Schützenvereine spenden fast 10 000 Euro an die Lebenshilfe
Trotz Corona: Wandervogel fliegt

Epe -

Einen Vogel abschießen konnten die Schützen aus den zehn Vereinen in Gronau und Epe in diesem Jahr nicht. Wegen der Corona-Pandemie mussten alle Schützenfeste abgesagt werden. Einen Vogel mit Spenden gefüttert haben die Vereine trotzdem: den Wandervogel.

Montag, 07.09.2020, 18:29 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 19:31 Uhr
Vertreter der zehn Schützenvereine in Gronau und Epe kamen am Freitagabend zur offiziellen Spendenübergabe an die Lebenshilfe, die durch Maria Homölle, Werner Herbst und Maria Terwolbeck vertreten war.
Vertreter der zehn Schützenvereine in Gronau und Epe kamen am Freitagabend zur offiziellen Spendenübergabe an die Lebenshilfe, die durch Maria Homölle, Werner Herbst und Maria Terwolbeck vertreten war. Foto: Daniel Meyer

Auch für die Schützenvereine ist das Coronajahr 2020 ein Jahr der Zäsur. Keiner der zehn Schützenvereine in Gronau und Epe wird dieses Jahr einen Vogel abschießen. Die normalen Aktivitäten sind heruntergefahren, fast alles konzentriert sich erstmal auf das nächste Jahr: „Da steht dann ja auch wieder das Stadtschützenfest mit allen Vereinen der Stadt an und wir hoffen, dass es am 3./4. September 2021 stattfinden kann“.

Ein anderer Vogel

Aber es gibt ja in der Region noch diesen anderen Vogel. Der ist aus Metall, daher wahrscheinlich ziemlich beschusssicher. Und obwohl er dem normalen Schützenfest-Vogel ein wenig ähnlich sieht, wird er niemals an der Schützenstange hochgezogen, ist aber mittlerweile auch ein Stück Schützentradition in der Region geworden.

Klimpergeld kommt da nicht rein.

Schützenvertreter über ihre Vorstellung, wie der Wandervogel „gefüttert“ werden sollte

Seit den frühen 1970er-Jahren existiert der Wandervogel, der bei allen Aktivitäten der verschiedenen Schützenvereinigungen dabei ist und bis zum Ende der Saison ausschließlich mit Scheinen gefüllt wird: „Klimpergeld kommt da nicht rein“, bestätigt die Runde der Schützen, die sich am Freitag an der St.-Georgi-Schützenstange eingefunden hat. Gregor Wissing betreut den Wandervogel in seinem „Winterquartier“, und er hat in diesem Jahr maßgeblich dazu beigetragen, dass der Wandervogel trotz Corona wandert beziehungsweise fliegt.

Gregor Wissing betreut den Wandervogel in seinem Winterquartier.

Gregor Wissing betreut den Wandervogel in seinem Winterquartier. Foto: Daniel Meyer

„Wir haben uns gedacht, wir sammeln jetzt seit 47 Jahren jedes Jahr für die Lebenshilfe und die müssen ja auch in diesem Jahr ihre Arbeit machen und unterstützt werden“. Ein Plan der in sämtlichen Schützenvereinen auf Zustimmung traf. Insgesamt 9621,02 Euro sammelte der Wandervogel auf seinem Flug ein und dass, obwohl er in diesem Jahr nicht ein einziges Festzelt gesehen hat. „Wir Brooker Schützen haben ein spontanes Weck-Kommando zusammengetrommelt und haben in extra gedruckten T-Shirts einen Samstagmorgen lang unsere Honorationen abgeklappert und den Wandervogel rumgehen lassen“, berichtet Rainer Doetkotte. Auch die anderen Vereine haben sich nicht lumpen lassen und ordentlich zu der letztendlichen Summe beigesteuert.

Spendenübergabe als Demo angemeldet

Stellvertretend für die Lebenshilfe bedankten sich Maria Homölle, Werner Herbst und Maria Terwolbeck für die Spende der Schützen. „Mit den Spenden haben wir in diesem Jahr, in dem leider auch unsere Aktionen sehr heruntergefahren wurden, zum Beispiel die Johannesschule Gronau mit neuen Lern-Apps für Gebärdensprache ausgestattet, die durch Corona nötig geworden sind“.

Die Vertreter der Schützenvereine antworten mit einem dreifachen „Horrido“ und beenden damit die offiziell angemeldete Kundgebung für die Interessen von Menschen mit Handicap. St.-Georgi-Präsident Heinz Niehoff bestätigt: „Ja, wir haben das hier heute Abend tatsächlich offiziell als Demo angemeldet. Sicher ist schließlich sicher.“

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