Corona-Infektionslage
Deutsch-niederländischer Grenzverkehr: Es herrscht Verunsicherung

Gronau/Enschede -

Einige Deutsche stellen sich derzeit Fragen zum deutsch-niederländischen Grenzverkehr: Darf ich überhaupt über die Grenze fahren? Muss ich bei der Rückkehr in Quarantäne? Fakt ist: Verboten ist es nach wie vor nicht, in die Risikogebiete der Niederlande zu fahren. Es wird allerdings dringend von Reisen dorthin abgeraten. [Mit Video]

Dienstag, 06.10.2020, 18:13 Uhr aktualisiert: 07.10.2020, 21:54 Uhr
Corona-Infektionslage: Deutsch-niederländischer Grenzverkehr: Es herrscht Verunsicherung
Am Samstag (3.10.) waren deutlich weniger deutsche Gäste in der Enscheder City auszumachen als in den vergangenen Jahren zum Tag der deutschen Einheit. Foto: Martin Borck

Die Infektionszahlen sind dort am Wochenende heftig gestiegen: Die niederländischen Behörden meldeten allein am Sonntag über 4000 neue Fälle.

  • Meldepflicht: Die Coronaeinreiseverordnung des Landes NRW verpflichtet alle Personen, die aus dem Ausland nach NRW einreisen und sich zu irgendeinem Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen davor in einem Risikogebiet aufgehalten haben, unverzüglich das für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren. Das gilt auch für Kurzaufenthalte in den Niederlanden. Der Kreis Borken hat dazu auf seiner Homepage entsprechende Formulare eingerichtet. Ab dem 7. Oktober sind Personen, die weniger als 24 Stunden im Nachbarland waren, von der Meldepflicht ausgenommen .
  • Quarantäne: Wer aus einem Risikogebiet kommt, muss sich unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben.
  • Ausnahmen: Von der Quarantänepflicht gibt es Ausnahmen. Darunter fallen „Personen, die sich für weniger als 24 Stunden im Bundesgebiet aufhalten oder in einem Risikogebiet ... aufgehalten haben“. Also Menschen, die zum Beispiel nur für ein paar Stunden nach Holland gereist sind.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Wer wegen Beruf, Schul- oder Hochschulbesuch oder aus medizinischen Gründen in die Niederlande reist, muss nicht automatisch in Quarantäne. Vorausgesetzt natürlich, man weist keine Covid-19-Symptome auf.

Schließlich gilt die Quarantäne-Ausnahme für „Personen, die sich für weniger als 72 Stunden aus einem der folgenden Reisegründe im Bundesgebiet aufhalten oder in einem Risikogebiet ... aufgehalten haben: ein geteiltes Sorgerecht oder ein Umgangsrecht, den Besuch des nicht unter gleichem Dach wohnenden Lebenspartners oder von Verwandten ersten und zweiten Grades, dringende medizinische Behandlungen, Beistand oder Pflegeschutz- beziehungsweise hilfebedürftiger Personen, Betreuung von Kindern, Beerdigungen und Einäscherungen, die Teilnahme an zivilen oder religiösen Hochzeiten.“

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