foto: Klaus Wiedau

Menschen in Not besuchen die Tafel jede Woche. Mit Vertretern von „Menschen in Not“ hatte die Tafel am Donnerstagabend indes besondere Gäste: Das Team des Fördervereins, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, notleidenden Menschen in besonderen Lebenslagen spontan und unbürokratisch zu helfen. Direkt vor Ort in den Räumen der Tafel informierte deren Vorsitzender, Georg Gartmann , über die Arbeit der Einrichtung.

Die Tafel an sich war vielen Mitgliedern von „Menschen in Not“ dabei nicht fremd, denn die beiden Organisationen arbeiten seit langem Hand in ihrem Bemühen, der sozialen Kälte in Stadt und Land entgegenzuwirken. Bei „Menschen in Not“ engagiert sich dafür ein Team von rund 25 Menschen ehrenamtlich. Jeden Mittwoch etwa findet im Walter-Thiemann-Haus von 10.30 bis 14.30 Uhr eine Sprechstunde statt. Jeweils vier Mitglieder bieten dabei – verteilt auf zwei Gruppen – schnelle Hilfen an.

Die Notlagen der Besucher sind ganz unterschiedlich, wie Mira Oonk (Menschen in Not) betont. Mal fehlt das Geld für Lebensmittel, mal reichen die Mittel nicht, um das Geld für eine Fahrkarte vorzuschießen, um eine Therapie oder ein Krankenhaus in der Region aufzusuchen. „Oft fehlt auch das Geld für Hygiene-Artikel oder die dringend notwendige Reparatur einer Waschmaschine“, so Mira Oonk.

So unterschiedlich wie die Gründe für die Hilfe sind auch die Menschen, die mit ihren Anliegen kommen. „Da sind Alleinerziehende, bei denen plötzlich Unterhaltsleistungen ausbleiben. Da kommen Menschen, die ihre Arbeit verlieren und – etwa bei Zeitarbeit – von heute auf morgen ohne Einkommen dastehen“, so Oonk. Aber auch junge Menschen suchen – häufig infolge einer schweren Erkrankung – Unterstützung. Auch Senioren, deren Rente nicht ausreicht, kommen in die Sprechstunden. Oonk: „Das sind aber vergleichsweise wenige, weil sich viele Ältere schämen und lieber hungern, als Hilfe in Anspruch zu nehmen.“

Auch der Andrang in den Sprechstunden ist unterschiedlich: Sind es am Monatsbeginn manchmal „nur“ sechs bis zehn Hilfesuchende, können es zur Monatsmitte oder am Ende auch 20 Personen seien, denen sich die Teams von „Menschen in Not“ gegenübersehen.

Mit der Hilfe in den wöchentlichen Sprechstunden ist die Arbeit für das Team von „Menschen in Not“ nicht zu Ende. „Wir versuchen auch, den Menschen außerhalb dieser Zeiten zu helfen und sie zu betreuen – etwa, wenn es um die Wohnungssuche und Kontakte zu Behörden geht“, so Oonk.

Die Gronauer Tafel ist für „Menschen in Not“ bei der Arbeit ein wichtiger Partner. Denn: Mit einer Bescheinigung des Vereins können Bedürftige sich bei der Tafel mit Lebensmittel versorgen. Diese Regelung gelte aber nur ausnahmsweise, etwa, wenn Anträge auf Sozialleistungen noch nicht bewilligt seien.

Bei allem Engagement von Menschen in Not, hält Oonk am Ende im Fazit aber eines fest: „Es ist eigentlich traurig, dass es in einem reichen Land wie Deutschland nicht andere Möglichkeiten gibt, bedürftigen Menschen zu helfen“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7215903?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Sturmwarnung für Sonntag: Schlüsselübergabe an den Prinzen findet früher statt – Rahmenprogramm gestrichen
Nachrichten-Ticker