Ostermarsch-Mahnwache vor der Urananreicherungsanlage
Demonstranten fordern Stilllegung

Gronau -

Etwa 20 Menschen haben an der Mahnwache vor der Urananreicherungsanlage teilgenommen.

Freitag, 10.04.2020, 18:39 Uhr aktualisiert: 13.04.2020, 18:32 Uhr
Die Demonstranten vor der Urananreicherungsanlage.
Die Demonstranten vor der Urananreicherungsanlage. Foto: privat

Besonnen, mit Gesichtsmasken und großem Abstand haben am Karfreitag nach Angaben der Veranstalter rund 20 Mitglieder mehrerer Initiativen und Verbände mit einer Mahnwache vor der Urananreicherungsanlage in Gronau deren sofortige Stilllegung gefordert. Im Rahmen der bundesweiten Osteraktivitäten der Friedensbewegung wurde mit der Aktion auch besonders auf die Schnittmengen der zivilen Nutzung der Atomenergie und der militärischen Atomwaffentechnik hingewiesen.

Die Gronauer Protestaktion ist in diesem Jahr eine der wenigen Ostermarschaktionen, die real und unter freiem Himmel durchgeführt wurde. Der ursprünglich für Karfreitag geplante Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage in Gronau wurde schon im März vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen auf einen noch festzulegenden Termin verschoben. Eine überschaubare Mahnwache ist dann aktuell als eine passendere Aktionsform als ein Ostermarsch mit breiter Beteiligung eingestuft worden, so die Atomkraftgegner in einer Mitteilung. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und das Gronauer Ordnungsamt hätten sich am Donnerstag kooperativ darüber verständigt, dass es bei der Mahnwache zum Schutz vor Infektionsübertragungen wünschenswert wäre, wenn sich sämtliche Teilnehmer mit einer Mund- und Nasenschutzmaske ausstatten. Zudem wurde ein Mindestabstand der Beteiligten von mindestens zwei Metern vereinbart, und es wurde festgelegt, dass die Beteiligung maximal bei 20 Personen liegen sollte.

Einigkeit bestand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass auch in Corona-Zeiten das Recht auf Versammlungsfreiheit nicht beschnitten werden darf, so die Organisatoren der Mahnwache weiter.

Mit einem Modell einer Atombombe wurde symbolisch dargestellt, dass die Zentrifugentechnik, die zur Urananreicherung genutzt wird, auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden kann.

Am Ende der Veranstaltung wurde zum weiteren Engagement für Frieden und Abrüstung aufgerufen. Hierzu gebe es in den Ostertagen, und danach vielfältige Möglichkeiten im Internet. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen habe eine Online-Petition gegen Urananreicherung und Atomwaffen verfasst, die am heimischen Computer unterschrieben werden könne.

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