Corona-Situation in den Niederlanden
Enschede und Winterswijk in Sorge wegen Samstag

Gronau -

In den niederländischen Städten und Gemeinden sind Besucher aus Deutschland normalerweise gerne gesehen. Denn die Deutschen kommen, um einzukaufen und zu konsumieren. Doch an diesem Samstag, dem Tag der deutschen Einheit ist das anders: Mit Blick auf die Corona-Pandemie haben die Niederländer Bedenken, dass es in ihren Innenstädten zu voll werden könnte.

Mittwoch, 30.09.2020, 12:54 Uhr aktualisiert: 30.09.2020, 14:48 Uhr
Auch wegen der kleinen Geschäfte ist die Innenstadt von Enschede bei deutschen Besuchern beliebt. Für Samstag wünschen sich die Niederländer aber, dass die Deutschen nicht zum Shoppen kommen.
Auch wegen der kleinen Geschäfte ist die Innenstadt von Enschede bei deutschen Besuchern beliebt. Für Samstag wünschen sich die Niederländer aber, dass die Deutschen nicht zum Shoppen kommen. Foto: kw

Die Situation ist paradox: Einerseits freuen sich die niederländischen Städte kurz hinter der Grenze immer, wenn Deutsche an deutschen Feiertagen zum Shoppen rüberkommen. Andererseits haben die Niederländer gerade mit dem Coronavirus zu kämpfen und schauen deshalb mit Sorge auf den Tag der deutschen Einheit.

Verschärfte Coronamaßnahmen in den Niederlanden

Anfang der Woche erst hatte die Niederländische Regierung die Coronamaßnahmen für zunächst drei Wochen verschärft. Dazu gehört, dass seit Dienstagabend alle Sportveranstaltungen ohne Publikum stattfinden müssen. Cafés und Restaurants müssen um 22 Uhr schließen und dürfen ab 21 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen. Außerdem dürfen insgesamt nur noch 30 Menschen zugleich in einem Lokal sein, im Freien 40.

Für alle Kontaktberufe wie Friseur oder Masseur ist eine Registrierung der Kunden verpflichtend. Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Die Niederlande sind bei Gesichtsmasken bisher sehr zurückhaltend gewesen. Zuhause soll man nur noch drei Gäste empfangen. Außerdem sollen alle wieder möglichst von zu Hause aus arbeiten, fasst die dpa die Maßnahmen für die gesamten Niederlande zusammen.

Diese Änderungen gibt es im Herbst in NRW

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  • Ab Donnerstag gilt In NRW eine neue Corona-Schutzverordnung. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat jetzt die neuen Regeln und Maßnahmen zum Infektionsschutz vorgestellt. Ein Überblick.

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  • Fantasie-Namen werden teuer

    Laumann teilte mit, dass das Land Nordrhein-Westfalen künftig für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro verhängt.

    Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Merkel hatten am Dienstag ein Mindestbußgeld von 50 Euro vereinbart. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte daraufhin für NRW ein höheres Bußgeld angekündigt.

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  • Weihnachtsmärkte unter Auflagen erlaubt

    Laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden Weihnachtsmärkte durch die neue Coronaschutz-Verordnung, die ab Donnerstag gilt, unter Auflagen erlaubt.

    Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

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  • Geschäfte dürfen in Adventszeit sonntags öffnen

    In der Adventszeit sollen Geschäfte in Nordrhein-Westfalen sonntags von 13 bis 18 Uhr öffnen dürfen, wie Laumann mitteilte.

    Damit solle das Gedränge in Fußgängerzonen an den Adventssamstagen entzerrt werden. Es handele sich um eine einmalige Maßnahme in der Corona-Pandemie. Das Land wolle damit nicht den Sonntagsschutz aushöhlen. 

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  • Corona-Schnelltests 

    Das Land NRW will seine Corona-Teststrategie um Schnelltests erweitern. Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagte am Mittwoch, dass man ab 1. November Details nennen könne. Er selbst setze sehr stark auf die Tests, die innerhalb von 15 oder 30 Minuten ein Ergebnis brächten. Er rechne auch damit, dass die Gesetzlichen Krankenkassen Tests bezahlen werden.

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  • Zuschauer bei Fußballspielen je nach Infektionslage

    Die Entscheidung über die Genehmigung von Zuschauern bei Fußballspielen soll künftig spätestens am Tag vorher entsprechend des Infektionsgeschehens fallen, berichtet Laumann in Düsseldorf.

    Entscheidend sei zum Beispiel bei einem für Samstags angesetzten Spiel die Kennzahl vom Freitag. Ab dem Wert von 35 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen wären Zuschauer damit verboten. 

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  • Keine Maskenpflicht in Büros geplant

    Eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz in Büros und Behörden plant die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nicht. Laumann teilte mit, er sehe keinen Anlass dafür, dass es in NRW wie in Berlin allgemeine Regelungen über alle Behörden und Büros hinweg geben müsste. Corona-Infektionen am Arbeitsplatz machten nur rund sechs Prozent aller Infektionen aus. Ein größeres Risiko stellten derzeit vielmehr Feiern dar. 

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  • Private Feiern in Gaststätten ab 50 Gästen anmeldepflichtig

    Private Feiern zu herausragenden Anlässen wie Hochzeiten mit mehr als 50 Gästen müssen in Nordrhein-Westfalen künftig den Behörden gemeldet werden. Das gilt nur für Feiern außerhalb des privaten Bereichs etwa in Gaststätten. Die Feiern müssten mindestens drei Werktage vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden. Außerdem müsse eine für die Feier verantwortliche Person benannt werden, erläuterte Laumann. Für die Veranstaltung müsse eine Gästeliste geführt werden.

    Wichtig sei zu wissen, dass die Ordnungsämter kein Genehmigungsverfahren durchführten. Es gehe vielmehr darum, dass die Ämter Kenntnis hätten, welche Feiern in der jeweiligen Kommune stattfinden und gegebenenfalls kontrollieren könnten, ob die Corona-Auflagen eingehalten würden. Unverändert gelte die Höchstgrenze von 150 Gästen für private Feiern im öffentlichen Raum.

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  • Keine generellen Alkoholverbote

    Generelle Alkoholverbote wegen Corona soll es in NRW nicht geben. Laumann sagte, er könne sich das - wenn überhaupt - bei einem „diffusen“ Infektionsgeschehen vorstellen, bei dem man den Hergang nicht nachvollziehen könne. Dann könnte man theoretisch darüber nachdenken, an einzelnen Plätzen oder Straßen an bestimmten Tagen oder Uhrzeiten über ein Alkoholverbot nachdenken.

    Die Bundesregierung hatte Anfang der Woche den Vorschlag ins Spiel gebracht, Alkoholausschank in besonders betroffenen Regionen unter bestimmten Bedingungen befristet begrenzen lassen.

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Doch die Niederländer gleich hinter der Grenze haben noch ein anderes „Problem“: Während sie sich einschränken sollen, kommen die deutschen Nachbarn zum Shoppen über die Grenze, weil das hier noch ohne die - von einigen als lästig empfundene - Maske geht.

Gehen Sie bitte nach Hause, wenn es zu voll ist und kommen Sie später wieder.

Joris Bengevoord, Bürgermeister von Winterswijk

Und mit Blick auf den Tag der deutschen Einheit am Samstag (3. Oktober) kommen aus einigen niederländischen Städten alarmierte Töne: So hat der Bürgermeister von Winterswijk, Joris Bengevoord, für Samstag angekündigt, dass „die Polizei, Ordnungshüter und die Königlich Niederländische Militärpolizei verstärkt auf die Einhaltung der neuen Coronamaßnahmen achten“. Er freue sich zwar über deutsche Kunden in seiner Stadt, aber für Samstag appelliert er: „Gehen Sie bitte nach Hause, wenn es zu voll ist und kommen Sie später wieder. Und kaufen Sie gezielt. Gehen Sie jetzt nicht zum Spaß einkaufen.“

Teile von Enschede könnten gesperrt werden

Ähnliche Töne kommen aus Enschede. So zitiert die niederländische Zeitung Twentsche Courant Tubantia den Bürgermeister von Enschede, Onno van Veldhuisen: „Duitsers, blijf weg uit Enschede“ (Deutsche, haltet euch von Enschede fern). Die Stadt werde in dieser Woche aktiv auf die deutschen Nachbarn zugehen und von einem Besuch der Stadt abraten. Van Veldhuizen bezeichnete die Sperrung der Stadt als „theoretische Option“. Der Ankündigung folgte am Mittwoch prompt die Tat: In einer Pressemitteilung bittet der Pressesprecher der Stadt Enschede, Ton Kamp: „Obwohl wir alle gastfreundlich empfangen möchten, bitten wir Sie, diesen Samstag nicht nach Enschede zu reisen. Auch in den Niederlanden nehmen die Coronainfektionen rapide zu und die Coronamaßnahmen werden immer strenger. Wenn am Samstag zu viele Menschen in die Innenstadt von Enschede und auf den Markt kommen, besteht die Möglichkeit, dass Teile der Stadt oder des Marktes (vorübergehend) geschlossen werden. Daher unser dringender Appell: Feiern Sie gemeinsam den 30. Tag der deutschen Einheit in Deutschland.“ Einen ganz ähnlichen Appell gibt es aus Venl o.

Auch in Niederlanden AHA-Regeln einhalten

Auch Landrat Dr. Kai Zwicker appelliert an die Vernunft der Menschen. Er forderte die Bevölkerung auf, sich an die AHA-Regel „Abstand, Hygiene und Alltagsmaske“ zu halten. Er bekräftigte erneut, wie wichtig es für beide Länder ist, dass die Grenzen offen bleiben.

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