Alle Angebote an einem Ort
Psychologische Familienberatung der Diakonie

Gronau -

Viele Menschen suchen aus persönlichen Gründen Beratung bei der Diakonie. Gerne auch anonym. Mehr als die Hälfte kommt mit einer Beratungszeit von bis zu drei Monaten aus. Andere brauchen aber auch länger als ein halbes Jahr Hilfe.

Mittwoch, 01.07.2020, 17:00 Uhr
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie sind nach eigenem Bekunden stark für andere.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie sind nach eigenem Bekunden stark für andere. Foto: Diakonie

Eigentlich sollte er schon Anfang des Frühjahrs vorliegen, doch coronabedingt wurde die Leistungsbilanz der Familienberatungsstelle in der Hörster Straße 5 erst jetzt veröffentlicht. „Auch 2019 waren Strukturwandel und Anpassungsprozesse ein wichtiges Thema, doch haben sich seit dem Umzug 2018 anderer Dienste sowohl unsere Ratsuchenden, als auch die Fachkräfte in den Teams inzwischen gut auf die vielfältigen Veränderungen einstellen können“, bilanziert Ingo Stein , Leiter der Einrichtung, die Herausforderungen im letzten Jahr.

Nach dem Auszug der AOK konnten zusätzliche Räume für diakonische Arbeitsfelder angemietet werden, sodass nun alle Dienste an einem zentralen Ort erreicht werden können.

Der Blick auf die Statistik der Familienberatung zeigt eine deutliche Steigerung der Beratungsleistungen in der anonymen Fallberatung an (196 abgeschlossene Fälle gegenüber 174 im Vorjahr). Im Bereich Prävention hat sich das Team entschieden, im Berichtsjahr keine kreisweiten Projekte durchzuführen, sondern in Grundschulen vor Ort zwei Projekte „Ich bin ich – Curriculum zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen und zur Gewaltprävention“ und „Konflikte erkennen und lösen – Curriculum zur Förderung schüchterner Schulanfänger und zur Prävention von Mobbing in der Eingangsstufe“ umzusetzen. Als größte Gruppe der Ratsuchenden insgesamt erwiesen sich Menschen, die aufgrund von persönlichen Problemen kamen (94 abgeschlossene Fälle), gefolgt von Fällen mit Partner- (67 Fälle), Familienproblemen (47) oder anderen Beziehungsproblemen (zwölf). Beratungsschwerpunkte in der Familienberatung waren Familien mit Kindern unter 21 Jahren (106) und Familien, die von einer drohenden Trennung/ Scheidung der Eltern betroffen waren (65). Bei den Neuaufnahmen stellten die Ratsuchenden, die innerhalb von 14 Tagen ein Erstgespräch angeboten bekamen (144), unverändert den mit Abstand größten Anteil dar. Bei den abgeschlossenen Fällen benötigte über die Hälfte der Ratsuchenden (105) eine Beratungsdauer von bis zu drei Monaten, 35 eine Beratungsdauer von bis zu sechs Monaten und 56 Ratsuchende eine Begleitung über sechs Monate hinaus.

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es über die Sprechstunden und die Kooperation mit unseren Partnern in Vorschuleinrichtungen und Schulen gelungen ist, auch Familien mit Kindern und Jugendliche zu erreichen, die sonst nur schwer den Zugang zu vorhandenen Unterstützungsangeboten finden“, erläutern Liudmila Hoesch und Nicole Schmitz, Psychologinnen im Team.

Die Familienberatungsstelle bietet in Kitas, in Grundschulen mit Offenem Ganztag und in weiterführenden Schulen regelmäßige offene Sprechstunden an.

 Über die Beratungsarbeit hinaus hat sich die Beratungsstelle auch in anderen Arbeitsfeldern und in der Netzwerkarbeit engagiert. So ist Annette Braune, Familienberaterin und Diakonin im Team, auch Ansprechperson und Kinderschutzfachkraft, die bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung Leitungen und Fachkräfte von Einrichtungen in schwierigen Situationen unterstützt. Sie arbeitet außerdem in der synodalen „Arbeitsgruppe Schutzkonzept“ des Ev. Kirchenkreises mit und wird künftig als Multiplikatorin des Ev. Kirchenkreises Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten begleiten. Zu den Aufgaben der Multiplikatoren gehört auch die Durchführung von Präventionsschulungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Unter Leitung von Ingo Stein, Mitglied des Krisenteams und Ansprechperson im Ev. Kirchenkreis bei Belästigung und sexualisierter Gewalt, fand im Berichtsjahr die Weiterbildung „Kinder- und Jugendarbeit . . . aber sicher! – Gegen sexuelle Übergriffe – für den Schutz von Kindern und Jugendlichen“ für alle haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen im Ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken statt. Stein ist auch Mitglied des Notfallseelsorgeteams des Kreises Borken und arbeitet zusammen mit Polizei, Rettungskräften und Feuerwehr im „Crash-Kurs-Team“ mit bei der Schulung von jungen Fahranfängern zur Unfallprävention in Berufs- und Weiterführenden Schulen.

Infos und Kontakt: E-Mail: biz@dw-st.de ,  02562 701110.

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