Landwirtschaftsministerin kommt
Landwirte auf dem Weg nach Wilsum

Gronau/Wilsum -

Dutzende Traktoren fuhren am Dienstagmorgen durch Gronau in Richtung Norden. Ihr Ziel: Wilsum in der Grafschaft Bentheim. Dort wird Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) erwartet. Die Landwirte – etwa 600 aus dem weiteren Umkreis werden erwartet – möchten vor Ort demonstrieren und der Politikerin 850 Rosen übergeben. Sie stehen symbolisch für 850 Nitrat-Messstellen. Mit den bisher 697 Messstellen im Land seien die Messergebnisse zu ungenau, argumentieren die Landwirte. Die Bauern kritisieren die geplante neue Düngeverordnung. Die ausgewiesenen roten Gebiete seien zu ungenau, sagen sie. „Wir wollen Verantwortung tragen und dort Einschränkungen hinnehmen, wo überdüngt wird“, sagt Matthias Everinghoff gegenüber den Grafschafter Nachrichten. „Aber wir fordern ein genaueres Messnetz.“

Dienstag, 04.02.2020, 09:27 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 15:44 Uhr
Dutzende Traktoren fuhren in Kolonne durch Gronau Richtung Norden.
Dutzende Traktoren fuhren in Kolonne durch Gronau Richtung Norden. Foto: Martin Borck

Drei Raiffeisen-Genossenschaften der Niedergrafschaft haben die CDU-Politikerin zu einer Anbautagung eingeladen. Klöckner will zu ihrer Ackerbaustrategie 2035 eine Rede halten. Die Grenzland-Anbautagung gebe es seit 30 Jahren und sei eigentlich eine geschlossene Veranstaltung für Landwirte zu Ackerbaufragen. Wegen der Bauern-Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ werde sie nun aber eine größere Dimension bekommen.

Bis zu 600 Traktoren erwartet Matthias Everinghoff, Sprecher der Initiative „Land schafft Verbindung“. Es haben sich Landwirte aus einem Umkreis von 180 Kilometern angekündigt, teilte er mit.

Der Vortrag der Bundesministerin soll auch nach draußen zu den unter freiem Himmel protestierenden Landwirten übertragen werden. Die Ministerin will bei dem Termin eine Strategie für einen ressourcenschonenden und ökonomisch tragfähigen Ackerbau für die kommenden 15 Jahre vorstellen. Unter anderem gehe es dabei um den Erhalt der Artenvielfalt auf den Feldern und den Klimaschutz in der Landwirtschaft. Die Strategie solle auch dazu beitragen, dass die Landwirtschaft wieder mehr gesellschaftliche Akzeptanz in der Gesellschaft bekomme, heißt es.

Klöckner war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel harscher Kritik von Landwirten, unter anderem wegen geplanter Verschärfungen beim Umwelt- und Insektenschutz.

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