Aktionskreis Pater Beda bittet um Spenden für Lebensmittelpakete
Genozid in Brasilien befürchtet

Gronau/Bardel -

Der Aktionskreis Pater Beda warnt vor einem Genozid in Brasilien. Das Coronavirus spalte das Land in eine moderne Form von „Herren und Sklaven“, sagt der Geschäftsführer des Aktionskreises Pater Beda, Udo Lohoff.

Dienstag, 12.05.2020, 17:52 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 17:12 Uhr
Besonders bei den armen Bevölkerungsgruppen in Brasilien wirkt sich die Corona-Pandemie mit existenziellen Nöten aus. Der Aktionskreis Pater Beda will in der Situation helfen.
Besonders bei den armen Bevölkerungsgruppen in Brasilien wirkt sich die Corona-Pandemie mit existenziellen Nöten aus. Der Aktionskreis Pater Beda will in der Situation helfen. Foto: Aktionskreis Pater Beda

„Während die Mittel- und Oberschicht mit Korsos in großen Autos und SUVs für die Rückkehr zu den Werkbänken der Fabriken demonstriert, müssen sich die einfachen Arbeiter und Tagelöhner ungeschützt und ohne den nötigen Abstand mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. Das wird zu einer großen Verbreitung des Virus unter der armen Bevölkerung führen.“

Bereits über 10 000 Menschen sind seit dem Ausbruch von Covid-19 in Brasilien Ende Februar am Virus verstorben. „Es ist von einer weitaus höheren Dunkelziffer auszugehen“, befürchtet Udo Lohoff .

Die Aufforderung, zum Schutz der Gesundheit zu Hause zu bleiben, bedeutet für sehr viele Familien den Verlust der Einnahmequellen und damit Hunger, schreibt der Aktionskreis.

Es kommt auf jeden Tag an

Die Hälfte der Bevölkerung Brasiliens hat keine reguläre Arbeit, keinen Arbeitsvertrag oder eine andere Absicherung. Mit rund 110 Euro pro Monat und Person will der brasilianische Staat nun die Bevölkerung unterstützen. „Damit könnten dann auch die Armen zuhause bleiben und sich mit dem Nötigsten versorgen, aber die Umsetzung des Programms läuft nicht richtig an. Dabei kommt es auf jeden Tag an“, berichtet Udo Lohoff.

„Die Lage ist ziemlich ernst. Wir sind sehr beunruhigt, vor allem weil sich viele Menschen des Ernstes der Situation noch nicht bewusst sind. Nicht einmal der Präsident Brasiliens“, berichtet auch Pater Márcio Rodrigues, Leiter des Menschenrechtszentrums der Diözese von Nova Iguaçu im Bundesstaat Rio de Janeiro.

Der Aktionskreis Pater Beda bittet deshalb weiter um Spenden für Lebensmittelpakete. Diese werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von mittlerweile 30 Partnerinstitutionen zu den Familien gebracht, um diese zu unterstützen. Jedes dieser Pakete kostet umgerechnet rund 30 Euro.

Spendenkonto: DKM - Darlehenskasse Münster, IBAN: DE51400602650022444200,BIC: GENODEM1DKM, Stichwort: Cestas Basicas

 

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