Bürger sollen ihren Radius einschränken
Keine Zeit für Geselligkeit

Gronau/Enschede -

Normalerweise wird dafür geworben, auch in Corona-Zeiten den Kontakt untereinander – wenn auch in Maßen – zu halten. Das ist seit gestern anders.

Dienstag, 03.11.2020, 18:25 Uhr
Auch kurze Sprünge ins jeweilige Nachbarland wie etwa zum Tanken sollten momentan vermieden werden, um die Verbreitung des Corona-Virus‘ einzudämmen.
Auch kurze Sprünge ins jeweilige Nachbarland wie etwa zum Tanken sollten momentan vermieden werden, um die Verbreitung des Corona-Virus‘ einzudämmen. Foto: Martin Borck

Seit Montag sind auf dieser Seite der Grenze die verschärften Coronaregeln in Kraft, seit Dienstagmittag ist auf der anderen Seite ganz Deutschland als „Code orange“- also Risikogebiet eingestuft: Menschen, die aus Orange-Regionen in die Niederlande einreisen, müssen sich laut den geltenden Regeln in zehntägige Quarantäne begeben. Was dies konkret für Pendler bedeutet, ist noch nicht bekannt.

Hilft beiden Ländern

Jetzt rufen NRW-Innenminister Herbert Reul und der niederländische Minister für Justiz und Sicherheit Ferd Grapperhaus in einem gemeinsamen Appell dazu auf, die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden nur noch dann zu überqueren, wenn es wirklich unbedingt notwendig ist.

„Dies ist einfach nicht die Zeit für Geselligkeit, Freundschaftspflege und Shoppingtouren. Niederländer und Deutsche sollten jetzt Abstand halten. Das hilft beiden Ländern im Kampf gegen Corona und rettet Leben“, sagt Reul.

Sein niederländischer Ministerkollege betont: „Das Virus hält sich nicht an Landesgrenzen, deshalb müssen wir das machen. Ein Ausflug oder Einkaufstouren im Nachbarland verstärken nur die weitere Verbreitung des Virus auf beiden Seiten der Grenze.“

Bürgermeister unterstützen

Einen ähnlichen Aufruf hatten Gronaus Bürgermeister Rainer Doetkotte und sein mittlerweile selbst an Corona erkrankter Enscheder Amtskollege Onno van Veldhuizen Anfang Oktober vor dem Tag der Deutschen Einheit, an dem normalerweise Tausende Deutscher zur Einkaufstour nach Holland starten, an ihre Bürger gerichtet.

Umgekehrt baten sie auch die Niederländer, nicht für Einkäufe oder Restaurantbesuche nach Deutschland zu kommen. „Den Appell des niederländischen Ministers Ferd Grapperhaus und des Innenministers des Landes NRW, Herbert Reul, unterstütze ich angesichts der dynamischen Pandemie-Lage“, muss Doetkotte deshalb nicht lange überlegen. Versichert gleichzeitig aber auch: „Die Grenzen bleiben offen – jeder Einzelne ist in der Verantwortung, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Daher auch meine Bitte: Vermeiden Sie Fahrten in das Nachbarland und halten Sie Abstand.“

Auch die Minister legten Wert auf die Feststellung, dass eine Schließung der Grenzen nicht geplant sei.

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