Generalisierte Ausbildung hat in der Pflegeschule Gronau begonnen
Besinnung auf elementare Aufgaben

Gronau -

Professionelle Pflege der Zukunft muss dem Anspruch genügen, immer mehr Menschen in unterschiedlichen, individuellen Kontexten und komplexen Pflegesituationen versorgen zu können.

Freitag, 18.09.2020, 06:45 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 16:01 Uhr
In dieser Situation üben Auszubildende an Auszubildenden. Für die Pflegeschüler in Gronau geht es künftig darum, in der Pflege Problemlösungs- und Beziehungsprozesse zu gestalten.
In dieser Situation üben Auszubildende an Auszubildenden. Für die Pflegeschüler in Gronau geht es künftig darum, in der Pflege Problemlösungs- und Beziehungsprozesse zu gestalten. Foto: Klaus Franke/dpa

 

Diesem Anspruch entsprechend wurde die Pflege-Ausbildung in Deutschland reformiert. Wurde bislang zwischen Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege differenziert und unterschiedlich ausgebildet, sind diese drei Pflegeberufe neu zusammengefasst. Der „neue“ Ausbildungsberuf lautet nun Pflegefachfrau, bzw. Pflegefachmann.

Dementsprechend wurde auch die Ausbildung am St.-Antonius-Hospital angepasst und auch die dortige Schule umgewidmet in Pflegeschule Gronau. Im Zuge der Umstellung auf die Generalistische Pflegeausbildung sind nun auch die zu dem Gesamtunternehmen gehörigen Seniorenheime St.-Antonius-Stift, St.-Agatha-Domizil, Katharinen-Stift und Dorotheenhof als Einsatzorte in die Pflegeausbildung involviert.

Seit dem 1. September befinden sich 26 Auszubildende in der generalistischen Pflegeausbildung in der Pflegeschule Gronau. Als erster Kurs der sogenannten Generalistik werden die Auszubildenden des Kurses GPA 9/2020 (Generalistische Pflege Ausbildung) nach drei Jahren Ausbildungszeit als Pflegefachfrauen/Pflegefachmänner in unterschiedlichen Settings, in denen Pflege gefordert wird, kompetent ausgebildet sein, heißt es in einer Pressemitteilung der St.-Antonius-Hospital Gronau GmbH. Alle Auszubildenden werden während ihrer Ausbildungszeit verschiedene Bereiche in der Pflege erleben. Fünf der 26 Auszubildenden haben sich bereits zu Beginn ihrer Ausbildung entschieden, ihre praktische Ausbildung vertiefend in einem der Seniorenheime zu absolvieren.

Insbesondere die theoretische Ausbildung ist auf Basis des neuen Pflegeberufegesetzes und der entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnung neu strukturiert worden. Ausgehend von exemplarischen Fallbeispielen werden die Auszubildenden in ihren zu entwickelnden fachlichen und personalen Kompetenzen gefördert und gefordert. Hierzu werden ebenso die methodischen, sozialen, kulturellen und kommunikativen Kompetenzen der Auszubildenden weiterentwickelt. Schlussendlich sollen sie in der Lage sein, die im theoretischen und praktischen Unterricht erlangten Kompetenzen in die Praxis zu übertragen. Dazu wurde ein schulinternes Curriculum erarbeitet.

Neue Schulleiterin der Pflegeschule ist Sevgi Filiz: „Ausgehend von den unterschiedlichen, vielfältigen Erfahrungen unserer Auszubildenden, möchten wir sie als Lehrerteam dort abholen, wo sie stehen und sie in ihrem individuellen Lernprozess begleiten, unterstützen, fördern und fordern. Mit der generalistischen Pflegeausbildung rückt insbesondere der Pflegeprozess in den Vordergrund, der als eine Basisarbeitsmethode in der professionellen Pflege Anwendung findet. Etwas überspitzt könnte man auch von einer ‚Rückbesinnung‘ auf die elementaren Aufgaben professionell Pflegender sprechen. Den individuellen Pflegebedarf erkennen und erheben, Pflegeziele formulieren, Pflegemaßnahmen gestalten und steuern und den gesamten Prozess evaluieren zu können, sind Ziele der Ausbildung. Unsere Auszubildenden werden Pflege als Problemlösungs- und Beziehungsprozess deuten, der von ihnen zu gestalten ist. Wichtiger als in der Vergangenheit wird die Forderung nach Selbstreflexion und die Bereitschaft des lebenslangen Lernens.“

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