Alterstraumatologie-Zentrum Gronau bietet Unterstützung
Leben mit Osteoporose

Gronau -

Seit 2017 existiert das Alterstraumatologie-Zentrum als Kooperation des Lukas-Krankenhauses mit dem St.-Antonius-Hospital Gronau. Im Sinne einer optimalen Versorgung älterer Patienten wurde damit eine Schnittstelle zwischen zwei verschiedenen Fachdisziplinen, der Unfallchirurgie und der Geriatrie, gebildet – ein bislang in der Region einzigartiges Konzept. Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung gehören der regelmäßige Austausch sowie Information und Prävention zu den wichtigsten Aufgaben des Alterstraumatologie-Zentrums. Zum Beispiel über Osteoporose.

Sonntag, 01.11.2020, 18:02 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 18:09 Uhr
Stefan Rittmeyer (l.), Chefarzt am Lukas-Krankenhaus und Dr. Richard Buchen, Chefarzt am St.-Antonius-Hospital leiten das interdisziplinäre Zentrum für Alterstraumatologie Gronau.
Stefan Rittmeyer (l.), Chefarzt am Lukas-Krankenhaus und Dr. Richard Buchen, Chefarzt am St.-Antonius-Hospital leiten das interdisziplinäre Zentrum für Alterstraumatologie Gronau. Foto: Ansgar Höing

Vor diesem Hintergrund war ursprünglich am Internationalen Osteoporose-Tag ein Patientenvortrag des „Netzwerk Gesundheit Gronau“ geplant, der aufgrund der derzeitigen Situation abgesagt werden musste.

Die Osteoporose, landläufig auch als Knochenschwund bezeichnet, gehört weltweit zu den zehn häufigsten Erkrankungen.

Chefarzt Stefan Rittmeyer

Umso mehr ist den vortragenden Medizinern daran gelegen, trotz der Corona-Pandemie auf das wichtige Thema Osteoporose hinzuweisen, denn die Knochenerkrankung ist als Volkskrankheit weit verbreitet – insbesondere bei älteren Menschen. „Die Osteoporose, landläufig auch als Knochenschwund bezeichnet, gehört weltweit zu den zehn häufigsten Erkrankungen. In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen daran“, berichtet Stefan Rittmeyer , Chefarzt der Abteilung für Akutgeriatrie und Frührehabilitation des Lukas-Krankenhauses. „Der geriatrische Beitrag zur Osteoporosebehandlung liegt einerseits in der Unterstützung bei der Abklärung von Risikofaktoren und Begleiterkrankungen, die eine Osteoporose auslösen können. Diese werden oft bei Routineuntersuchungen übersehen. So können zum Beispiel einige, in guter Absicht verordnete Medikamente eine Osteoporose auslösen oder fördern. Andererseits ist auch die Erkennung von Sturzrisiken und deren Behandlung bzw. Beseitigung eine Stärke der Geriatrie, von der die Patienten des St.- Antonius-Hospitals durch die enge Kooperation profitieren. Meist offenbart erst ein Sturzereignis mit einem Knochenbruch die schlimmen Folgen der Osteoporose. In gemeinsamen Visiten am Krankenbett stimmen die Geriater des Lukas-Krankenhauses dann das Vorgehen mit den Kollegen des St.-Antonius-Hospitals ab“, beschreibt Rittmeyer die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geriatrie und Unfallchirurgie ist für die betroffenen Patienten von großem Vorteil.

Chefarzt Dr. Richard Buchen

Dr. Richard Buchen, Chefarzt in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie am St.-Antonius-Hospital, ergänzt: „Eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geriatrie und Unfallchirurgie ist für die betroffenen Patienten von großem Vorteil. Schon die Befunde der Aufnahmeerhebung werden sofort von Altersmedizinern geprüft. Vorbereitung der Operation und die Nachsorge inklusive physiotherapeutischer und ergotherapeutischer Maßnahmen werden gegenseitig aktuell an beiden Standorten abgestimmt.

Wir freuen uns, unseren chirurgischen Patienten mit mehreren internistischen-geriatrischen Erkrankungen diese optimale medizinische Versorgung quasi aus einer Hand anbieten zu können“, erklärt Buchen. „Wir wissen heute, dass weniger als ein Viertel aller Osteoporose-Fälle frühzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt wird. 80 Prozent der Patienten sind Frauen, die häufig nach den Wechseljahren erkranken, da der Östrogenspiegel den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen kann.

Osteoporose

 

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Bei männlichen Patienten liegen häufig andere Erkrankungen vor. Dann sprechen wir von sogenannter ‚Sekundärer Osteoporose’. Diese kann z. B. auf Medikamenteneinnahme oder eine kalziumarme Ernährung zurückzuführen sein. Aber auch das Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können zu Störungen im Knochenaufbau führen“, erklärt Dr. Buchen. „Das Wesen der Osteoporose ist ja eine nicht ausreichende Knochendichte, die man über spezielle Messverfahren feststellen kann. Kommt es zu einer Fraktur des Knochens, wie etwa ein Oberschenkelhalsbruch, kann das weitreichende Auswirkungen haben.“

Heute gibt es gute Therapiemethoden, die von der Ausprägung der Erkrankung und verschiedenen Individualfaktoren abhängig sind. Wie bei allen Erkrankungen oder Störungen hängt der Erfolg einer Therapie vor allem von einer frühzeitigen Erkennung und der richtigen Einschätzung ab. Hier liegt insbesondere in der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Geriater und Unfallchirurg ein hohes Potenzial, den Betroffenen trotz Osteoporose ein möglichst uneingeschränktes Leben zu ermöglichen.

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