Jugendzentren teilen sich das Sommerferienprogramm auf
Ruhiger, aber auch intensiver

Gronau -

In den ersten Tagen nach dem Ausbruch der Corona-Welle schien es so, als müsste die Ferienbetreuung komplett eingestampft werden. Dann kamen die ersten Lockerungen – und mit ihnen die Hoffnung, vielleicht doch noch in irgendeiner Form ein Programm für Kinder anbieten zu können.

Donnerstag, 16.07.2020, 07:05 Uhr aktualisiert: 16.07.2020, 07:20 Uhr
Je nach Stimmung können die Gruppen sich für verschiedene Angebote entscheiden.
Je nach Stimmung können die Gruppen sich für verschiedene Angebote entscheiden. Foto: Bernd Schäfer

In den ersten Tagen nach dem Ausbruch der Corona-Welle schien es so, als müsste die Ferienbetreuung komplett eingestampft werden. Dann kamen die ersten Lockerungen – und mit ihnen die Hoffnung, vielleicht doch noch in irgendeiner Form ein Programm für Kinder anbieten zu können. „Die Kinder haben wochenlang zuhause gesessen und nicht mit anderen spielen können – das war lang genug“, beschreibt Torsten Radau einen der Gründe, warum er und sein Team vom städtischen Jugendzentrum Luise genau wie viele Mitarbeiter anderer Kinder- und Jugendeinrichtungen der Stadt sich vor den Ferien viele Abende um die Ohren schlugen, um in aller Eile Konzepte für ein Ferienangebot unter Pandemie-Bedingungen auszuarbeiten.

Natürlich mussten auch die Eltern über die Änderungen benachrichtigt werden. „Wir haben alle angerufen“, nahm allein das schon während der Vorbereitung eine Menge Zeit in Anspruch.

Um möglichst vielen der ursprünglich 110 angemeldeten Kindern die Möglichkeit zu geben, wenigstens einige Tage lang wieder außerhalb der eigenen vier Wände spielen zu können, beschloss das Luise-Team als erstes, die Maßnahme von den geplanten zwei auf drei Wochen zu verlängern. Schließlich durften in der ersten Zeit nur wenige Personen auf einer gewissen Quadratmeterzahl zusammenkommen.

Um das sicherzustellen, wurden die Kinder in sechs Gruppen aufgeteilt, die jeweils eine Woche lang in zwei Schichten täglich ins Jugendzentrum kommen durften.

„Am Anfang musste jedes Kind seine eigenen Stifte, Pinsel und Kleisterpötte haben“, beschriebt Torsten Radau die ersten Ferientage. Mittlerweile sind die strengen Corona-Regeln etwas gelockert worden – aber nach wie vor gilt: Auf den Gängen müssen alle einen Mund-Nase-Schutz tragen, jede Kleingruppe hat ihre eigenen Toilettenräume und Spielgeräte wie Kicker und Billard müssen nach der Benutzung desinfiziert werden.

Wenn die letzten Kinder der „Morgenschicht“ gegen 12.15 Uhr das Haus verlassen haben, säubern die acht Betreuer alle Stühle, Tische und sonstigen Gerätschaften, mit denen die Kinder in Kontakt kommen. „Und um 13 Uhr kommt dann der nächste Schwung“, lacht Radau. Anders als in „normalen“ Ferienspiel-Jahren gibt es diesmal kein festes Programm.

„Wir haben sechs Aktionsräume – die Gruppen können selbst entscheiden, was sie machen wollen“, sagt Tessa-Viola Kloep . Das kann von Basteln, Malen, Filme gucken bis hin zu Besuchen im Stadtpark oder auf dem Laga-Gelände gehen. „Für uns steht das Kind im Vordergrund. Das muss sagen können: Ich habe Spaß gehabt“, beschreibt Kloep.

Für das Luise-Team ist am Freitag vorerst Feierabend, in den nächsten Ferienwochen übernehmen die Jugendzentren Stop und St. Josef. „Alle Jugendzentren haben zusammen etwas gebaut, damit sechs Wochen Programm möglich ist“, sagt Torsten Radau. Darüber hinaus gibt es ja auch noch die Notbetreuung in der Buterlandschule.

„Das ist nicht mit normalen Ferienspielen zu vergleichen – es ist ruhiger, aber auch intensiver“, sagt Radau nach den Erfahrungen der letzten Wochen. „Aber wenn die Kinder am Freitag glücklich nach Hause gehen, dann ist doch alles schön gelaufen“, ergänzt Tessa-Viola Kloep­.­

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