Diakonie bietet Telefonsprechstunde an
Eine Nummer gegen Kummer

Gronau -

Persönliche Kontakte sind in diesen Zeiten rar. Das kann die Seele belasten. Das Team der Diakonie rät, über derartige Probleme zu reden. Auch per Telefon ist das möglich.

Montag, 06.04.2020, 12:40 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 13:20 Uhr
Ein Gespräch über Probleme – auch per Telefon – kann helfen, Lösungsansätze zu finden. Die Diakonie bietet daher am Mittwoch eine offene Telefonsprechstunde an.
Ein Gespräch über Probleme – auch per Telefon – kann helfen, Lösungsansätze zu finden. Die Diakonie bietet daher am Mittwoch eine offene Telefonsprechstunde an. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp

Im Alltag sind solche Situationen selbstverständlich: Ein Opa spielt mit seiner Enkeltocher auf einer Wiese oder im heimischen Wohnzimmer. In Corona-Zeiten ist das verboten. Die Gefahr, sich durch engen Körperkontakt mit dem Virus anzustecken, ist zu groß. Genauso wie die Einsamkeit vieler Menschen, denen jetzt genau diese persönlichen Kontakte fehlen. Grund genug für die Familienberatungsstelle der Diakonie, hier mit einem besonderen Beratungsangebot in Form einer Telefonsprechstunde in die Bresche zu springen.

Nicht nur Großeltern und Enkelkinder leiden unter den notwendigen Regelungen der Kontakt- und Besuchsverbote, sondern auch Eheleute, die ihren Partner nur eingeschränkt oder gar nicht mehr im Krankenhaus besuchen können, Menschen in Pflegeeinrichtungen, die auf ihrer Station isoliert werden müssen und die zur Zeit überhaupt keinen persönlichen Besuch von ihren Familien erhalten können.

Obwohl die Medien rund um die Uhr über die neue Lungenkrankheit Covid-19 berichten, scheinen einige erst jetzt den Ernst der Lage begreifen zu können. „Das ist verständlich“, erklärt Liudmila Hoesch , Psychologin in der Familienberatungsstelle der Diakonie in Gronau, „denn den Krankheitserreger kann man nicht sehen, und wenn es schon jungen und gesunden Erwachsenen schwerfällt, dies zu verstehen und nachzuvollziehen – wie viel schwerer muss es für kranke, belastete Menschen mit eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten sein, die jetzt beschlossenen Bewegungs- und Kontaktsperren nachzuvollziehen und anzunehmen?“

 

Doch auch Kindern und Jugendlichen falle der fehlende Umgang mit Gleichaltrigen schwer, weiß ihre Kollegin Annette Braune , Familientherapeutin im Team. „Da ist einmal die plötzliche Enge in der Wohnung mit Eltern und Geschwistern, mit der man lernen muss, klarzukommen, und dann die ungewohnte Zeit allein, ohne die Freunde treffen zu können. Auch wenn Jugendliche meist über digitale Medien gut vernetzt sind, gibt es im Netz versteckte Einsamkeit. Ebenfalls gibt es auch heute noch Jugendliche, die keinen eigenen PC und kein eigenes Smartphone haben“.

Zahlreiche Untersuchungen, so die Beraterinnen, belegen, dass es nachweislich schon hilft, wenn man mit jemandem über seine Probleme reden kann. Gemeinsam lassen sich dann oftmals leichter Ansätze für neue Ideen oder sogar Lösungen finden. In diesen Zeiten, in denen so vieles unsicher, vage und unverbindlich erscheint, bleibt eines glasklar: Es gibt keine dummen Fragen und keine doofen Gefühle, über die es sich nicht lohnen würde mit jemandem vertrauensvoll zu sprechen.

Das Team der Diakonie bietet deshalb am Mittwoch (8. April) zwischen 10 und 12 Uhr eine offene telefonische Sprechstunde an. Annette Braune und Liudmila Hoesch stehen unter  02562 7011133 und  02562 7011135 bereit, um auf Fragen der Anruferinnen und Anrufer zu antworten und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Telefongespräche sind selbstverständlich vertraulich.

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