RFID-Technik macht‘s möglich
Selbstbedienung in der Stadtbücherei – kinderleicht

Gronau -

RFID-Technik ermöglicht den Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei, Bücher und andere Medien selbst zu buchen. Schlangen am Ausgabeschalter dürften damit bald der Vergangenheit angehören.

Freitag, 10.07.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 10.07.2020, 20:20 Uhr
Stadtbücherei-Leiterin Anne Kammholz mit Marie und Jonas.
Stadtbücherei-Leiterin Anne Kammholz mit Marie und Jonas. Foto: Martin Borck

Selbstbedienung bei der Buchausleihe ist in der Stadtbücherei Gronau und der Nebenstelle in Epe kinderleicht. Marie und Jonas sind der schlagende Beweis: Zusammen mit ihrer Mutter Wiebke Sahle haben sie in der Bücherei an der Parkstraße Hörbücher und andere Medien ausgesucht. „Die drei Fragezeichen“ zum Beispiel. Spannend.

Spannend ist auch das neue Ausleihverfahren. Das geht eins, zwei, drei. Die beiden Kinder gehen mit ihrer Auswahl nicht zu den Mitarbeiterinnen am Ausgabeschalter – sondern zu einem von zwei neuen Terminals. Die Medien auf ein gekennzeichnetes Feld gelegt ist eins. Die Büchereikarte gezückt und vor einen Scanner gehalten ist zwei – und wenige Sekunden später halten die beiden eine ausgedruckte Quittung in den Händen. Drei. Fertig. Sie können ihre Schätze nun nach Hause tragen.

Möglich macht dies das neue Buchungssystem mit der sogenannten RFID-Technik. Alle Medien („fast alle“, schränkt Bücherei-Leiterin Anne Kammholz ein. „Im Sachbuchbereich fehlen noch einige. Auch Spiele und Tonies sind im Augenblick noch ausgeschlossen.“) sind seit September vergangenen Jahres mit einem Transponder-Chip ausgestattet worden. Über den läuft der drahtlose Datenfluss zum Computer.

Dank der Tatsache, dass (Hör-)Bücher, CDs, DVDs und Co. schon einen Barcode hatten, verlief der Prozess geschmeidig. „Die Daten wurden einfach konvertiert“, sagt Anne Kammholz. Dennoch: Der Barcode jedes einzelnen der allein schon rund 75 000 Bücher musste dazu erfasst werden. Die Bücherei-Mitarbeiterinnen haben diese Aufgabe gleich dazu genutzt, um eine Inventur durchzuführen.

Aber zurück zum Terminal: „Fünf Medien kann das Gerät auf einmal erfassen, erläutert Kammholz. „Ab sechs meckert es.“ Auf dem Bildschirm erscheinen in Nullkommanix die Titel – plus die der schon ausgeliehenen Medien samt Rückgabedatum sowie Vormerkungen. Und ausstehende Strafgebühren – falls denn welche aufgelaufen sein sollten.

Derzeit läuft die Rückgabe der Medien noch über die Mitarbeiterinnen. Doch das System ist so angelegt, dass die Kunden auch die Abgabe künftig selbst verbuchen können.

Sich mit nicht erfassten Büchern aus der Bibliothek zu stehlen, ist künftig nicht mehr drin: Am Ausgang stehen (wie in vielen Kaufhäusern) Sicherheitsschleusen. Geht jemand mit einem nicht erfassten Buch dort hindurch, ertönt ein Warnsignal.

Die neue Technik – an deren Kosten sich übrigens die Bezirksregierung beteiligt hat – führt nicht zu einem Abbau des Personals, versichert Anne Kammholz. „Die Mitarbeiterinnen können sich durch die frei werdenden Kapazitäten stärker den Kunden und deren Fragen widmen. Künftig wird es weniger Schlangen vor den Schaltern geben.“ Das Terminal ist auch für fremdsprachige Kunden ausgestattet: Die Anweisungen erfolgen schon auf Französisch, Englisch, Russisch und Türkisch, Niederländisch wird noch installiert.

Während des laufenden Betriebs wurden in den vergangenen Wochen die neuen, erforderlichen Datenleitungen gelegt, und es fand eine Schulung für die Mitarbeiter statt.

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