Besuch in der Synagoge Niederzissen
Fundstücke aus über 300 Jahren

Epe -

In Niederzissen gibt es eine ehemalige Synagoge, in der ein Museum eingerichtet wurde. Diese sahen sich jetzt Vertreter des Förderkreises Alte Synagoge Epe an – und brachten viele Anregungen mit nach Hause.

Samstag, 08.08.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 11:10 Uhr
Norbert Lüttmann (l.), Richard Keuler und Rudolf Nacke (r.) im Museum in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen.
Norbert Lüttmann (l.), Richard Keuler und Rudolf Nacke (r.) im Museum in der ehemaligen Synagoge in Niederzissen. Foto: privat

Vertreter des Förderkreises Alte Synagoge Epe haben der ehemaligen Synagoge im rheinland-pfälzischen Niederzissen einen Informationsbesuch abgestattet. Niederzissen liegt im Brohltal in der Eifel und hat etwas mehr als 2500 Einwohner.

Richard Keuler, Gründer des dortigen Kultur- und Heimatvereins (2007) und spätere Bürgermeister, erläuterte den langen Weg von der Wiederentdeckung des Standortes der Synagoge bis zur Renovierung und Einrichtung eines Museums.

Wie auch in Epe ist bis heute kein Foto der Synagoge aus der Zeit vor 1939 bekannt. Anders als in Epe gab es in dem kleinen Eifelort eine jüdische Gemeinde, deren Spuren bis ins Mittelalter führen. Wohl wegen der engen Bebauung wurde das Gebäude 1938 nicht in Brand gesteckt, sondern demoliert und als Schmiede bis vor gut zehn Jahren genutzt. Auf dem Dachboden wurde schließlich eine Genisa entdeckt, ein Ablageort für rituelle Gegenstände.

Einzigartige Fundstücke aus über 300 Jahren jüdischen Lebens im Brohltal waren dort gelagert und hatten selbst die Nazizeit überstanden. Die Besucher aus Epe nahmen Anregungen und Erfahrungen für die Arbeit in Epe mit, heißt es in einem Bericht des Förderkreises.

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