Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner
Auch dressierte Fledermäuse oder Meisen wären keine Hilfe

Gronau -

Was kann man tun gegen den Eichenprozessionsspinner? Da gibt es viele Ansätze, aber offenbar wenig Hilfreiches. Man muss aber am Ball bleiben, sagt Experte Jürgen Busch.

Donnerstag, 11.06.2020, 11:59 Uhr aktualisiert: 12.06.2020, 09:58 Uhr
Der Eichenprozessionsspinner wird wohl auch in den kommenden Jahren ein Problem bleiben.
Der Eichenprozessionsspinner wird wohl auch in den kommenden Jahren ein Problem bleiben. Foto: Frank Zimmermann

Dressierte Meisen? Oder Fledermäuse? Können die Tiere der Plage m Eichenprozessionsspinner Herr werden? Oder helfen die Fallen am besten?

Für Jürgen Busch ist es wichtig „aktiv im Kampf gegen die Raupe zu bleiben.“ Es müsse agiert und nicht reagiert werden, betont der Gärtner aus Alstätte, der sich in diesen Tagen und Wochen intensiv dieser Arbeit zuwendet. Oder zuwenden muss.

„Wir können noch nicht abschätzen, ob es ein vermehrtes Aufkommen im Vergleich zu den Vorjahren gibt. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.“

Schwächen der Maßnahmen

Nach Buschs Erfahrung zeigt die rechtzeitige Prophylaxe mit biologischen Mitteln durchaus Erfolge. „Aber es wird nicht gelingen, die Raupe endgültig zu besiegen.“ Bislang werde der Spinner im wesentlichen auf Eichen an öffentlichen Flächen bekämpft – Spielplätzen oder Schulhöfen etwa. „Das kostet schon sehr viel Geld.“ Daneben gebe es viele andere befallene Eichen, auf privaten Flächen, irgendwo vereinzelt oder in Wäldern, bei denen auch aus Kostengründen nichts passiere. Oder weil das Aufstellen von Warnhinweisen ausreichend ist.

Die Bekämpfung an sich grenze schon ein bisschen an „Philosophie“. Natürlich würden Meisen oder Fledermäuse auch Eichenprozessionsspinner fressen – aber eben nicht nur. Da es „bestimmt Trilliarden“ von den Raupen gebe, „und dazu vergleichsweise wenig Meisen oder Fledermäuse“, sei der Fressverlust auf die Population eher zu vernachlässigen. Auch die Fallen verfehlen nach Busch Beobachtungen ihre Wirkung. „Es mag sein, dass eine erste Kolonne der Raupen kleben bleibt, aber die übrigen ziehen dann über diese einfach weiter.“ Der Eichenprozessionsspinner werde wohl auch in den nächsten Jahren ein Problem sein.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner auch 2020 wieder breit aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
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