Seelsorgeteam St. Agatha holt Brauch nach Epe: Marienfigur wandert durch die Gemeinde
Herbergseltern gesucht

Epe -

Noch ist es in Epe keine Tradition, es könnte aber eine werden. In der Vorweihnachtszeit soll das Frauentragen stattfinden. Dabei wird eine Marienfigur durch verschiedene Haushalte und Institutionen wandern, sie erhält für eine Nacht eine Herberge.

Dienstag, 17.11.2020, 11:11 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 11:20 Uhr
Pastoralreferentin Anne Grothe, Pastoralassistentin Marion Nolte und Pfarrer Thorsten Brüggemann mit der Marienfigur und „Marias Reisetagebuch“.
Pastoralreferentin Anne Grothe, Pastoralassistentin Marion Nolte und Pfarrer Thorsten Brüggemann mit der Marienfigur und „Marias Reisetagebuch“. Foto: Privat

Den im alpenländischen Raum im Advent bekannte und in unseren Breiten eher vergessenen Brauch des Frauentragens möchte das Seelsorgeteam St. Agatha gerne in Epe wieder aufleben lassen. „Nach diesem alten Brauch wandert die Muttergottes im Advent von einem Haus zum nächsten. Jede Nacht soll sie eine neue Unterkunft haben. Dafür suchen wir Herbergseltern, Familien, Junge oder Alte, Alleinstehende, Institutionen oder Gemeinschaften“, sagt Pastoralreferentin Anne Grothe . „Damit können die Gastgeber an die vergebliche Herbergssuche der Heiligen Familie erinnern“, ergänzt Marion Nolte , Pastoralassistentin in St. Agatha.

Maria soll über Nacht bleiben dürfen

Thorsten Brüggemann

Im Lukas-Evangelium wird nämlich erzählt, das Maria ihren Erstgeborenen in Windeln wickelte und in eine Futterkrippe legte, weil in der Herberge kein Platz für sie war. „So soll es in Epe nicht sein. Maria soll über Nacht bleiben dürfen“, schmunzelt Pfarrer Thorsten Brüggemann und ergänzt: „Es war gar nicht so einfach eine Darstellung der schwangeren Maria zu finden. Die uns eher bekannten Mariendarstellungen zeigen die Muttergottes meist schon mit dem Jesuskind auf dem Arm. Aber wir brauchten ja eine schwangere Maria.“

Und wie geht’s konkret? „Am ersten Advent (29. November) geht‘s los: Das Seelsorgeteam bringt am Abend, gegen 17 Uhr die schwangere Maria zur ersten Herbergsfamilie bzw. -person. Dort findet sie dann ein schönes Plätzchen im Haus bzw. in der Wohnung“, erklärt Marion Nolte. „Am besten ist ein Platz, wo sich das Leben im Haushalt abspielt. Vielleicht in der Küche, im Esszimmer oder im Wohnzimmer“, ergänzt Anne Grothe. Neben der Marienfigur wird es Material für eine kleine Andacht bzw. ein kleines Hausgebet geben. Außerdem gibt es ein Reisetagebuch dazu, in dem die Herbergseltern bzw. -familien etwas hineinschreiben können, wie z.B. ein Gebet, eine Fürbitte, oder etwas Gemaltes. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Am anderen Tag, am Besten zwischen 15 und 17 Uhr, wechselt die Muttergottes dann den Ort und wird zur nächsten Herberge gebracht. Am 21. Dezember wird die Maria von der letzten Herberge wieder in die Kirche gebracht.

Wunschtermine mitteilen

Und wie können die Eperaner zu Herbergseltern werden? Ganz einfach: Ein Anruf im Pfarrbüro ( 0256593260) unter Angabe des Wunschtermins, des Namens, der Adresse und der Telefonnummer bis zum 27. November genügt und man kann sich auf die Liste setzen lassen. „Wir setzen dabei voraus, dass die Teilnehmer damit einverstanden sind, dass wir ihre Adresse und Telefonnummer an diejenigen weitergeben, von denen sie die Maria bekommen, damit die Weitergabe der Maria reibungslos läuft“, so Pfarrer Brüggemann.

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