Corona-Erkrankungen im City-Wohnpark Gronau
Isolation bedeutet Belastung

Donnerstag, 09.04.2020, 20:11 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 20:20 Uhr
Johannes Siewecke und Marta Szöcs gaben vorm City-Wohnpark schon zwei Konzerte.
Johannes Siewecke und Marta Szöcs gaben vorm City-Wohnpark schon zwei Konzerte. Foto: privat

Seit dem Bekanntwerden der ersten Corona-Fälle in der Pflegeetage des Caritas-Seniorenheims am 31. März sind zwei Testungen durchgeführt worden. Abschließend lagen die Ergebnisse der ersten Testung erst am Mittwochabend vor. Am Morgen hatte bereits die zweite Testung stattgefunden, die beim ersten Mal negativ getestet waren.

Die gesamte Pflegeetage ist seit dem Abend des 31. März isoliert, die einzelnen Bewohner wurden einzeln in ihren Zimmern isoliert. Weiter wurden besondere Hygienemaßnahmen wie das Tragen von Schutzkleidung und Schutzmasken sowie eine angepasste Personaleinsatzplanung umgesetzt.

Bereits seit dem 13. März gilt im City-Wohnpark zur Corona-Prävention ein Betretungsverbot. Darüber hinaus wurden intern Einschränkungen wie z. B. die Absage von Gemeinschaftsveranstaltungen umgesetzt.

Besonders für die Bewohner der Pflegeetage bedeutet diese Isolierung eine extreme Belastung. Um gerade bei dem schönen Wetter und auch den bevorstehenden Ostertagen ein wenig Normalität in den Alltag zu bringen, haben die Einrichtungsleitung, Maria Rengers, und die Pflegedienstleitung, Melissa Siemers, mit den Mitarbeitern einige Aktionen auf den Weg gebracht. So wurde gegrillt, und die Würstchen den Bewohnern in die Zimmer gebracht, weitere Musiker haben sich angekündigt, vor der Einrichtung zu spielen. Für die Terrasse wurde ein Plan erarbeitet, dass diese, unter Berücksichtigung der Isolierungsvorschriften, einzeln genutzt werden kann.

Eine Problematik sehen die Verantwortlichen des Caritasverbandes nach wie vor bei der Versorgung mit Schutzkleidung und entsprechender Ausrüstung. Trotz intensiver Bemühungen stellt sich ein Bezug von Schutzausrüstung weiterhin als schwierig dar. Glücklicherweise ist die Versorgung für die Pflegeetage des City-Wohnparks aktuell sichergestellt.

Zwar wurden dankenswerterweise über den Kreis Borken einfache Mundschutze, Handschuhe und Desinfektionsmittel an die Einrichtungen verteilt, aber es fehlen immer noch spezielle Masken und Schutzkleidung, da Lieferungen an Flughäfen und beim Zoll hängen bleiben.

Besonders danken die Verantwortlichen des Caritasverbandes den Helfern und Spendern aus Gronau und Umgebung. Neben Masken und auch Schutzausrüstung gab es auch Süßigkeiten oder Pizza, des benachbarten Lieferanten. „Auch dieses hilft den Mitarbeitern, unter diesen schwierigen Umständen weiterhin eine sehr gute Arbeit zu leisten.“

Dass sie nicht alleine sind, erfahren die Bewohner des City-Wohnparks in diesen schweren Tagen der Isolation immer wieder und sind dafür sehr dankbar. Johannes Siewecke und Marta Szöcs gaben schon zwei Konzerte vor den Fenstern der Einrichtung, maßen jedoch vorher augenzwinkernd ganz penibel mit einem Zollstock den Sicherheitsabstand. Auf Panflöte und Gitarre begleiteten sie bekannte Lieder wie „Freude schöner Götterfunken“ oder „Tulpen aus Amsterdam“. Alle waren zum Mitsingen eingeladen, ein willkommener Moment der Ablenkung von den gegenwärtigen Sorgen.

Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter kümmern sich, so der City-Wohnpark, liebevoll und mitfühlend um die Bewohner. Regelmäßig kommen Brigitte van der Heide und Heidi Groß zu Besuch und haben Zeit für einen Plausch zwischen Parkplatz und Fenster. Brigitte van der Heide und ihr Mann Luk versorgen die Bewohner regelmäßig mit frischen Blumen, die sie vor der Tür der Einrichtung ablegen.

Am Samstagnachmittag werden die „Evergreens“ ein Konzert für die Senioren geben. So viel Anteilnahme rührt die Bewohner und auch die Mitarbeiter.

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