„Jugend debattiert“: Regionalwettbewerb im Gronauer Gymnasium
Verbaler Schlagabtausch

Gronau -

Schüler von 268 Schulen aus NRW nehmen am Wettbewerb „Jugend debattiert“ teil. Das Werner-von-Siemens-Gymnasium war am Mittwoch erstmalig Ausrichter des Wettbewerbs für die Region Münster I. Das Geschwister-Scholl-Gymnasium Stadtlohn, das Gymnasium Remigianum Borken und das städtische Gymnasium Ochtrup sowie aus Münster das Paulinum, das Schlaun-Gymnasium, die Marien-Schule, das Hittorf-Gymnasiums und das Gymnasiums Wolbeck hatten die erfolgreichsten Teilnehmer ihrer schulinternen Debattenrunden zum Gastgeber nach Gronau geschickt.

Freitag, 21.02.2020, 08:32 Uhr aktualisiert: 21.02.2020, 18:18 Uhr
Die Bestplatzierten aus Ober- und Mittelstufe mit Sandra Koppelberg und Thomas Herden (Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau) nach der Siegerehrung.
Die Bestplatzierten aus Ober- und Mittelstufe mit Sandra Koppelberg und Thomas Herden (Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau) nach der Siegerehrung. Foto: Norbert Diekmann

In der Begrüßung hob der Schulleiter des Gronauer Gymnasiums, Thomas Herden , die Bedeutung des Schülerwettbewerbes hervor. Die werde bereits dadurch deutlich, dass der Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten stehe. Herden zitierte den Schriftsteller Max Frisch, der gesagt habe: „Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen.“ Das Format „Jugend debattiert“ sei hervorragend geeignet, das kompetent zu tun.

In zwei Altersgruppen aus Mittel- und Oberstufenschülern wurden die Finalteilnehmer ermittelt. Zehn Tage zuvor waren drei Wettbewerbsthemen bekanntgegeben worden. Es gab also einige Tage Zeit, sich inhaltlich vorzubereiten. Erst kurz vor den Diskussionsrunden wurde jedoch ausgelost, mit welchem Partner man ein Zweier-Team bildet und ob man die Pro- oder Contra-Seite zu vertreten hat.

Die Debattenrunden folgten vorgegebenen Regeln: Je Teilnehmer gab es Zeit für eine Eröffnungserklärung von zwei Minuten. Es folgte eine freie Aussprache über zwölf Minuten. Danach blieb für jeden Disputanten eine Minute für die Schlusserklärung. Beachtlich: die Aussprache hatte keinen Moderator oder Diskussionsleiter nötig. Alle ließen sich wechselweise zu Wort kommen, niemand fiel dem anderen ins Wort. In den Schlusserklärungen wurde deutlich, dass man bereit war, aufeinander zu hören und auf die Argumente der anderen Seite einzugehen. Die Jugendlichen zelebrierten eine Debattenkultur, von der manche Profiredner in öffentlichen Auseinandersetzungen lernen könnte.

Für die Finalrunde der Klassen 8/9 qualifizierten sich Jana Sander (Gymnasium Gronau) und Louisa Heidel (Borken) als „Pro-Anwälte“. Ihnen standen Carla Leuderalbert (Gronau) und Carolina Lange (Marienschule Münster) gegenüber. Ihr Thema: „Soll die Schule Schüler belohnen, die sich gesellschaftlich engagieren?“

In der zweiten Vorrunde der Oberstufenschüler hatten Annika Zimmermann (Borken) und Samantha Schlief (Gronau) noch gemeinsam für ihre Position gestritten. Offenbar so erfolgreich, dass sie sich beide im Finale wiederfanden – jetzt aber auf den gegenüberliegenden Seiten. Annika vertrat gemeinsam mit Jakob Roth vom Wilhelm-Hittorf-Gymnasium Münster die Pro-Seite, während Samantha und Matthias Eulering vom Paulinum Münster für die Contra-Position ausgelost waren. Wieder ging es um ein Thema, das den Schülern auf den Nägeln brennt: „Sollen Freitagsdemos in den Stundenplan eingebunden werden?“

Nicht leicht hatten es angesichts der durchweg überzeugenden Leistungen der Finalteilnehmer die Jurys. Jeweils ein Jurymitglied hob die besonderen Stärken der Finalteilnehmer hervor und ließ Verbesserungsvorschläge folgen. So wurde z. B. Carla eine gute Ausdrucksweise bescheinigt und die überzeugende Strukturierung ihrer Argumentation hervorgehoben. Wie eng es bei der Bewertung zugegangen sein muss, zeigt sich daraus, dass sie trotzdem auf dem vierten Platz landete.

Bei den jüngeren Schülerinnen siegte Carolina Lange (Marien-Schule Münster) vor Louisa Heidel aus Borken vor den beiden Gronauerinnen Jana Sander und Carla Leuderalbert.

Die Reihenfolge bei den Oberstufenschülern: 1. Jakob Roth (Hittorf-Gymnasium Münster), 2. Annika Zimmermann (Borken), 3. Samantha Schlief (Gronau), Matthias Eulering (Paulinum Münster).

Die Teilnehmer dankten mit ihrem Applaus Sandra Koppelberg und einem starken Team aus Schülern und Kollegen des Werner-von-Siemens-Gymnasiums für die souveräne Organisation der Veranstaltung. Im Rahmen der Siegerehrung gab Koppelberg bekannt, dass die zwei Erstplatzierten sich nicht nur für den NRW-Landeswettbewerb qualifiziert haben, sondern auch eine Einladung zu einem dreitägigen Rednertraining erhalten werden.

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