Bürgermeister: „Meiden Sie soziale Kontakte!“
Praktisch alles fällt wegen Corona aus

Gronau -

Das Corona-Virus hat auch Gronau voll im Griff. Das öffentliche Leben kommt in den kommenden Wochen quasi zum Erliegen. Alle geplanten städtischen und die meisten privaten Veranstaltungen sind abgesagt. Auch das Jazzfest findet nicht statt.

Freitag, 13.03.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 17:56 Uhr
Thomas Albers, Rainer Hoff, Rainer Doetkotte und Sandra Cichon informierten am Freitag im Rathaus über die Konsequenzen der Corona-Pandemie.
Thomas Albers, Rainer Hoff, Rainer Doetkotte und Sandra Cichon informierten am Freitag im Rathaus über die Konsequenzen der Corona-Pandemie. Foto: Martin Borck

Gronau ist im Krisenmodus angekommen. Bürgermeister Rainer Doetkotte sagt, wie es ist. Das Corona-Virus hat einschneidende Auswirkungen auf das öffentliche Leben. Alle von der Stadt geplanten organisierten Veranstaltungen finden vorerst nicht statt. Dazu gehören das Jazzfest, die verkaufsoffenen Sonntage, das Frühlingsfest in Epe die Veranstaltung „Gronau putzt sich raus“.

Bürgermeister Doetkotte, die Erste Beigeordnete Sandra Cichon, Rainer Hoff (Leiter des Fachdiensts Sicherheit und Ordnung) und Kulturbüro-Geschäftsführer Thomas Albers gaben am Freitag die Entscheidungen bekannt. „Sie dienen dem Schutz der Menschen“, so Hoff. Ziel sei es, die Infektionskette zu unterbrechen und die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoße.

Auch die Kurse der Euregio-Volkshochschule sind abgesagt. Die Büchereien bleiben vorerst für den laufenden Betrieb geöffnet, Vorlesestunden oder Kurse jedoch sind abgesagt. Das Rock’n’Popmuseum bleibt ab sofort geschlossen; Veranstaltungen in der Turbine sind ebenfalls abgesagt, ebenso Programme in der Bürgerhalle wie der Auftritt von Torsten Sträter, der in den Dezember verschoben wird. Die Maßnahmen, die die Kommunen im Kreis getroffen haben, gelten zunächst bis Ende April.

Mit der Ankündigung einher ging der dringende Appell Doetkottes an die Bevölkerung: „Meiden Sie soziale Kontakte!“ Dazu gehöre, private Veranstaltungen zu verschieben oder abzusagen. Viele Vereine haben bereits entsprechend reagiert und ihre Versammlungen, Auftritte, Proben oder sonstigen Treffen abgesagt.

Die Maßnahmen der Stadt gehen noch weiter: Die Seniorenehrungen – bei der der Bürgermeister oder ein Stellvertreter zum 90. Geburtstag oder zum Ehejubiläum gratuliert – werden nicht mehr persönlich durchgeführt, sondern schriftlich. Das Land hat beschlossen, die Schulen und Kindertagesstätten zu schließen. Davon sind in Gronau auch die Musikschule und die Sporthallen betroffen. Auch die Jugendzentren werden geschlossen.

Zwar sind Veranstaltungen bis 1000 Personen bislang laut Erlass des Gesundheitsministeriums nicht untersagt; es gelten aber Auflagen für deren Durchführung. „Veranstalter sollten Rücksprache mit dem Ordnungsamt halten, das sich dann mit dem Kreis-Gesundheitsamt kurzschließt. Veranstaltungen können mit Auflagen versehen werden – oder aber auch abgesagt werden.

Ein Aufruf geht auch an Bürgerinnen und Bürger, von Besuchen im Rathaus und den Nebenstellen sowie Touristikservice möglichst abzusehen und Anfragen nur telefonisch oder per E-Mail zu stellen (die Kontaktdaten sind über die Homepage der Stadt zu erfahren). Bislang habe die Stadt keine Hotline eingerichtet, weil es in der Stadt zurzeit keinen Infektionsfall mit Corona gibt.

Den „Schutz der kritischen Infrastruktur“ – Feuerwehr, Polizei, Stadtwerke und Abwasserwerk – hat die Stadt ebenfalls im Blick. Das Krisenmanagement der Verwaltungsspitze, Ordnungsamt und den anderen zuständigen Fachdiensten läuft auf Hochtouren.

Was das Jazzfest angeht, bittet Thomas Albers weiterhin um Geduld. Die Koordination von Ersatzterminen hat Priorität. Ob die Konzerte verschoben oder nachgeholt werden können, wird in den nächsten Tagen und Wochen gemeinsam mit den Agenturen und Künstlern zu klären sein. Sollten die Ausweichtermine nicht passen oder nicht zustandekommen, werde man eine kundenfreundliche Lösung finden. Das Kulturbüro wird sofort informieren, sobald konkrete Ergebnisse vorliegen.

 

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