Gemeinsames Projekt des Kreises Borken und der Stadt Gronau
Biologische Vielfalt der Dinkel weiter verbessert

Gronau/Kreis Borken -

Die Dinkel wird Stück für Stück renaturiert. So soll wieder mehr Lebensraum etwa für bedrohte Insekten, Fische oder andere Lebewesen geschaffen werden.

Montag, 22.06.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 16:04 Uhr
Die Renaturierung der Dinkel auf Gronauer Gebiet: zentrale Maßnahmen sind jetzt abgeschlossen. Der Kreis Borken und die Stadt Gronau bitten darum, die Betretungsverbote zu beachten.
Die Renaturierung der Dinkel auf Gronauer Gebiet: zentrale Maßnahmen sind jetzt abgeschlossen. Der Kreis Borken und die Stadt Gronau bitten darum, die Betretungsverbote zu beachten. Foto: Kreis Borken

Auf dem Gebiet der Stadt Gronau sind jetzt sechs Maßnahmen im Rahmen der laufenden „Dinkelrenaturierung“ in vier verschiedenen Bereichen des Flusslaufs behördlich geprüft und abgenommen worden. Übergreifendes Ziel dieser Renaturierungsvorhaben sei es, in der Dinkel und in deren Uferzonen möglichst naturnahe Lebensräume wiederherzustellen, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Die aktuell ausgeführten Maßnahmen im und am Fluss befinden sich in Epe zwischen der Ortsgrenze zu Nienborg und dem Alfert­ring am Freibad in Epe.

Drei Bereiche stehen im Eigentum der Stadt Gronau und ein weiterer befindet sich auf Flächen der „Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken“. Die Maßnahmen sind Teil des Umsetzungsfahrplans der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Durch die enge Kooperation der „Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken“ und der Stadt Gronau konnten die Projekte zügig und reibungslos umgesetzt werden, erläutert Stefan Kranz vom Fachbereich Natur und Umwelt der Kreisverwaltung Borken.

Auf den Flächen der „Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken“ wurde an einigen Stellen Totholz eingebaut, um die biologische Vielfalt der Dinkel zu verbessern. Totholz bietet vielen Fischen und deren Nährtieren Fluchtplätze, Unterstände und Nahrung. Das Holz wird im Wasser zusätzlich mit Pfählen und Bolzen gesichert, damit es nicht weggeschwemmt werden kann. Es wurden sogar Baumstämme und ganze Bäume eingebracht, die als Strömungslenker für die Initiierung der natürlichen Flussdynamik dienen. Zudem sorgt ein geschwungener Gewässerverlauf dort für die Zunahme der Strömungsvielfalt. Dadurch kommt es zum Beispiel zu einem kleinräumig wechselnden Auf- und Abtrag von Sand, Steinen, Kies und Totholz oder auch zu Inselbildungen. Überdies wurden Sekundärauen geschaffen, die als neue Überflutungsräume dienen. Die Zunahme der Strukturvielfalt ermöglicht zahlreichen Pflanzen und Tieren Lebensräume.

Gerade auch dieses Areal mit zurzeit noch großen Sandstreifen am Flussbett findet bei sommerlichen Temperaturen großes Interesse.

Zum Hintergrund: Die Wasserrahmenrichtlinie

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zielt auf die ökologische Verbesserung der Fließgewässer. Konkret geht es um die Wiederherstellung wichtiger Lebensräume für Tiere und Pflanzen, die Verbesserung der Gewässerqualität sowie die Schaffung von natürlichen Hochwasserrückhalteflächen. Der Planungsbereich der sechs Renaturierungsmaßnahmen liegt im Überschwemmungsgebiet der Dinkel, sodass die Umsetzungen sich auch positiv auf den Hochwasserschutz auswirken. Bei der Dinkelrenaturierung geht es um Maßnahmen, wie Herstellung von Sekun­där­auen; Initiierung eigendynamischer Fließgewässerprozesse; Aufweitung des Gerinnes der Dinkel; Einbringung von Totholz; Entwicklung von lebensraumtypischer (Ufer-) Vegetation; Abflachung der Ufer; · Entwicklung von Flachwasserzonen; Anlage eines Nebenarms. Die Baukosten wurden in Höhe von 750 000 bis 800 000 Euro veranschlagt. Das Projekt wird zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert. Im Herbst soll weiteres Totholz eingebaut werden, so dass das Projekt noch nicht abgeschlossen ist. Dafür wurden weitere Fördermittel beantragt

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Dennoch bitten der Kreis Borken und die Stadt Gronau darum, die renaturierten Bereiche nicht zu betreten und nur von außen zu betrachten – Grund dafür: Ein Großteil der Maßnahmenflächen liegt im Naturschutzgebiet „Dinkelaue Gronau-Epe“. Dort leben seltene und gefährdete Vogelarten, die sehr empfindlich auf Störungen reagieren. Für Naturschutzgebiete gilt: Es ist untersagt, diese Flächen zu betreten, dort zu lagern oder womöglich sogar Zelte und Wohnwagen aufzustellen. Ein Betreten ist nur auf eigens dafür ausgewiesenen Wegen gestattet, informiert der Kreis.

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