Viele Zuschriften als Trostpflaster für Besuchsverbot
Senioren freuen sich über Post

Gronau -

Es war nur eine Idee, aber die zeigt jetzt Erfolg. Um der Einsamkeit von Bewohnern des Bethesda-Seniorenzentrums entgegenzuwirken, rief Heimleiter van Loh dazu auf, den Senioren Postkarten zu schicken. Inzwischen sind viele eingetroffen.

Dienstag, 31.03.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 19:58 Uhr
Hilbert de Vries (l.) und Hannelore Ottink
Hilbert de Vries (l.) und Hannelore Ottink Foto: Bethesda-Seniorenzentrum

„Zwei Stellwände sind schon voll.“ Reinhard van Loh freut sich, und die Bewohner des von ihm geleiteten Bethesda-Seniorenzentrums freuen sich mit. Van Loh hatte über die sozialen Medien einen Aufruf gestartet, Postkarten an die Alten- und Pflegeheimbewohner zu schicken, weil sie aufgrund der Corona-Krise keinen Besuch empfangen können.

„Wir bekommen alles mögliche“, erzählt van Loh. „Briefe, Karten, Gedichte, Sinnsprüche, Selbstgemaltes.“ Rund 60 bis 65 Rückmeldungen habe es auf den Aufruf gegeben. Und ein Ende sei noch nicht in Sicht. „Die Bewohner freuen sich wie Bolle“, sagt er.

Das können Hilbert de Vries und Hannelore Ottink nur bestätigen. Die 92-Jährige geht jeden Morgen nach der Zeitungslektüre nachschauen, ob neue Post da ist. „Und ich freue mich“, sagt sie. „Am meisten habe ich mich natürlich über eine Karte von meinem Enkel und den Urenkeln gefreut.“ Tatsächlich schickten auch viele Angehörige Post an ihre Lieben im Haus. „Die leiten wir natürlich einfach weiter“, so van Loh. Es komme aber auch viel Post, die für alle Bewohner gedacht ist. „Und auch für die Mitarbeiter. Da steht dann schon mal: ‚Ihr macht einen tollen Job.‘“

Die Stellwände mit den Karten, Bildern und Gedichten stehen für alle sichtbar im Eingangsbereich. Für diejenigen Bewohner, die nicht mehr selbst mobil sind, „nehmen wir die Tafeln mit in einzelne Wohnbereiche“, so van Loh. „Wir zeigen sie und lesen sie auch vor.“

Einige Karten möchte der Einrichtungsleiter ausdrücklich hervorheben: „Die erste Karte kam von der DRK-Kita Regenbogenland mit herzlichen Grüßen von den Kindern, die ja regelmäßig hier im Haus waren. Wir haben eine Karte von den Bewohnern des St.-Antonius-Stiftes Gronau bekommen, eine von der WTG-Behörde Borken (früher Heimaufsicht) und eine Karte aus dem Rathaus von der Seniorenbeauftragten bekommen“, zählt Reinhard van Loh auf. Außerdem seien viele selbst gemalte Karten von Kindern in der Post gewesen.

Dementsprechend lautet Reinhard van Lohs Fazit auch: „Rundum eine Geschichte, die in diesen schwierigen Zeiten des Abstandes das Herz aufgehen lässt, weil sie Nähe zeigt.“

 

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