Agnes Koertshuis im Alter von 92 Jahren gestorben
Ein Leben im Dienst für ihre Mitmenschen

Gronau -

Agnes Koertshuis ist tot. Sie verstarb am 4. April im Alter von 92 Jahren. Ihr ganzes Arbeitsleben lang hat sie sich für andere Menschen engagiert.

Mittwoch, 08.04.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 12:58 Uhr
Agnes Koertshuis
Agnes Koertshuis Foto: privat

Ihr Leben war vor allem durch eines geprägt: Den Dienst für ihre Mitmenschen. Von früher Jugend an bis ins hohe Alter hat sie sich für andere engagiert – auch noch, als sie längst den Ruhestand hätte genießen können. Jetzt hat sie sich für immer verabschiedet. Agnes Koertshuis ist am 4. April im Alter von 92 Jahren gestorben.

Das Arbeitsleben der gebürtigen Gronauerin (Jahrgang 1927) beginnt 1941 nach dem Besuch der Schule als Kindergartenhilfe. 1944 wird sie zum Reichsarbeitsdienst verpflichtet, kehrt bei Kriegsende heim und absolviert ab 1946 eine Ausbildung zur Krankenpflegerin im Gronauer St.-Antonius-Hospital. Während eines anschließenden Praktikums in einer Kaplanei in der Nähe von Pirna, das sie auf Empfehlung des früheren Gronauer Geistlichen Scheipers absolviert, nimmt sie Küsterinnenaufgaben wahr, betreut Kinder und Jugendliche und gibt Religionsunterricht.

Ab 1950 wird sie zunächst in Freiburg zur Seelsorgehelferin (heute Pastoralreferentin) ausgebildet, arbeitet dann in Datteln und anschließend (ab 1954 bis 1966) in der Nähe von Dresden. Sie erlebt 1961 im Osten die Teilung Deutschlands, entscheidet sich aber dafür, „drüben“ zu bleiben. Mehr als 30 Jahre wird sie in der Folge kirchlich-soziale Arbeit in der DDR-Diaspora leisten. Bis 1975 wirkt sie in Otterndorf-Okrilla, danach ab 1976 bis zu ihrer Pensionierung als Diözesanbeauftragte für Seelsorgehelferinnen im Bistum Meißen und als Sachbearbeiterin für Angelegenheiten der Ordensschwestern im bischöflichen Ordinariat. Kurz vor der Wende kehrt sie 1989 nach Gronau zurück, Ruhestand aber bleibt für sie ein Fremdwort. Sie engagiert sich vielmehr im sozialen Bereich der Kirchengemeinde ihrer Heimatstadt, betreut Aussiedler und Asylsuchende bei der Integration und ruft einen Arbeitskreis „Not in der Gemeinde“ ins Leben.

Für ihr unermüdliches Wirken wird sie mit mehreren Auszeichnungen bedacht: 1995 verleiht ihr Landrat Gerd Wiesmann das Bundesverdienstkreuz, 2001 wird sie für die Betreuung einer kurdischen Familie ohne Mutter mit dem „Dialogpreis für gute Taten“ des Bistums Münster ausgezeichnet. Und 2007 ehrt die KAB sie für ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement mit der Ketteler-Plakette.

Die Beisetzung von Agnes Koertshuis findet aufgrund der aktuellen Lage im engsten Familienkreis statt. Ein Gedenkgottesdienst soll zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

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