Immer mehr Maschinen bleiben wegen Corona am Boden
Neue Flugzeug-Parkplätze auf dem Airport Twente

Enschede -

Früher starteten und landeten auf dem Flughafen Twente Militärmaschinen, außerdem gab es einige Linienflüge. Das ist vorbei - do h die drei Kilometer lange Start- und Landebahn wird immer noch gebraucht. Für Maschinen, die ihren letzten Flug machen, weil sie ausgeschlachtet werden. Für Geschäftsflugzeuge. Und demnächst für Flugzeuge, bei denen die Besitzer während der Corona-Pandemie nicht wissen, wohin damit . . .

Freitag, 10.04.2020, 06:41 Uhr aktualisiert: 10.04.2020, 18:28 Uhr
Beim Flugzeug-Demontierer AELS auf dem Airport-Gelände stehen fast ständig Maschinen, die zerlegt werden.
Beim Flugzeug-Demontierer AELS auf dem Airport-Gelände stehen fast ständig Maschinen, die zerlegt werden. Foto: Martin Borck

Der Flugverkehr ist in Folge der Corona-Krise auf ein Minimum zusammengeschrumpft, die Fluggesellschaften suchen derzeit Parkplätze für ihre Maschinen. Denn nicht auf jedem Flughafen gibt es ausreichend Platz, die Flugzeuge abzustellen. Der Twente Airport in Enschede bietet den Gesellschaften eine Lösung – sogar mit ermäßigtem Tarif, wie der Flughafen auf seiner Homepage schreibt. Darüber hinaus bietet der Flughafen Hilfe für Wartungsarbeiten an. Fünf Extra-Parkplätze werden dafür auf dem Gelände des Flughafens eingerichtet.

Der Flughafen hat bereits 17 Abstellplätze, sieben für kleinere Maschinen wie den Airbus A320 und zehn für größere wie die Boeing 737. Die fünf neuen Plätze, die derzeit angelegt werden, erfordern eine Investition in Höhe von einer Million Euro. Da die schweren Maschinen längere Zeit auf einem Fleck stehen, muss der Untergrund verstärkt werden. Das wird mit dicken Betonlagen bewerkstelligt. Ende April sollen die ersten beiden neuen Plätze fertig sein, die drei anderem im Laufe des Monats Mai, so Flughafen-Chefin Meiltje de Groot gegenüber dem Twentsche Courant Tubantia.

Sie rechnet damit, dass die Fluggesellschaften durch die Krise Maschinen früher als zunächst geplant aus dem Verkehr nehmen. Außerdem werden geleaste Flugzeuge früher zurückgegeben. Das führt dazu, dass mehr Maschinen umgebaut werden. Und da bieten sich die Möglichkeiten des Airport Twente geradezu an, so de Groot.

Der auf dem Flughafen angesiedelte Betrieb AELS zerlegt ausgediente Flugzeuge und recycelt die Teile. Auch weitere regionale Unternehmen wie Thales der Aeronamics, die schon jetzt im Bereich der Luftfahrt aktiv sind, bieten sich durch die neue Situation Chancen. Für etliche Betriebe der Technology Base, die auf dem Gelände angesiedelt ist, bieten sich Möglichkeiten – ein Impuls für die regionale Wirtschaft – auch für Studenten des in Zwolle angesiedelten Studiengangs Flugzeugmonteur.

Dass es durch das Parkplatz-Angebot zu wesentlich mehr Flugbewegungen über Twente und dem Grenzraum kommt, glaubt de Groot übrigens nicht. Die Maschinen würden ja jeweils Wochen oder gar Monate am Boden stehen. Das bleibe innerhalb der Vorgaben des Flughafenbeschlusses.

Den Airport Twente mit seiner drei Kilometer langen Start- und Landebahn fliegen lediglich Geschäfts- und Privatflugzeuge an. Auch ein Segelflugclub hat dort seinen Sitz. Der militärische Flugbetrieb wurde 2008 eingestellt. Auch für Linienflüge hat der Flughafen keine Genehmigung. In den vergangenen Monaten landeten immer wieder große Passagiermaschinen, die von AELS demontiert werden.

Auf dem weiträumigen Gelände haben sich etliche Betriebe angesiedelt, darunter solche, die Drohnen testen. Auch ein Übungsgelände für Feuerwehr- und Rettungskräfte ist dort zu finden.

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