Autorenlesung mit Michel Hülskemper
„Vater hat nie geschossen“

Gronau -

„Vater hat nie geschossen“ – so lautet ein Satz, der nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Familien an die folgende Generation weitergegeben wurde und wird. Michel Hülskemper hat mit diesem Satz sein neues Buch betitelt. „Eine Spurensuche in zwölf Erzählungen über den Krieg und die Zeit danach“, so könnte der Untertitel heißen. Am Montag (2. November) liest Hülskemper in der Stadtbücherei in der Parkstraße aus seinem Buch.

Montag, 26.10.2020, 18:38 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 20:10 Uhr
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Ein Foto Foto: privat

Väter und Großväter waren Soldaten im Zweiten Weltkrieg . Darüber gibt es in fast jeder Familie Geschichten, die immer wieder erzählt werden. Die meisten Berichte handeln von Hunger und Gefangenschaft, Kälte und Entbehrung in der Zeit danach.

Aber was war vorher? Welche prägenden Erlebnisse gab es, die eher verschwiegen wurden? Michel Hüls­kemper ist dieser Frage nachgegangen. Er befragte nicht nur Vater und Mutter, Onkel und Tanten, sondern auch viele andere Menschen, die den Krieg selbst erlebt hatten. Sie übergaben ihm Fotos und Dokumente, Orden und Ausweise, Briefe und andere Erinnerungsstücke.

Die Geschichten und Legenden aus der großen Familie des Autors sind einmalig und individuell und doch typisch für die „Generation Krieg“. Sich ähnelnde Andeutungen und Geheimnisse, Anekdoten und Histörchen, Halbwahrheiten und Vermutungen sind weit verbreitet.

Michel Hülskemper greift sie auf und stellt sie in einen Zusammenhang – ohne Belehrung und ohne Schuldzuweisung. Somit sind die Erzählungen eine vorsichtige Annäherung an den Gedanken, dass unsere Väter und Großväter vielleicht nicht nur Opfer waren. Sie hatten ein Gewehr in der Hand, sie brachten Kanonen in Stellung, führten Befehle aus.

Die Wehrmacht, in der sie dienten, eroberte andere Länder und brachte Leid und Tod. Dieser Gedanke ist schmerzhaft und steht doch für ein wichtiges Kapitel vieler Biografien.

Und was war mit den Frauen und Müttern? Wie haben sie das alles überstanden? Die authentischen Ereignisse von damals sind in der Form von unterschiedlich gestalteten Erzählungen aus der Gegenwart heraus wiedergegeben.

Die Lesung wird musikalisch mitgestaltet von Saxofonspieler Holger Höbing. Er spielt passend ruhige, meditativ-nachdenkliche Musik.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Die Teilnahme kostet fünf Euro (Abendkasse). Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich unter  12-666.

 

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