Keine Förderung mehr bei Ärzteversorgung
Kassenärztliche Vereinigung streicht Gronau von der Liste

Gronau -

Die Stadt Gronau steht nicht mehr im Förderverzeichnis der Kommunen, in denen die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) einen besonderen Förderungsbedarf bei der ärztlichen Versorgung sieht.

Montag, 02.03.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2020, 14:55 Uhr
Gronau steht nicht mehr im Verzeichnis der Kommunen, in denen die Ärzteversorgung besonders gefördert wird.
Gronau steht nicht mehr im Verzeichnis der Kommunen, in denen die Ärzteversorgung besonders gefördert wird. Foto: dpa

Für diese Kommunen muss die KVWL nach dem Sozialgesetzbuch „alle geeigneten finanziellen und sonstigen Maßnahmen ergreifen, um die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung zu gewährleisten, zu verbessern und zu fördern“.

Erste Beigeordnete Sandra Cichon teilte dem Hauptausschuss am Mittwochabend mit, dass Gronau nicht mehr auf der entsprechenden KVWL-Liste geführt werde. 2018 war Gronau – wegen fehlender Hausärzte – in dieses Verzeichnis aufgenommen worden. Voraussetzung für die Aufnahme ist laut Cichon die Unterschreitung einer ärztlichen Versorgungsquote von 75 Prozent. „Aktuell liegt die Gronauer Versorgungsquote bei 86,7 Prozent“, so die Erste Beigeordnete. Von der Streichung habe die Stadt indes nur zufällig erfahren, eine offizielle Mitteilung der KVWL habe es nicht gegeben.

Für die in das Förderungsverzeichnis aufgenommenen Kommunen werden aus einem Strukturfonds Mittel zur Verfügung gestellt. Gefördert werden kann etwa die Praxisübernahme, die Anstellung eines weiteren Hausarztes oder die Eröffnung einer Filialpraxis. Unter bestimmten Voraussetzungen werden Praxisdarlehn gewährt (bei Übernahme eines vollen Versorgungsauftrages 50 000 Euro). Weitere Fördermaßnahmen sind Umsatzgarantien, bezogen auf den Durchschnitt der jeweiligen Facharzt-Gruppe. Die Entscheidung trifft dabei im Einzelfall der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung . Zudem bietet die KVWL die Kooperation mit der Stadt bei Infoveranstaltungen und Seminaren zum Thema Ärzteversorgung oder bei Veranstaltungen zum Thema Nachwuchsförderung an.

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