Volksbank Gronau-Ahaus verzeichnet ein Bilanzwachstum von 6,9 Prozent
„Morgen kann kommen“

Gronau -

Die positive Entwicklung der Volksbank Gronau-Ahaus ist keine Eintagsfliege: In den vergangenen zehn Jahren ist die Bilanzsumme der Genossenschaftsbank um 120 Prozent gestiegen. 2019 hatte mit einem Wachstum von 6,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro einen großen Anteil am Erfolg. „Wir sind mit dem Geschäftsjahr 2019 sehr zufrieden“, fassten Vorstandsvorsitzender Frank Overkamp und sein Vorstandskollege Michael Kersting am Freitag das Geschäftsjahr zusammen.

Samstag, 08.02.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 08.02.2020, 06:50 Uhr
    Michael Kersting, Franz-Josef Gebker und Frank Overkamp (v.l.) stellten am Freitag die Bilanz der Volksbank Gronau-Ahaus      vor.Foto: Martin Borck
    Michael Kersting, Franz-Josef Gebker und Frank Overkamp (v.l.) stellten am Freitag die Bilanz der Volksbank Gronau-Ahaus      vor.Foto: Martin Borck Foto: Martin Borck

Die beiden werden seit Beginn des Jahres von Franz-Josef Gebker unterstützt. Er ist seit dem 1. Januar neuer Generalbevollmächtigter und führt das Team der Beraterbank. Der 59-jährige Eperaner, der einst seine berufliche Laufbahn bei der Volksbank Gronau begann, arbeitete zuletzt als Leiter der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in Münster. Dort war er maßgeblich für den Bereich Private-Banking verantwortlich. In Gronau wird er den Bereich Private Banking ausbauen.

Die Bilanzsumme wuchs 2019 stärker als erwartet. Die hohe Nachfrage nach Krediten vor allem im Immobilienbereich („Leider weniger in Maschinen“, so Overkamp ), war dabei ein Faktor. Der andere die hohe Nachfrage nach sicheren Anlagemöglichkeiten. Um rund zehn Prozent stieg in diesem Bereich das Geschäft.

Auch in der Niedrigzinsphase – die schon acht Jahre andauert – gebe es für die Kunden attraktive Anlagemöglichkeiten mit Renditen oberhalb der Inflationsrate. Die Kunden der Volksbank Gronau-Ahaus hätten 2019 allein durch Kursgewinne 44 Millionen Euro Gewinn gemacht, sagte Gebker. Dass auf dem Aktienmarkt Chancen liegen bei überschaubarem Risiko, müsse den Kunden noch stärker vermittelt werden. „Investieren statt sparen: Hier müssen wir noch stärker Basisarbeit leisten.“

In persönlicher Beratung und Service sehen Overkamp und Kersting auch weiterhin einen Markenkern ihrer Bank. „Für uns sind die Filialen kein Klotz am Bein, wir sind froh, dass wir unsere Mitarbeiter haben.“ Dass die knapp 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht werden, zeige sich in der gestiegenen Zahl an Servicekontakten.

Der Bank geht es um nachhaltige Geschäftsverbindungen mit ihren Kunden und ihren mittlerweile 33 586 Mitgliedern. 1615 kamen 2019 dazu. Sie profitieren von den Erfolgen des Geldinstituts direkt durch die Dividende auf ihre Anteilsscheine (über deren voraussichtliche Höhe am Freitag noch keine Angaben gemacht wurden). Für die Kunden wurde zudem ein Hausbankmodell eingeführt, das intensive Zusammenarbeit mit der Volksbank und den genossenschaftlichen Verbundpartnern belohnt. „Allerdings hat die Einführung bei einigen Kunden zu Beratungsbedarf geführt“, gab Overkamp zu. Eine künftige Aufgabe sieht er denn auch darin, an einer besseren Verständlichkeit in der Kommunikation mit den Kunden zu arbeiten. Wobei gesetzliche Vorgaben das Vorhaben erschweren: Heute umfasst ein Vertrag für einen Baukredit 80 Seiten – früher waren es lediglich zwei, wie er deutlich machte.

Dass der Volksbank an langfristigen Beziehungen gelegen ist, zeigt sich auch daran, dass sie die bestehenden Geschäftskunden so lange wie möglich von Negativzinsen verschonen will. Die Bank selbst muss derzeit 0,5 Prozent zahlen, wenn sie ihrerseits Geld anlegt.

Institutionelle Anleger dagegen, die nur hohe Beträge bei der Bank parken wollen, werden ab März mit Negativzinsen rechnen müssen. „Das betrifft aber 99 Prozent unserer Kunden nicht.“

„Morgen kann kommen“, zitieren Overkamp, Kersting und Gebker den neuen Leitspruch der Volks- und Raiffeisenbanken. Leitlinien und Werte wie Gemeinschaft, ein „Wir-Gefühl“, Heimat und Regionalität sollen gestärkt werden. Die Volksbank sieht sich für die Aufgaben gerüstet.

Dass die Präsenz persönliche Ansprechpartner geschätzt wird, zeige sich an der hohen Zahl niederländischer Kunden, die den persönlichen Kontakt und die Geschwindigkeit schätzen, den die Volksbank in ihren grenznahen Filialen biete.

Fusionen stehen derzeit nicht an. „Wir favorisieren Kooperationsmodelle mit benachbarten Instituten“, sagt Overkamp.

Investiert wird in die eigenen Filialen. 2019 wurden die Häuser in Schöppingen, Nienborg und Graes modernisiert und die Enscheder Straße in Gronau ausgebaut. In Ahaus hat die Volksbank mit dem Neubau eines neuen Bankgebäudes an der Parallelstraße begonnen. Bei all diesen Maßnahmen werden regionale Unternehmen berücksichtigt. Vom Sponsoring und Spenden – 531 000 Euro – profitierten 2019 Vereine, Schulen, Kindergärten sowie karitative, kirchliche und öffentliche Einrichtungen.

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