Jugendamt informiert im Ausschuss über Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeit
Viele kreative Lösungen gefunden

Gronau -

Wenn etwa Familien Probleme haben, um die sich das Jugendamt oder andere Träger kümmern, verschwinden die nicht, weil es eine Pandemie gibt. Im Gegenteil: Mitunter steigt der Umfang der Aufgaben. Das erfordert viel Kreativität. erfuhren jetzt die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses.

Donnerstag, 04.06.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 04.06.2020, 17:46 Uhr
Das Jugendamt und viele andere Träger der Jugendhilfe haben auch in Corona-Zeiten eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen. Wie das bislang gelungen ist, erfuhren jetzt die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke
Das Jugendamt und viele andere Träger der Jugendhilfe haben auch in Corona-Zeiten eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen. Wie das bislang gelungen ist, erfuhren jetzt die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die Situation der Kinder und Jugendlichen in Gronau ausgewirkt? Diese Frage ist auf Antrag der Fraktion Pro Bürgerschaft/Piraten im Jugendhilfeausschuss diskutiert worden.

Die Verwaltung stellte dabei zunächst fest, dass die Pandemie den Fachdienst Kinder, Jugend und Familie fast täglich vor neue Herausforderungen stelle und gestellt habe. „Wir mussten jeweils schnell handeln. Dabei ging es zum einen um die Umsetzung der jeweiligen Schutzvorschriften und zum anderen darum, einen Totalausfall der jugendamtlichen Betreuung zu verhindern“, heißt es dazu in der Sachdarstellung. Zudem musste die Zusammenarbeit während der Krise mit weiteren externen Trägern der Jugendhilfe abgestimmt werden. „Dafür war durchaus Kreativität gefordert“.

Video- oder Telefonkonferenzen seien vereinbart worden, um den fachlichen Austausch sicherzustellen. Jeweils fallbezogen sei überlegt worden, welche Form der Kontaktaufnahme zu den zu betreuenden Familien – über Telefon oder Skype bis hin zu notwendigen Hausbesuchen – in der jeweiligen Situation zielführend sei.

In der Vorlage heißt es weiter, dass durch die Corona-Krise die inhaltliche Aufgabe für die Mitarbeiter „durchaus gewachsen“ sei. „Wir mussten gerade zu Anfang uns vermehrt um gesundheitliche und existenzielle Ängste kümmern bis hin zu emotionaler Unterstützung.“ Vielfach musste zudem Aufklärungsarbeit rund um die Erfordernisse im Zusammenhang mit der Pandemie geleistet werden. „Viele Träger haben dafür sehr kreative Wege gefunden, um über die Form der Unterstützung mit Beratungsangeboten und Telefonhotlines für die Krisenzeit zu informieren“. Die so entwickelten Handlungsstrategien taugten durchaus auch für die zukünftige Arbeit nach der Krise.

Insgesamt zeige sich, dass „die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Betreuungsangebote in Kitas, Tagespflege und Schulen“ eine sehr gute Basis sei, um die Aufgaben auch unter „diesen besonderen Bedingungen“ erfüllen zu können. „Es gibt unterschiedliche Nöte und Bedürfnisse von Kindern und Erziehungsberechtigten, denen jeweils fachgerecht begegnet werden muss“, gab die Vorlage einen Einblick in das breite Spektrum der sozialen Arbeit.

Weitere Stichworte seien etwa Vormundschaften, der Pflegekinderdienst, Jugendhilfe im Strafverfahren, der Allgemeine Soziale Dienst oder die Vielzahl der Beratungsstellen zu unterschiedlichen Fragestellungen.

„Für das Jugendamt der Stadt Gronau war und ist die Bewältigung der Corona-Krise eine arbeitsintensive aber auch erkenntnisreiche Zeit, in der oftmals sehr kurzfristig neue Lösungswege mit den unterschiedlichen Akteuren abgestimmt und auf kurzen Dienstwegen umgesetzt werden mussten, so das vorläufige Fazit des Jugendamtes.

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