Eiserne Hochzeit: Rosi und Heinz Eissing standen vor 65 Jahren vorm Standesamt
Beim Tanz nach der Mairadtour kennengelernt

Gronau -

Fast unglaublich finden Rosi und Heinz Eissing, dass ihr Jawort wirklich schon 65 Jahre zurückliegt. Am heutigen Tag der Eisernen Hochzeit wird es wohl eher ruhig zugehen, denn es ist der standesamtliche Hochzeitstag. Die Diamantene Hochzeit und die Goldhochzeit hatten die Jubilare jeweils am kirchlichen Hochzeitstag Ende November gefeiert.

Mittwoch, 19.02.2020, 07:57 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 08:01 Uhr
Rosi und Heinz Eissing können es selbst fast nicht glauben, dass sie schon seit 65 Jahren verheiratet sind.
Rosi und Heinz Eissing können es selbst fast nicht glauben, dass sie schon seit 65 Jahren verheiratet sind. Foto: Sigrid Winkler-Borck

Ganz besonders in Erinnerung geblieben ist den Eissings der lang geplante Goldhochzeitstag am 26. November 2005, denn es war der erste Tag nach dem Schneechaos. Allein schon die Taxifahrt zur Dankmesse in der St.-Antonius-Kirche war bei dem hohen Schnee ein Abenteuer. Dass der Pastor sich seinen Weg vom Pfarrhaus zur Kirche in Gummistiefeln bahnen musste, daran erinnert sich Rosi Eissing noch, die die Stiefel später in der Sakristei sah. Gäste mussten wegen des Schnees kurzfristig absagen, die gebuchten Musiker kamen mit ihrer Anlage nicht aus der Garage und fielen somit aus. Der von den Nachbarn gebundene Bogen hatte natürlich auch arg unter der Schneelast gelitten. Trotz alledem sagt Heinz Eissing : „Es war dann doch noch eine schöne Goldhochzeitsfeier!“

Ohne Wetterkapriolen verlief das Kennenlernen der heutigen Jubilare. „Das war am 1. Mai 1952 am Heidehof“, erzählt Rosi Eissing, geborene Leferink. Der Heidehof war damals Ziel vieler junger Leute nach der Mairadtour. Dort sind sich der Eperaner und die Gronauerin beim Tanz näher gekommen. Heinz Eissing war zu der Zeit als Textilarbeiter bei der BSG beschäftigt. Rosi Eissing arbeitete bei Gerrit van Delden, und zwar auch noch in den ersten Jahren nach der Eheschließung und der Geburt der Kinder. „Wir haben in Wechselschicht gearbeitet, damit immer einer bei den Kindern bleiben konnte“, erzählt sie von arbeitsreichen Zeiten.

Nach 24,5 Jahren bei der BSG wechselte Heinz Eissing beruflich zum Fuhrpark der Stadt Gronau. Auch dort blieb er 24,5 Jahre tätig. „Ich habe gern gearbeitet und bin froh, dass ich immer einen Arbeitsplatz hatte“, sagt er.

Drei Kinder hat das Ehepaar Eissing, zudem sind die Jubilare achtfache Großeltern und vierfache Urgroßeltern.

Früher hatten die beiden einen Schrebergarten. Gern erinnert sich Rosi Eissing, dass sie dort ihren eigenen Spargel anbauen konnte. Kegeln war lange ein Hobby der Jubilare. Als gebürtiger Eperaner hat Heinz Eissing früher gern die Heimspiele des FC Epe besucht.

Sehr froh sind die beiden Jubilare, dass sie noch immer in ihrem eigenen Haus leben können. Sie wissen zu schätzen, was sie aneinander haben. Aber auch Streit komme vor, bekennen sie freimütig. „Aber das ist immer schnell wieder vergessen“, betont Heinz Eissing. Mit einem verschmitzten Lächeln auf ihre Ohren weisend, ergänzt seine Frau: „Da rein, da raus!“ Und beide sehen sich herzlich lachend an.

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