Verwirrung um die politische Zukunft von Ratsherr Stephan Strestik
Als Grüner Pirat künftig für die UWG

Gronau -

Verwirrung ist ob der politischen Zukunft von Stephan Strestik entstanden. Der Ratsherr für die Piraten ist Mitglied der Grünen und steht auf der Liste der UWG für die September-Wahl. Für ihn kein Problem.

Mittwoch, 10.06.2020, 18:59 Uhr aktualisiert: 11.06.2020, 12:20 Uhr
Stephan Strestik ist aktuell Ratsherr für die Piraten.
Stephan Strestik ist aktuell Ratsherr für die Piraten. Foto: kw

Mitglied bei den Grünen zu sein, aber in Gronau als Kandidat der UWG für die Kommunalwahl antreten? Für Stephan Strestik (bisher Piraten-Partei) offenbar kein Problem.

Schon in der Vergangenheit war er politisch flexibel: Im aktuellen Gronauer Rat bildet er mit Herbert Krause (Pro Bürgerschaft) die Fraktion Pro Bürgerschaft/Piraten, im Borkener Kreistag zusammen mit der Linken eine Gruppe. Zukünftig sieht Strestik seine politische Heimat bei den Grünen, will sich aber politisch in erster Linie auf lokaler Ebene für die UWG engagieren. Dort steht er auf Platz vier der Reserveliste. Ein Widerspruch? Für Strestik nicht.

„Es ist im Grunde ganz einfach“, so Strestik auf Anfrage der WN-Redaktion. Die Entwicklungen seien „nur mehr oder weniger gleichzeitig“ gelaufen, „deswegen irritierend, aber im Kern simpel!“

Strestik: „Wir wollten uns die Grünen mal genau angucken im Kreis und um auch an der Kreismitgliederversammlung teilnehmen zu können, sind wir Mitglied geworden. Piraten-Kernthemen sind Landes- und Bundespolitik, da sind uns die Grünen noch die Liebsten. Wir haben das auch immer transparent gegenüber allen gesagt, dass wir uns Grüne und UWG angucken, die Linke kennen wir ja.“

Kommunalpolitisch sei die Entscheidung jetzt gefallen, so Strestik weiter: „Mit der UWG in Gronau hat es sehr gut gepasst, einige Mitglieder kannten wir ja schon und die Versammlung in der Concordia war wirklich toll, also das steht fest. Franz Küstner, Marcus Schreck und ich werden mit und für die UWG in den Kommunalwahlkampf ziehen. Mit den Grünen im Kreis haben wir ja schon viel inhaltlich zusammengearbeitet, in Gronau kam das eher nicht infrage. Es gibt im Kreis aber auch noch mehr (Ex-)Piraten, und die werde ich auf dem weiteren Weg sicher auch weiterhin begleiten und bis zum Sommer, wenn der Wahlkampf losgeht, sicher hier und dort auftauchen“ macht er deutlich.

Strestik kann für sich unter einen Hut bringen, kommunal in der UWG vor Ort in Gronau zu arbeiten, auf Kreisebene aber gleichzeitig als Sachkundiger Bürger politisch aktiv zu sein: „Ich denke, das ist kein Widerspruch.“ In Zukunft soll die UWG sein Zuhause sein. Auf die Frage, ob für ihn eine Mitarbeit bei den Grünen auf Kreisebene als Sachkundiger Bürger denkbar sei, hatte er vor der Kreismitgliederversammlung in Südlohn noch geantwortet, „dass ich das nicht haben muss und anstrebe, es aber auch infrage kommt“. Gegenüber den WN hat er es jetzt noch konkreter formuliert: „Als UWGler­ ein Grüner Sachkundiger Bürger zu sein, wäre schon ungewöhnlich, aber wenn meine Mitarbeit gewollt ist und die Heim-Mannschaft das mitträgt, ist vieles möglich.“ Immerhin seien die Piraten ja angetreten, um Dinge anders zu machen.

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