I-Pads für alle Schüler?
Gronaus Schulen werden digitaler

Gronau -

Gronaus Schulen werden digital. Geht es nach dem Willen des Schulausschusses, so werden in den kommenden drei Jahren fast eine Millionen Euro ausgegeben. Damit sollen die Schüler und Lehrer an den weiterführenden Schulen mit I-Pads ausgestattet werden. Doch noch sind viel Detailfragen zu klären. Mit dem Beschluss, der am Montag im Fachausschuss mit den Stimmen von CDU und Linken gefasst wurde – die SPD- und UWG-Vertreter enthielten sich – ging der Ausschuss weit über die Empfehlung der Verwaltung heraus.

Mittwoch, 05.02.2020, 08:30 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 08:50 Uhr
Nach dem Ende der Projektphase in einer siebten Klasse am Gronauer Gymnasium sammelten die Schüler Unterschriften, mit denen sie sich für die Fortsetzung der täglichen Arbeit mit dem iPad aussprachen. Als Elternvertreter übergaben Anke Cyran (l.) und Jörg Agten (r.) rund 300 Unterschriften an den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Bernhard Greitenevert.
Nach dem Ende der Projektphase in einer siebten Klasse am Gronauer Gymnasium sammelten die Schüler Unterschriften, mit denen sie sich für die Fortsetzung der täglichen Arbeit mit dem iPad aussprachen. Als Elternvertreter übergaben Anke Cyran (l.) und Jörg Agten (r.) rund 300 Unterschriften an den stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Bernhard Greitenevert. Foto: Guido Kratzke

Bis 2022 sollen demnach voraussichtlich alle Schüler ab Klasse sieben mit den Bildschirm-Computern ausgestattet sein. „In den Jahren danach müssten dann jährlich 150 000 Euro zur Verfügung stehen, damit immer ein kompletter Jahrgang I-Pads erhalten kann“, erklärte Bernhard Greitenevert den Unions-Antrag. Die Schüler beziehungsweise deren Eltern sollen mit rund einem Drittel der Anschaffungskosten bis 100 Euro an der Beschaffung beteiligt werden. Ein Betrag, mit dem SPD-Ratsmitglied Norbert Ricking sich nur einverstanden erklärte, soweit er auf dem gleichen Niveau liegt, wie die derzeit anfallenden Kosten für die in der Jahrgangsstufe sieben zu beschaffenden, grafikfähigen Taschenrechner. Und natürlich unter der Voraussetzung, dass die Bezirksregierung ihre Zustimmung dafür gebe, dass auf die klassischen Rechner künftig verzichtet werden könne und die Tablets auch bei Prüfungen genutzt werden dürfen.

Pilotphase

In Abstimmung von Verwaltung und Schulleitungen sollen für das kommende Schuljahr für die neuen Oberstufenjahrgänge der Gesamtschulen und des Gymnasiums rund 200 I-Pads auf Kosten der Stadt beschafft werden. Auch deren Versicherung übernimmt die Kommune. Die Schüler dürfen die Geräte während des Projektes sowohl im Unterricht als auch zu Hause für die Hausaufgaben und die Vorbereitung des Unterrichts nutzen. Auch alle Lehrer sollen mit den Kleincomputer ausgerüstet werden.Die Geräte verbleiben während und nach dem Projekt im Eigentum der Stadt, die die I-Pads nach dem Abschluss zurückerhält, sodass diese bei Bedarf zukünftig als Ersatzgerät zum Einsatz kommen können.

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UWG-Ratsherr Josef Rörick tat sich mit der Zusage über die eingeforderten Summen schwer. Zu viele Fragen seien derzeit noch offen. Ebenso wie sein Fraktionsvorsitzender Jörg von Borczyskowski verlange er nach einem Gesamtkonzept, dass in einer der nächsten Sitzungen des Fachausschusses vorgelegt werden solle. „Wenn am Freitag ein iPad kaputt geht, woher kommt dann bis Montag der Ersatz“, stellte Markus Schreck als beratendes Ausschussmitglied von Pro Bürgerschaft/Piraten eine offene Frage. Julian Vortkamp, Sachkundiger Bürger der SPD , regte an, auch über die Anschaffung von Schutzhüllen und digitalen Stiften nachzudenken.

Der Vorschlag der Verwaltung, der vom kompletten Ausschuss Zustimmung erhielt, hatte vorgesehen, dass der Rat der Stadt als Pilotphase die Einführung von Tablet-PCs in der Oberstufe der weiterführenden Schulen zum kommenden Schuljahr vornimmt. Dafür sollen im Haushalt 151 000 Euro bereitgestellt werden. Diese Mittel sollen allerdings vorab freigegeben werden, damit die Geräte zur besseren Vorbereitung bereits im März/April beschafft werden können.

IT-Fachdienstleister Guido Klein Menting erläuterte den Ausschussmitgliedern die bisherigen Aktivitäten, die vonseiten der Stadt erledigt worden seien sowie noch auf der Agenda stehen. Demnach sollen bis zum Sommer 80 bis 85 Prozent der Unterrichtsräume durch zusätzliche Access-Points mit W-LAN versorgt sein.

Einstimmige Zustimmung erhielten aus der Ausschussdiskussion die von der Vorsitzenden Margot Brügger formulierten Beschlussvorschläge. So soll die Digitalisierung der Schulen langfristig finanziell gesichert werden, offene Fragen zwischen der Verwaltung und den Schulleitungen bis zum Sommer geklärt werden. Darüber hinaus sei beispielsweise zu klären, wie der künftige Eigenanteil der Schüler/Eltern ausfallen solle und was mit den Geräten nach dem Ende der Schulzeit passieren solle. Greitenevert hatte vorgeschlagen, dass sie in den Besitz der Schüler übergehen. „Dann“, so der Antragsteller, „gehen sie auch pfleglicher mit den Geräten um.“

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