Appell des Umweltreferenten: Enten nicht füttern
Immense Folgen für Flora und Fauna

Gronau -

Enten oder andere Wasservögel füttern ist doch nicht schlimm – oder etwa doch? Der neue Umweltreferent sieht das Ganze sehr kritisch und macht auf die Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam.

Mittwoch, 27.05.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 27.05.2020, 19:30 Uhr
Entenküken sind besonders süß. Doch tut man den Tieren nichts Gutes, wenn man sie füttert.
Entenküken sind besonders süß. Doch tut man den Tieren nichts Gutes, wenn man sie füttert. Foto: Stadt Gronau

Thomas Kemper , seit Anfang April neuer Umweltreferent der Stadt Gronau, warnt vor der Fütterung von Wasservögeln am Drilandsee und anderen Gewässern. Denn die Folgen für Flora und Fauna sind immens. Nur wenige wissen, was Enten und anderen Wasservögeln droht, wenn sie – auch in guter Absicht – regelmäßig mit Brot gefüttert werden. Für die Vögel lauere eine tödliche Gefahr. In der aktuellen Brutsaison will der neue Umweltreferent gerade für dieses Thema sensibilisieren.

„Als Familienvater fällt es mir natürlich sehr schwer, wenn ich den Eltern mit Ihren Kindern die negativen Auswirkungen und Folgen für Flora und Fauna erläutere“ bedauert der Referent. „Denn nicht nur die Tiere leiden unter den gut gemeinten Fütterungen. Das übermäßige Füttern schadet nachweislich auch anderen Wasservögeln, der Wasserqualität, den Fischen sowie den Unterwasserpflanzen. Das Brot quillt im Magen der Tiere aufgrund der schwer verträglichen Salze auf und bewirkt eine übermäßige Verfettung. Futterreste, die nicht direkt verwertet werden, wirken sich negativ auf die Wasserqualität aus und zehren im erheblichen Maße Sauerstoff. Durch die Freigabe von überzähligen Nährstoffen und die Verringerung des Sauerstoffgehaltes wird das Algenwachstum in den Gewässern stark begünstigt.“ Im Extremfall komme es infolge von Sauerstoffmangel sogar zum Fischsterben. „Gewässer sind bedroht, ökologisch umzukippen“, weiß der Umweltreferent.

Das Brot quillt im Magen der Tiere aufgrund der schwer verträglichen Salze auf und bewirkt eine übermäßige Verfettung.

Thomas Kemper

„Die natürliche Nahrung der Enten und Gänse besteht so ziemlich aus allem, was ihnen vor den Schnabel kommt. Neben Pflanzen, Früchten und Samen wird auch tierische Kost wie etwa Insekten, Froschlaich, Kaulquappen, Würmer und Schnecken nicht verschont. Daher bedarf es grundsätzlich nicht der Zufütterung – auch und gerade bei jahreszeitlich bedingtem, knappen Nahrungsangebot. Denn dieses führt zur natürlichen Selektion – ganz wesentlich für den gesunden Fortbestand der jeweiligen Artgruppen“, führt Thomas Kemper weiter aus.

So wohlmeinend solche Vogelfütterung auch gemeint sein mag, eher abschreckend sei die Tatsache, dass mit den Futterresten auch Ratten angezogen werden. „Ratten vermehren sich im direkten Umfeld. Selbst tagsüber haben sie inzwischen keine Scheu, sich beispielsweise an der Dinkelumflut zu zeigen“, weist Thomas Kemper auf die massiven Folgen der Fütterung von Wasservögeln hin. Daher sein dringender Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: „Bitte lassen Sie den gesunden Menschenverstand walten und unterlassen Sie die Fütterung von Wasservögeln!“

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