Sterbe- und Trauerbegleitung
„Wir vergessen euch nicht!“ - Hospizbewegung muss neue Wege gehen

Gronau -

Nicht allein zu sein beim Sterben – das wünscht sich wohl jeder. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospizbewegung sind zur Stelle, um Schwerkranke zu begleiten. Doch in Zeiten von Corona ist auch die persönliche Nähe nicht möglich. Dennoch will die Hospizbewegung die Menschen nicht alleinlassen.

Freitag, 03.04.2020, 07:54 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 09:24 Uhr
Die persönliche Begleitung von Schwerkranken und sterbenden Menschen in Seniorenheimen oder auch Zuhause ist in der aktuellen Corona-Krise nicht möglich. Umso wichtiger ist es den Mitarbeitern der Hospizbewegung St. Josef jetzt, auf anderen Wegen – etwa per Telefon – für Menschen dazusein, die Gespräch und Beratung suchen.
Die persönliche Begleitung von Schwerkranken und sterbenden Menschen in Seniorenheimen oder auch Zuhause ist in der aktuellen Corona-Krise nicht möglich. Umso wichtiger ist es den Mitarbeitern der Hospizbewegung St. Josef jetzt, auf anderen Wegen – etwa per Telefon – für Menschen dazusein, die Gespräch und Beratung suchen. Foto: dpa

Ihre Arbeit lebt davon, am Ende des Lebens nah bei den Menschen zu sein. Mit physischer Nähe, mit tröstenden Gesprächen und Gesten. All das können die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Hospizbewegung St. Josef Gronau derzeit nicht leisten. Denn die persönliche Begleitung von Schwerkranken und sterbenden Menschen in Seniorenheimen oder auch Zuhause ist in der aktuellen Corona-Krise nicht möglich. „Um so wichtiger ist es uns, den betroffenen Menschen ein Signal zu senden“, macht Silvia Rickert-Ehrlichmann , eine der Koordinatorinnen der Hospizbewegung deutlich. Dabei steht eine Botschaft im Mittelpunkt: „Wir vergessen euch nicht. Auch wenn wir physisch nicht bei euch sein können, denken wir an euch!“

Telefonische Hilfestellung

Deshalb wollen die Verantwortlichen des Vereins die Arbeit auch – wo immer möglich und gewünscht – unter den gegebenen Möglichkeiten fortführen. „Unsere ehrenamtlichen Begleiter, aber auch wir als Koordinatorinnen stehen Betroffenen und ihren Angehörigen gern telefonisch für Gespräche und Beratungen zur Verfügung“, so Rickert-Ehrlichmann. Und auch wenn sie weiß, dass diese Form der Kommunikation nicht das persönliche Gespräch ersetzen kann, sieht sie in diesem Angebot die Chance, im Dialog zu bleiben, drängende Fragen in der wohl schwierigsten Phase des Lebens zu klären und Hilfestellung anzubieten. „Wir beraten und unterstützen telefonisch“, so Rickert-Ehrlichmann. Das gelte für Schwerkranke und Sterbende sowie deren Angehörige Zuhause, aber auch für Menschen in stationären Einrichtungen, wo über das jeweilige Haus bei Bedarf sicher ein Kontakt zur Hospizbewegung herzustellen sei.

Ausdrücklich weist Rickert-Ehrlichmann darauf hin, dass dieses Angebot auch für die Weiterführung der Trauerbegleitung gilt. „Auch hier können wir derzeit ja nicht die bestehenden Angebote – das monatliche Trauercafé, den monatlich angebotenen Trauertreff in einer geschlossenen Gruppe und die Kindertrauergruppe – in gewohnter Form anbieten.“ Bei Bedarf werde aber auch für diese Bereiche telefonisch Hilfestellung angeboten, etwa durch die Vermittlung von Terminen und/oder Gesprächen mit den ehrenamtlichen Begleitern.

Der Kontakt zur Hospizbewegung ist in allen genannten Fragen über das Diensthandy der Koordinatoren unter 0171 7801075 möglich. Dort meldet sich in der Regel Silvia Rickert-Ehrlichmann, möglicherweise aber auch eine Kollegin. Darüber hinaus ist die Hospizbewegung über das Büro an der Ochtruper Straße 20 (am besten nachmittags) erreichbar unter 02562 9845996.

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