Familien mit Kindern in der schul- und kindergartenfreien Zeit
Bewegen, matschen, basteln

Gronau -

Am Montag beginnen die Osterferien – nur merken die Schulkinder eigentlich nichts davon. Denn sie gehen schon seit drei Wochen nicht mehr zur Schule. Wegen Corona. Wie gehen Familien mit dieser ungewöhnlichen Situation um?

Montag, 06.04.2020, 08:28 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 08:40 Uhr
Basteln ist eine von vielen Ideen, mit der man die Langeweile vertreiben kann.
Basteln ist eine von vielen Ideen, mit der man die Langeweile vertreiben kann. Foto: FBS

Schule und Kindergarten sind seit drei Wochen geschlossen: Wie geht es den Familien in Gronau und Epe , wenn alle rund um die Uhr zusammen sind? „Die Familien meistern diese ungewöhnliche Situation sehr gut“, meint Diana Ricker , zuständig für den Fachbereich Familie in der Familienbildungsstätte an der Laubstiege. Auch diese Einrichtung musste schließen und den Kursbetrieb einstellen. Aber es gebe viel telefonischen Kontakt, zu den Eltern-Kind- Kursleitungen und auch zu Teilnehmerinnen.

Dabei lassen sich zwei allgemeine Trends feststellen. Zum einen sei der Stresspegel bei Familien mit Schulkindern spürbar höher, denn das Lernen zuhause ist für Kinder und Eltern ungewohnt. Das berge häufig Konfliktpotenzial.

Zweitens ergibt sich nun die Herausforderung der zeitlichen Länge. Am Anfang war die Stimmung positiv bis kämpferisch, nun mache sich doch bei einigen Familien Frust und Lagerkoller breit. Wie kann man die Kinder noch weiter sinnvoll beschäftigen?

Dazu haben sich Diana Ricker und zwei ihrer Kursleiterinnen, Marie Hewing und Tine Schlamann, nicht nur Gedanken gemacht, sondern auch selber mit den eigenen Kindern getestet. „Wichtig war uns allen dabei, dass die Vorschläge hauptsächlich mit Dingen sind, die oft im Haushalt vorhanden sind und das sie für verschiedene Altersgruppen geeignet sind. Da ja nun auch die Geschwisterkinder viel Zeit miteinander verbringen“, so Diana Ricker.

Unabhängig vom Alter der Kinder bietet es sich immer an, nach draußen in die freie Natur zu gehen. Ob im Kinderwagen, auf dem Laufrad oder die Älteren auf Inlinern, frische Luft und Bewegung heben bei Kindern und Eltern die Stimmung. Um einen Spaziergang interessanter zu machen, können Stöcker, Blätter oder Steine gesammelt werden. Die Steine lassen sich wunderbar anmalen und zum Dekorieren des eigenen Gartens oder der Fensterbank nutzen.

Eine schöne gemeinsame Aktion für alle Altersgruppen ist das Aussäen von Kresse- oder Streublumensamen. Kresse kann gut in ausgespülten Joghurt- oder Margarinebechern ausgesät werden. Ältere Kinder können dafür Eier ausblasen und ausspülen. Das Ei teilen und in die Hälfen etwas Erde und Samen geben, so entsteht eine blühende Osterdeko. Streublumen brauchen etwas mehr Platz, z.B. in alten Obstkisten. „Das matschen mit Erde und Wasser fördert die taktile Wahrnehmung der Kinder“, weiß Kidix-Kursleiterin Tine Schlamann. „Für Schulkinder könnte man daraus ein naturwissenschaftliches Projekt machen, indem die Kinder jeden Tag ein Foto von dem Fortschritt machen und ihre Beobachtung mit einem Satz aufschreiben“, ergänzt Diana Ricker. Dieses Projekt hat sich der achtjährige Liam vorgenommen.

Etwas, das viele Familien zuhause haben müssten, sind Toilettenpapierrollen. Diese können ganz leicht mit Wasserfarben angemalt werden. Wenn sie getrocknet sind, schneidet man eine Hasenform daraus. Nun noch mit Filzstift ein lustiges Gesicht aufmalen, fertig sind die bunten Osterhasen. Aus alten Zeitungen und Prospekten lassen sich Bilder ausschneiden und zu bunten Kollagen aufkleben. Vielleicht entsteht so auch eine Osterkarte an die Oma?

Kurz vor dem Osterfest ist das traditionelle Eier färben und bemalen eine schöne gemeinsame Aktion. Hier können auch die Kleinsten schon kreativ sein, wie der zweijährige Leon. „Gerade bei kleinen Kindern ist es wichtig, den Fokus nicht auf das perfekte Ergebnis zu legen“, erklärt Marie Hewing, Erzieherin und Mutter des kleinen Leon. Wenn stattdessen der Fokus auf das gemeinschaftliche Erlebnis gelegt wird, kommt Spaß und Fröhlichkeit auf, können Eltern und Kinder die gemeinsame Zeit genießen. Dies schweißt zusammen und gibt Kraft, sich weiter an die Beschränkungen durch die Corona-Krise zu halten.

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