Integrationskonferenz
Akteure treffen sich virtuell

Gronau -

Wie kann Integrationsarbeit während der Einschränkungen weiter wirksam geleistet werden? Um dieser Frage nachzugehen, hatten Marijan Renić und Iris Schlautmann zur zweiten kreisweiten Integrationskonferenz eingeladen. Beide führen in ihrer Sprecherfunktion und als Verantwortliche für die Integrationsagenturen der Caritas und des DRK die Interessierten zusammen – virtuell, versteht sich.

Samstag, 27.06.2020, 07:51 Uhr aktualisiert: 27.06.2020, 08:00 Uhr
Nicht persönlich – sondern nur virtuell kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Konferenz zusammen. (Das Bild zeigt nur einen Teil der Teilnehmer.)
Nicht persönlich – sondern nur virtuell kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Konferenz zusammen. (Das Bild zeigt nur einen Teil der Teilnehmer.) Foto: Stadt Gronau

Wie kann Integrationsarbeit während der Einschränkungen weiter wirksam geleistet werden? Um dieser Frage nachzugehen, hatten Marijan Renić und Iris Schlautmann zur zweiten kreisweiten Integrationskonferenz eingeladen. Beide führen in ihrer Sprecherfunktion und als Verantwortliche für die Integrationsagenturen der Caritas und des DRK die Interessierten zusammen – virtuell, versteht sich.

Timo Plaß von „Pari-Sozial Münsterland“ aus Ahaus, referierte als Gast zum Thema „Gegen gewaltbereiten Salafismus – Wegweiser Beratungsstelle – Was ist das? Was hat sie zu bieten?“. Er stellte die Präventionsarbeit hierzu in den Kreisen Borken und Coesfeld dar.

Die Sprachkursträger schilderten anschließend ihre Nöte: Während der Schließung aufgrund der Corona-Pandemie ist viel wertvolle Zeit für die Integration von Zugewanderten verloren gegangen. Christian Kania vom Bildungsträger Geba brachte es auf den Punkt: „Es war vergleichsweise leicht, den Lockdown durchzuführen, umso schwieriger gestaltet sich das Hochfahren der Angebote.“ Man könne nicht einfach da fortfahren, wo vor Monaten plötzlich Schluss war. Dennoch sollen die Integrations- und Sprachkurse in Kürze starten. Das fordert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Viele zugewanderte Menschen benötigen weiterhin Unterstützung, aber die Beratungsstellen arbeiten nur eingeschränkt. Das vormals wichtige Prinzip der niederschwelligen Angebote ist derzeit nicht durchführbar. Statt offener Sprechstunden müssen Termine vereinbart, Anfragen per Telefon, Chat-Programm oder E-Mails bedient werden. Nicht alle Klientinnen und Klienten sind dazu in der Lage. Die Einzelfallberatung ist aufgrund der Hygienevorschriften zudem stark eingeschränkt. Zwar funktioniere die Technik weitestgehend; aber auch die Anfragen stiegen kontinuierlich, so Alicja Szkrabinski von der Beratungsstelle für Erwachsene Zuwanderer der Caritas Borken.

Großveranstaltungen mussten abgesagt, digital umgestaltet oder angepasst werden. Der Integrationsbeauftragte der Stadt Gronau, Ahmet Sezer, berichtete von vielen angedachten und angepassten Kultur- und Kunst-Aktivitäten in der Stadt. Jan Meller von der DRK-Integrationsagentur Gronau, berichtete über seine Arbeit mit Ehrenamtlichen, die froh sind, dass sie sich wieder „real“ engagieren können.

Bei einer bloßen Bestandsaufnahme sollte es bei der Konferenz nicht bleiben. Die Fragen zu den Einschränkungen wurden in drei virtuellen Arbeitskreisen thematisiert, die beim ersten virtuellen Treffen als Herausforderungen benannt wurden: 1. Einsatz von digitaler Technik, 2. künftige Arbeitsabläufe und 3. psychosoziale Unterstützung der Zielgruppe nach dem abrupten Lockdown und den möglichen Folgen. Aus den gesammelten Ergebnissen werde eine lösungsorientierte Aufgabenplanung erstellt, nach Lösungen werde gesucht, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Gronau.

Als zweiter Gast stellte Medienfachmann Carsten Bacher sein Konzept „Zusammen wachsen. Zusammen leben. Bei uns im Kreis Borken. Von der ersten Orientierung bis zur gelebten Integration“ vor. Das Netzwerk will gelebte Integration als Videoprojekt im Rahmen der Interkulturellen Woche 2020 präsentieren. Interviews, Reportagen, Kurzgeschichten und Berichte sollen das vielfältige Leben in einzelnen Clips und einem Gesamtfilm im Kreis Borken festhalten. Dabei sollen auch der Landrat und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu Wort kommen.

Das Netzwerk wächst weiter, stellt sich den Herausforderungen und ist höchst aktiv, heißt es in dem bricht weiter. So sei eine Einladung zum Treffen im September von Ahmet Sezer im „Haus der Begegnung“ in Gronau freudig angenommen worden. Eine weitere virtuelle Konferenz wäre mit den Kompetenzen und Ressourcen des Netzwerks zwar auch mögliche, aber: Real ist natürlich besser!

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