Weihnachtsbeleuchtung
Neues Konzept für Lichterglanz

Gronau -

Wer denkt denn im Juni an Weihnachtsbeleuchtung? Lokalpolitiker zum Beispiel und Kaufleute, die bislang in Eigenregie für den Lichterglanz in der Adventszeit zuständig waren. Dies könnte sich nun ändern.

Montag, 08.06.2020, 07:37 Uhr aktualisiert: 08.06.2020, 18:28 Uhr
Bisher waren es immer der Vorstand des Cityrings und Sponsorenvertreter von den Stadtwerken und der Volksbank, die symbolisch die Weihnachtsbeleuchtung „angeknipst“ haben. Doch diese Zuständigkeit könnte sich bald ändern.
Bisher waren es immer der Vorstand des Cityrings und Sponsorenvertreter von den Stadtwerken und der Volksbank, die symbolisch die Weihnachtsbeleuchtung „angeknipst“ haben. Doch diese Zuständigkeit könnte sich bald ändern. Foto: Guido Kratzke

Es mag angesichts lauer Sommerabende und Urlaubsstimmung komisch anmuten, es ist aber ein aktuelles Thema, das jetzt geregelt werden muss: Die Weihnachtsbeleuchtung in den Ortskernen von Gronau und Epe .

Bislang war die feierliche Illumination in den Ortsmitten rund um das Weihnachtsfest quasi eine Privatangelegenheit der Werbegemeinschaften – mit einer bedingten öffentlichen Unterstützung und nur durch Sponsoring umzusetzen.

Zukünftig, so sieht es eine Vorlage für den Rat vor, die in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses Thema war, sollen nicht mehr die Kaufleute für die Lichtinstallationen verantwortliche sein, sondern die Stadt Gronau, welche ihre Stadtwerke (bislang als Sponsor aktiv) beauftragt, in deren Hände nicht nur die neue Ausstattung, sondern auch Installation und Betrieb liegen.

„Für den Cityring war es immer ein Projekt mit ganz viel Herzblut“, erklärt Vorstand Frank Schulte und begrüßt es zugleich, dass mit der Neugestaltung der Innenstadt auch ein neues Beleuchtungskonzept kommen soll. „Wir haben die alte Anlage vor Ewigkeiten für 60 000 Mark gekauft, eine Umrüstung auf LED war nicht mehr sinnvoll.“ Voller Vorfreude sieht er jetzt einem neuen Konzept entgegen. „Ich kann mir da ganz viel anderes vorstellen als Lichterketten über Straßen“, setzt er auf kreative Ideen bei den Stadtwerken.

„Die Straßen haben wir in den vergangenen Jahren schon nicht mehr überspannt, uns statt dessen auf die Bäume auf dem Kirchplatz und der Merschstraße konzentriert“, blickt Stephan Gründken, der sich bei der Eper Werbegemeinschaft ( EWG ) aktiv um den Auf- und Abbau in den vergangenen Jahren gekümmert hat, auf den schrittweisen Substanzverlust der zur Verfügung stehenden Technik zurück. Vor einigen Jahren haben Vorstandsmitglieder der EWG an mehreren Abenden die Sterne, die an den Laternen befestigt wurden, etwas aufgefrischt und mit LED-Technik versehen. „Aber auch danach kam es immer wieder zu Problemen mit der Technik“, erklärt Gründken, warum auch diese nicht mehr zum Einsatz kommen können.

Das neue Konzept der Stadt sieht vor, dass die Kosten zukünftig von der Allgemeinheit übernommen werden, da kein privater Träger mehr dazu bereit oder in der Lage ist, die Kosten für die Weihnachtsbeleuchtung zu übernehmen. Die technische Organisation und die Durchführung soll an die Stadtwerke im Rahmen des Straßenbeleuchtungsvertrages weitergegeben werden. Dafür will die Stadt eine Pauschale entrichten.

Zu klären sind aktuell noch die Qualitätsanforderungen der Stadt als Auftraggeber, der Umfang der zukünftigen Weihnachtsbeleuchtung und die Art der Umsetzung, die sich in Gronau beispielsweise am Fortschreiten der Sanierung orientieren könnte. Zudem muss noch geschaut werden, wie Übergangslösungen aussehen könnten und wie ortsteilspezifisch unterschiedlich die Lösungen für Gronau und Epe aussehen könnten.

Eine besondere Herausforderung liegt noch bei den Kosten und der Angebotskalkulation der Stadtwerke. Dabei muss darauf geachtet werden, dass es sich nicht um eine verdeckte Gewinnausschüttung handeln darf. Denn dann würde die festliche Stimmung der neuen Weihnachtsbeleuchtung durch das Finanzamt getrübt.

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