Verbraucherzentrale hilft mit wertvollen Hinweisen zum Energiesparen
Viele Möglichkeiten beim Dämmen

Gronau -

Einblicke in die Vielfalt umweltfreundlicher Dämmstoffe gibt die Verbraucherzentrale NRW in ihrer Aktion „(Keine) Zeit für (falsche) Entscheidungen“.

Freitag, 18.09.2020, 19:14 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 16:01 Uhr
Die Leiterin der Verbraucherzentrale Gronau, Elke Liening, und Energieberater Hans-Jürgen Janning haben Tipps für die Fassadendämmung.
Die Leiterin der Verbraucherzentrale Gronau, Elke Liening, und Energieberater Hans-Jürgen Janning haben Tipps für die Fassadendämmung. Foto: Martin Borck

 

„Fassadendämmung ist ein komplexes Thema“, sagt Hans-Jürgen Janning , Energieberater bei der Verbraucherzentrale in Gronau. Doch die Investition lohnt sich; schließlich werden Energiekosten eingespart – und die Umwelt profitiert ebenfalls. „Am besten ist es, von der kalten Seite her zu dämmen“, erläutert Janning.

Mit einem Wärmeverbundsystem lassen sich Fassaden von außen dämmen. Das bietet sich an, wenn sowieso Renovierungsarbeiten der Fassade anstehen.

Die Kerndämmung hinter dem Verblender bietet viele Möglichkeiten, wenn dort eine ausreichend breite Luftschicht vorhanden ist. Dort lässt sich Dämmmaterial einblasen. Mineralfasern etwa, Steinwolleflocken oder Granulat. „Das ist relativ kostengünstig und mit relativ geringem Aufwand möglich. Es muss kein Gerüst gebaut werden, es werden nur Löcher in einige Kreuzfugen gebohrt, durch die das Material in den Zwischenraum gelangt.“ Die Löcher werden wieder zugemörtelt – fertig. „Allerdings sollte man vorher prüfen, ob der Stein geeignet ist“ schränkt Janning ein. Sowieso ist eine individuelle Beratung durch einen zertifizierten Experten sinnvoll – und sogar vorgeschrieben, wenn man zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch nehmen möchte. Eine Expertenliste gibt es auf den Seiten der KfW (kfw.de). Ein Fünftel der Kosten für die Gesamtmaßnahme können sich Sanierende über Zuschüsse oder steuerliche Erleichterungen vom Staat zurückholen.

Auch eine Innendämmung ist möglich. Allerdings lauert dabei immer die Gefahr, dass sich hinter dem Innenputz in verdeckten Bereichen Schimmel bildet.

Für jedes Dämm-Vorhaben gibt es übrigens Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen: Neben Schafwolle und der Zellulose aus Altpapier stehen zum Beispiel Dämmstoffe aus Seegras zur Auswahl, aus Schilfrohr oder aus Holz. „Jedes Material hat eigene Vor- und Nachteile, quasi einen eigenen Charakter“, erläutert Janning. Welcher Stoff die beste Wahl ist, hängt zum einen vom konkreten Vorhaben ab – bei Fassadendämmungen punkten andere Materialien als bei der energetischen Sanierung des Dachs. Zum anderen kommt es darauf an, welche Aspekte den Sanierungswilligen am wichtigsten sind: Ressourcenschonung? Energieverbrauch bei der Erzeugung, Recyclingfähigkeit? Diese und viele andere Punkte können für die persönliche Entscheidung ausschlaggebend sein. Nähere Informationen zu ausgewählten Dämmstoffen gibt es unter verbraucherzentrale.nrw/entscheidungen.

Ein weiterer Punkt ist natürlich der Preis. Der liegt bei ökologischen Materialien meist höher als bei den herkömmlichen. Doch der Experte erklärt: „Vom Gesamtpreis etwa für eine Fassadendämmung machen die Materialkosten nur rund ein Drittel aus. Selbst ein doppelt so teurer Dämmstoff würde also keine doppelt so hohe Gesamtrechnung bedeuten.“ Keine Bedenken müssen Eigenheimbesitzer laut Janning beim Brandschutz haben: Alle Dämmstoffe sind so behandelt, dass sie kein erhöhtes Risiko darstellen.

Mehr Einblicke ins Thema gibt es in einem kostenlosen Online-Vortrag am 28. September ab 18 Uhr. Die Anmeldung dazu ist möglich per E-Mail an gronau@verbraucherzentrale.nrw.

Eine Broschüre zum Thema gibt es bei der Verbraucherzentrale in Gronau, Konrad-Adenauer-Straße 49. Anmeldung für persönliche Beratungen und für Terminvereinbarung zum Abholen der Broschüre unter   02562 60869601.

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