Drogenhandel im Darknet
Freiheitsstrafen für „Verpacker“

Gronau/Münster -

Fünf Jahre ist es her, dass ihre Dealer-Bande aufflog. Jetzt sind zwei der Mitglieder vor dem Landgericht Münster verurteilt worden. Dabei spielten Zigarettenstummel eine Rolle.

Donnerstag, 03.09.2020, 21:00 Uhr
Das Landgericht Münster
Das Landgericht Münster Foto: Oliver Werner

Zwei Männer aus Almeloe, die als „Verpacker“ am Drogenhandel über das Darknet aus Wohnungen in Gronau und Burgsteinfurt beteiligt waren, sind vor dem Landgericht Münster zu Freiheitsstrafen verurteilt worden.

Die 9. Große Strafkammer verurteilte einen 26-Jährigen wegen der Beihilfe zu bandenmäßigem und bewaffnetem Handel mit Betäubungsmitteln zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Sein 27-jähriger „Kollege“ muss für das gleiche Delikt für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Dass die Strafe für den älteren der beiden Männer deutlich geringer ausfiel, liegt daran, dass er deutlich kürzer bei der Bande mitgearbeitet hatte als der Jüngere und somit die Menge der Drogen geringer war, die durch seine Mitwirkung in den Handel gelangt war. Somit wertete die Kammer seine Tat als minderschweren Fall. Außerdem war er umfassend geständig, was sich strafmildernd auswirkte.

Die Dealer-Bande hatte erst von einer Wohnung an der Zollstraße in Gronau, dann von einem Ferienhaus am Drilandsee und zuletzt von einem Wohnhaus am Rosenweg in Burgsteinfurt aus Drogen per Post an Empfänger in verschiedenen Teilen der Welt geschickt. Die Drogen wurden über das sogenannte Darknet angeboten. Die beiden Männer hätten zur „Verpackungseinheit“ des Netzwerks gezählt, formulierte es der Staatsanwalt in der Anklageschrift. Laut einer Zeugin sollen sie die Gruppe aber relativ früh verlassen haben.

Dass die beiden jetzt verurteilten Männer den Ermittlern noch fünf Jahre nach der Aufdeckung der Bande ins Netz gegangen sind, erklärte ein Polizeibeamter, der am Donnerstag als Zeuge gehört wurde. Demnach wurden in einer der Wohnungen, in der die Männer im April 2015 Drogen portioniert und verpackt hatten, Zigarettenstummel sichergestellt, an denen sich DNA-Spuren befanden. Beim Abgleich dieser DNA-Spuren mit Datenbanken zunächst in Deutschland und dann auch in den Niederlanden ergaben sich Übereinstimmungen, die zu den nun Verurteilten führten.

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