Heimatverein Epe sucht Zeitzeugen für den Zeitraum 1945 bis 1975
Buch über Nachkriegsgeschichte(n)

Epe -

Stationen der Nachkriegszeit in Deutschland sind mit wenigen Stichworten charakterisiert: Kriegsende, Währungsreform, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Konsolidierung, Gastarbeiter, gesellschaftlichen Umbrüche, neue Rollenbilder zum Beispiel. Doch wie sah die Zeit von 1945 bis 1975 in Epe aus? Vieles an Wissen, Erfahrungen und Erkenntnissen aus dieser Zeit droht in Vergessenheit zu geraten. Dem will der Heimatverein Epe begegnen: mit einem neuen Buch. „Eper Nachkriegsgeschichte(n) 1945 – 1975“.

Dienstag, 25.02.2020, 09:27 Uhr aktualisiert: 25.02.2020, 09:30 Uhr
Blick in die Merschstraße. Das Foto von den Asphaltierungsarbeiten entstand Anfang der 1950er-Jahre.
Blick in die Merschstraße. Das Foto von den Asphaltierungsarbeiten entstand Anfang der 1950er-Jahre. Foto: Wolfdietrich Borck

Wie bei der Publikation „Eper Schulgeschichte(n)“ sollen historische Fakten und Dokumente aufgenommen werden. Doch vor allem sollen Zeitzeugen zu Wort kommen. Die historischen Ereignisse sollen lokal heruntergebrochen werden.

Wie war es zum Beispiel, als die Panzer der Alliierten in Epe einrollten und der Krieg damit aus war? Wie wurden die Flüchtlinge aufgenommen? Wie geschah der Wiederaufbau der Textilindustrie bei der Germania und bei Laurenz? Welche Politiker und Parteien waren im Eper Rat vertreten? Wie funktionierte die Verwaltung damals überhaupt?

Im Buch über die Eper Kirchengeschichte sind viele kirchliche und religiöse Bräuche beschrieben, die auch in der Nachkriegszeit ihren Widerhall fanden. Das Buch des Heimatvereins will sich daher in erster Linie auf das profane Leben konzentrieren – und das in allen Facetten des Lebens.

So wird das Einkaufswesen (vom Tante-Emma-Laden bis zum Supermarkt) ebenso Thema sein wie die Gastronomie, die sich allmählich ändernde Rolle von Männern und Frauen, die Mobilität, das Vereinsleben, Kleidung und Mode bis hin zu den sich ändernden Berufsbildern. Wie entwickelten sich die Nachbarschaften und das häusliche Leben? Wer half, wenn jemand krank wurde?

Zu all diesen Themen sucht die Redaktion des Buches Menschen, die etwas erzählen und schreiben können. Auch Dokumente und Fotos – gerade aus dem privaten Bereich – können für das Buch interessant sein.

Vor allem Menschen, die die Stunde Null im Jahr 1945 erlebt haben, sind gefragt. Denn ihr Wissen und ihre Erfahrungen drohen sonst verloren zu gehen. Wie haben sie die Zeit damals erlebt? Und wie blicken sie auf die Entwicklung bis ins Jahr 1975 zurück?

Dieses Jahr ist nicht zufällig gewählt. Damals verlor Epe seine Selbstständigkeit. Was sich kommunalpolitisch unter anderem durch die Gründung der Wählergemeinschaft Gronau-Epe manifestierte. Auch so ein Kapitel, über das viel erzählt werden könnte.

Viele Autoren haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt. Weitere Zeitzeugen werden gesucht. Sie können sich an Josef Pieper, ✆  Epe 967144, E-Mail josef.pieper@gmx. net, oder Wilhelm Kemper, ✆  Epe 5419, E-Mail kemper-wilhelm@gmx.de, wenden. Auch wer nicht selbst schreiben, sondern nur erzählen will, kann sich melden.

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