„Austausch & Integration“ stellt Liste für den Integrationsrat vor
Das Heft in eigene Hand nehmen

Gronau -

Drei Listen treten zur Integrationswahl in Gronau an. Eine davon ist die des Vereins „Integration & Austausch“.

Donnerstag, 30.07.2020, 10:40 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 11:00 Uhr
Das Foto zeigt die Kandidatinnen und Kandidaten der Liste „Austausch & Integration“ (v.l.n.r.): Kasim Akbulut, Aljona Belger, Pinar Yegen, Garip Karadag, Kesire Çagir, Adem Genç, Suat Dal, Antonio Carneiro, Shirin Duru, Deniz Akbulut, Dilber Akbulut, Yusuf Agirman. Auf dem Bild fehlen urlaubsbedingt Katherine Ursula Waverka und Musa Engin.
Das Foto zeigt die Kandidatinnen und Kandidaten der Liste „Austausch & Integration“ (v.l.n.r.): Kasim Akbulut, Aljona Belger, Pinar Yegen, Garip Karadag, Kesire Çagir, Adem Genç, Suat Dal, Antonio Carneiro, Shirin Duru, Deniz Akbulut, Dilber Akbulut, Yusuf Agirman. Auf dem Bild fehlen urlaubsbedingt Katherine Ursula Waverka und Musa Engin. Foto: privat

Nicht nur Kommunalwahlen sind am 13. September. Auch die Wahlen zum Gronauer Integrationsrat finden parallel statt. Der Verein „Austausch und Integration“ nimmt mit einer gleichnamigen Liste daran teil. Die Liste, die 14 Kandidatinnen und Kandidaten umfasst, ist äußerst vielfältig und multinational. Neben Polen, Portugiesen, Niederländern, Aussiedlern, Kurden, Türken, und Arabern kandidieren viele Vertreter unterschiedlicher Konfessionen. Fast die Hälfte der Kandidaten sind Frauen.

Der Verein „Austausch & Integration“ blickt auf eine lange Geschichte zurück. Organisierte offene Veranstaltungen, Referate oder auch gemeinsame Reisen werden seit etwa 15 Jahren durchgeführt. Bereits 2014 hat der Verein eine Liste für den Integrationsrat aufgestellt und damit die mit Abstand meisten Stimmen geholt. Ein Erfolg, den man nun weiter ausbauen möchte.

Der Integrationsrat erfüllt eine Querschnittsaufgabe in der Stadt. Er entsendet einen Vertreter in den Landesintegrationsrat und vertritt nicht nur die Interessen der Personen mit Migrationshintergrund. Er hat ebenfalls zur Aufgabe, das Zusammenleben in der Stadt zwischen unterschiedlichen Gruppierungen auf die Tagesordnung zu setzen.

Fordern und Fördern

Der Verein betont, dass das Zusammenleben immer durch „Fordern und Fördern“ geprägt sein sollte. Es könne nicht darum gehen, für jede Gruppierung maßgeschneiderte Angebote zu machen; vielmehr müsse es darum gehen, den Dialog zu fördern und dafür zu sorgen, dass mehr über die Hinter- und Beweggründe bekannt wird. Nur so könnten auch die Herausforderungen der Integration bewältigt werden. „Ein offenes Ansprechen von gesellschaftlichen Problemen gehört unmissverständlich dazu“, betont Salim Cakmak für den Verein.

Der Integrationsrat der Stadt Gronau hat nur ein begrenztes Budget. Hiermit können maximal Impulse gesetzt werden. Die richtige Wirkung müssen die Leute selber entfachen. Mit einer großen Vielfalt an Kandidatinnen und Kandidaten ist der Verein überzeugt, diese Vielfalt auch auf die politische Arbeit des Integrationsrates zu übertragen.

Während die Kandidatinnen und Kandidaten Wahlkampf für ihre Liste machen wollen, erklären sie es sich zum Ziel, die Wähler mit Migrationshintergrund auch für die Wahl des Stadtrates zu motivieren. Die Wahlbeteiligung unter Personen mit Migrationshintergrund ist traditionell eher gering. „Wir möchten die Leute sensibilisieren, dass man das Heft auch in die eigene Hand nehmen muss. Nur über eine aktive Gesellschaft kann die Politikverdrossenheit entgegengewirkt werden. Wir müssen unsere Stimme hören lassen“, heißt es in einem Bericht der Listen-Mitglieder. „Unsere Stimme lassen wir hören durch die 14 Mitglieder auf der Liste zum Integrationsrat und circa 200 Vereinsmitglieder im Hintergrund. Alles Personen, die stolz sind auf die Stadt Gronau, hier ihre Heimat sehen und sich aktiv für eine funktionierende Gemeinschaft zwischen Poalbürgern und Zugezogenen einsetzen. Egal ob man zugezogenen ist aus Ochtrup oder Ohio, wichtig ist die positive und offene Einstellung, das Zusammenleben in der Gesellschaft zu verbessern.“

Der Verein und die Kandidaten freuen sich auf viele konstruktive Gespräche im Vorfeld zu den Wahlen und auf eine gute Wahlbeteiligung. Über austausch-integration@web.de kann der Verein auch per Mail kontaktiert werden. Der Verein leistet gerne Hilfestellung bei der Eintragung ins Wählerverzeichnis zum Integrationsrat, eine Voraussetzung für die Wahl am 13. September.

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