Arbeitskreis will historische Bausubstanz bewahren
Drilandmuseum soll erhalten bleiben

Gronau -

Der Arbeitskreis „Ortsbild und Denkmalpflege“ setzt sich seit längerem für den Erhalt der verbliebenen Substanz des historischen Rathauses am Rathausturm ein. Damit verbunden sind prägende Eindrücke der Fassade für das Stadtbild.

Freitag, 05.06.2020, 10:38 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 11:00 Uhr
Ein bisschen historische Bausubstanz ist vom Alten Rathaus noch übrig. Diese möchte der Arbeitskreis erhalten.
Ein bisschen historische Bausubstanz ist vom Alten Rathaus noch übrig. Diese möchte der Arbeitskreis erhalten. Foto: AK Ortsbild- und Denkmalpflege

Der Arbeitskreis „Ortsbild- und Denkmalpflege“, in dem die Heimatvereine Gronau und Epe sowie der Bürgerverein Dinkelaue zusammenarbeiten, setzt sich seit Längerem für den Erhalt der verbliebenen Substanz des historischen Rathauses am Rathausturm in der Bahnhofstraße ein. Dies geschieht in dem Bewusstsein, dass dieses über 110 Jahre alte Gebäude für die Bürger Gronaus nicht nur die Keimzelle der 1898 eingesetzten Stadt bildete, sondern auch nach Zerstörung der das Stadtbild prägenden Fassade im Jahr 1945 weiterhin wichtige Einrichtungen der Stadtverwaltung beherbergte. Erst in diesem Jahr noch stellte der Bürgermeister das Gebäude, heute das Drilandmuseum der Stadt Gronau, als „das schönste Rathaus im Land“ in einen landesweiten Wettbewerb, für das viele Gronauer ihre Stimme einreichten.

Nun soll das historische Nebengebäude hinter dem Rathausturm, welches einen hohen Zeugniswert der Stadtgeschichte besitzt, abgerissen werden. Dieses besteht, hinter einer an das alte Rathaus erinnernden Fassade, aus einem Verwaltungsbau für das Baudezernat und dem Standesamt der Stadt. Daneben sollen sich, geschmückt mit dem dann verlagerten historischen Säuleneingang des alten Gebäudes, das Stadtarchiv und das Drilandmuseum ein- oder angliedern. Diese Pläne fanden in der jüngsten Ratssitzung offensichtlich große Zustimmung. Auch den Arbeitskreis konnten wesentliche Teile dieses Entwurfs überzeugen, zumal man hier dem Platzbedarf der Kultureinrichtungen Stadtarchiv, Drilandmuseum und Heimatverein gerecht wurde. Einzig die Unterbringung des Museums im Dachgeschoss des Seitenflügels beurteilt der Arbeitskreis als deplatziert.

Historisches bewahren

Schaut man sich den Entwurf allerdings genauer an, fällt im Bereich des jetzigen Drilandmuseums auf, dass es weniger dem neuen Rathaus als vielmehr der dinkelseitigen Erweiterung der benachbarten Gastronomie weichen soll. Damit wird deutlich, dass die Forderung des Arbeitskreises nach einem Erhalt der historischen Substanz zwar durchaus mit den Plänen für ein neues Rathaus in der Bahnhofstraße vereinbar wäre, kaum aber mit dem avisierten Ausbau der Gastronomie. Inwieweit unter Berücksichtigung auch dieser Interessen ein Zusammengehen von Alt und Neu möglich ist, muss hinterfragt und überprüft werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Arbeitskreises.

Dieser verweist mit Nachdruck auf sein ursprüngliches Konzept, den historischen Bau und das Drilandmuseum zu erhalten, den seitens der Stadt lange zurückgestellten Lückenschluss zwischen Turm und Museum herzustellen und diesen Bereich mit einer „historisierenden Fassade“ zur Bahnhofstraße hin abzuschließen. Auch diese Vorgehensweise würde hinreichend angrenzenden Raum für die Gestaltung städtischer Verwaltungserfordernisse und deren Platzbedarf bieten. Die Berücksichtigung und der Ausbau des historischen Bestands biete zudem die Möglichkeit, den erheblichen Aufwand für die Schließung und alternative Unterbringung des Drilandmuseums, für den Abriss und die Entfernung der historischen Gebäudeteile und die Neugestaltung speziell dieser Fläche einzusparen.

Dieses Konzept hat der Arbeitskreis zunächst den Fraktionen im Gronauer Rat zugestellt, eine Präsentation vor den Parteivertretern wird am kommenden Dienstag (9. Juni) stattfinden. Bei dieser Gelegenheit soll auch deutlich gemacht werden, wie wichtig vor dem Hintergrund der bedeutenden Funde in der „Hertie-Grube“ ein bestehendes Museum und dessen Auftrag ist. Die Option, an dieser Stelle historisches zu bewahren und gleichzeitig den aktuellen Anforderungen aus Geschichte und Gegenwart gerecht zu werden, soll nach Auffassung des Arbeitskreises nicht achtlos aus der Hand gelegt werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7436591?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Nachrichten-Ticker