Sachverständiger erstellt Abnahmegutachten
Sauer-Orgel von der Windlade bis zu den Pfeifen geprüft

Gronau -

Die Sauer-Orgel in der Ev. Stadtkirche ist seit zwei Monaten fertiggestellt, und die Abnahme ist laut Orgelverordnung der Ev. Landeskirche von Westfalen der letzte amtliche Schritt, um die Arbeiten als abgeschlossen zu betrachten. Dazu nahm am Freitag der Orgelsachverständige der Ev. Kirche von Westfalen das Instrument unter die Lupe.

Samstag, 09.05.2020, 10:59 Uhr
Der Orgelsachverständige Michael Goede an der Sauer-Orgel in der Ev. Stadtkirche.
Der Orgelsachverständige Michael Goede an der Sauer-Orgel in der Ev. Stadtkirche. Foto: Martin Borck

Für Michael Goede ist die Abnahme in der Ev. Stadtkirche die letzte Aufgabe als Orgelsachverständiger der Ev. Landeskirche von Westfalen. Er ist mittlerweile in Mecklenburg-Vorpommern als Kantor tätig. Das arbeitsintensive Projekt Sauer-Orgel jedoch hat er angefangen – und will es auch zu Ende führen. Schließlich, so sagt Gronaus Kantor Tamas Szöcs , habe Goede mal gestöhnt, niemand habe ihm so viel Papier beschert wie eben Szöcs, der das denkmalgeschützte Instrument von Dortmund-Dorstfeld nach Gronau holte.

Die Denkmalbehörde ist denn auch ein Adressat, der am Urteil des Orgelsachverständigen interessiert ist. Goede wird sowohl dem Amt als auch der Gemeinde- und Kirchenleitung das Abnahmegutachten vorlegen.

Doch vor dem Schreibkram muss Goede die Sauer-Orgel begutachten. „Ich kenne die Orgel ja nur wenig“, sagt er am Freitagnachmittag. „Deshalb werde ich jetzt erst einmal ausprobieren, wie sie sich spielt.“ Anschließend, so kündigt er an, wird er sich mit Orgelbaumeister Konrad Scheffler in das Instrument begeben und prüfen, ob auch alle vertraglich vereinbarten Arbeiten durchgeführt worden sind. Dazu gehört, jede der gut 2200 Pfeifen der 40 Register einmal anzuspielen.

Ein Kollege von ihm geht sogar noch weiter und prüft die Intonation aller Pfeifen elektronisch auf ihr Obertonspektrum. „Das tue ich aber nicht“, sagt Goede im Gespräch mir den WN. Er verlässt sich lieber auf sein geschultes Gehör. „Das Ohr hört sich zurecht“, sagt er. Was hilft‘s, wenn zwar das Instrument technisch sauber gestimmt ist, der Klangeindruck aber trotzdem unbefriedigend ist?

Zum Schluss will sich Goede einen Eindruck davon machen, wie die Orgel für die Kirchenbesucher klingt. „Darauf kommt es ja schließlich an.“ Dafür soll Szöcs später in die Tasten greifen und die Pedale betätigen, während sich Goede unten im Kirchenraum befindet.

Gemeinsam mit Scheffler begibt sich Goede auf die Orgelbühne. Nach wenigen Minuten braust der gewaltige Klang des Instruments durch den Raum. Szöcs sowie Vertreter des Presbyteriums, des Orgelbauvereins und der unteren Denkmalbehörde lauschen beeindruckt.

Goedes Gutachten wird dem riesigen Packen Papier, der im Zusammenhang mit der Orgelumsiedlung beschrieben worden ist, einige Seiten hinzufügen. Und dann ist das Kapitel Orgelsachverständiger für ihn abgeschlossen.

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