50 Jahre Ehrenmal der Schützengesellschaft Brook-Spechtholtshook
Gedenken hält Erinnerung wach

Gronau -

Das Jubiläum sollte groß gefeiert werden – seit 50 Jahren steht das Ehrenmal der Schützengesellschaft Brook-Spechtholtshook. Der weiße Obelisk hat einen großen Stellenwert.

Dienstag, 23.06.2020, 07:11 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 16:52 Uhr
Am Denkmal neben dem „Alten Gasthaus Doetkotte“ an der Schwarzenbergstraße 53 legen jährlich die amtierenden Majestäten einen Kranz nieder. Auch im „Corona-Jahr“ hält der Verein das Gedenken aufrecht.
Am Denkmal neben dem „Alten Gasthaus Doetkotte“ an der Schwarzenbergstraße 53 legen jährlich die amtierenden Majestäten einen Kranz nieder. Auch im „Corona-Jahr“ hält der Verein das Gedenken aufrecht. Foto: rdoe

Seit fünf Jahrzehnten gehören Feiern und Gedenken an der Schwarzenbergstraße 53 fest zusammen. Seit Juni 1970 steht das Ehrenmal der Schützengesellschaft Brook-Specht­holtshook direkt neben ihrem Vereinslokal „Altes Gasthaus Doetkotte“. Der weiße Obelisk mit schwarzer Feuerschale und Erinnerungstafel ist zu einem Mittelpunkt des Schützenvereins im Gronauer Stadtwesten geworden. Dafür stellen Gerhard und Elfriede Doetkotte das Grundstück im Brook zur Verfügung.

Geplant war, dem Denkmal einen besonderen Platz beim diesjährigen Schützenfestes zu geben. Doch das Coronavirus hat ebenfalls diesen runden Geburtstag fest im Griff. Auch wenn kein Schützenfest gefeiert werden kann, wurde dennoch am Wochenende dort der Verstorbenen mit einer stillen Kranzniederlegung gedacht.

Eine fester Bestandteil ist das jährliche Niederlegen des Kranzes durch die amtierenden Brooker Majestäten und der Gedenkansprache durch den Vereinspräsidenten. Gustav Lange startete mit dieser Tradition 1970, fortgeführt durch seine Nachfolger Hermann Blömker, Bernhard Diek, Lothar Diek bis hin zum aktuellen Vorsitzenden Rainer Doetkotte. „Die Erinnerung an die dunkelsten Zeiten Deutschlands wach zu halten ist heute nur ein Teil des Andenkens“, macht Präsident Doetkotte deutlich.

Genau am 28. Juni 1970 enthüllten die damaligen Aktiven der Schützengesellschaft das Denkmal unweit der ehemaligen Spinnerei Deutschland. Und auch die Schieferkuhle ist nur einen Steinwurf entfernt. Mit dabei der damalige stellvertretende Bürgermeister Gerhard Gleis-Preister und Pastor Walter Wahlbrink von der damaligen Erlöserkirche sowie Bannerabordnungen der anderen Schützenvereine. An der Einweihung nahmen als erstes Königspaar Heinrich Hofste und Cornelia Miethe teil.

Viele fleißige Vereinsmitglieder hatten den Gedenkstein erbaut. Zunächst musste ein geeigneter Standort in ihrem Vereinsbezirk gefunden werden. Mit dem Wechsel des Vereinslokals im Jahr 1969 von der „Königsbrücke“ an der Herzogstraße zur Gaststätte Doetkotte wurden sie bei Gerhard Doetkotte fündig.

So wird das Ehrenmal mit Blick auf das 100-jährige Vereinsjubiläum 2024 einen besonderen Stellenwert haben. Genau wie bei den vorherigen Jubiläen 1974 (50 Jahre) und ebenfalls im Jahre 1999 (75 Jahre) als ein wichtiger Treffpunkt für die Brooker und ihre Gäste.

Als beliebtes Fotomotiv für die ungezählten könig- und kaiserlichen Throngesellschaften hat sich das Denkmal mit den Jahren entwickelt. Ebenso als Hintergrund für die Übergabe der Tombolapreise nach dem jährlichen Schützenfest. Im vergangenen Jahr traf sich die Brooker Schützenfamilie vor ihrem „Wahrzeichen“ mit Vertretern der Lebenshilfe Gronau. Nach dem Verlust des Wandervogels hatten die Schützen ein Zeichen der Gemeinschaft ausgesandt und dafür ihr Vereinslokal mit dem Denkmal ausgewählt.

Aber auch Tränen sind schon rund um diesen Obelisken geflossen. So wird berichtet, dass ein König Ende der 1990er-Jahre bei der Nachfeier Tränen vergossen habe, weil er seinem Ehrenherr doch eigentlich den Königsschuss tags zuvor nicht wegnehmen wollte. Doch der Holzvogel hielt eben nicht so lange, wie der Schießmeister prophezeite.

Über die Jahrzehnte nahmen immer wieder befreundete Vereine am jährlichen Antreten mit der Kranzniederlegung teil. Viele Jahre davon die Schützenvertreter vom Schöttelkotterhook, Tiekerhook und Eßseite. Nach der Landesgartenschau entwickelten sich zudem freundschaftliche Verbindungen zum niederländischen Nachbarschützenverein Concordia Glane. Auf Initiative des heutigen Ehrenpräsidenten Lothar Diek nehmen die Schützen seit dieser Zeit am Schützenfest und auch beim Antreten und dem Ehrengedenken teil – eine Geste des freundschaftlichen Mitein­anders.

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