Regionalwert AG Münsterland sucht noch Gründungsaktionäre
Aktionäre fördern Bio-Landwirtschaft

Kreis Borken -

Die Zielsetzung ist klar vorgegeben: regional, bio und fair. Die Regionalwert AG Münsterland will eine aus ihrer Sicht zukunftsfähige Land- und Lebensmittelwirtschaft fördern. Zunächst einmal muss die Bürgeraktiengesellschaft jedoch Gründungsaktionäre finden. Eingesammelt werden sollen bis zum Frühjahr 150 000 Euro Startkapital. Eine Dividende gibt es für die Aktionäre in einer besonderen Form.

Mittwoch, 18.11.2020, 19:46 Uhr aktualisiert: 18.11.2020, 19:50 Uhr
So stellen sich viele Verbraucher Landwirtschaft vor: Die Tiere stehen auf der Weide und lassen sich noch streicheln. Die Regionalwert AG Münsterland möchte die Bio-Landwirtschaft in der Region ausbauen.
So stellen sich viele Verbraucher Landwirtschaft vor: Die Tiere stehen auf der Weide und lassen sich noch streicheln. Die Regionalwert AG Münsterland möchte die Bio-Landwirtschaft in der Region ausbauen. Foto: Inga Ellen Kastens/Weidefunk

Gründungsmitglieder müssen mindestens 5000 Euro anlegen. „Zehn Interessierte haben wir bereits“, sagt Thomas Köhler von der Lokalen Arbeitsgruppe Tecklenburger Land, die das Projekt federführend betreut. Etwa 30 Gründungsmitglieder werden benötigt. Am 17. Dezember (Donnerstag) findet um 18.30 Uhr eine Online-Präsentation statt.

Ist die Bürgeraktiengesellschaft erst einmal gegründet, können weitere Aktionäre auch mit einzelnen Aktien zu 600 Euro einsteigen.

Ziel ist ein Wertschöpfungsraum

Eine klassisch ausgezahlte Dividende wie bei anderen Aktiengesellschaften ist (zumindest in den ersten Jahren) nicht geplant. Vielmehr seien der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, der Biodiversität und der kleineren Betriebe das Ziel und der Lohn des finanziellen Engagements, so Thomas Köhler.

Ziel ist es, einen regionalen und nachhaltigen Wertschöpfungsraum für den gesamten Regierungsbezirk Münster zu entwickeln.

Die Aktionäre finanzieren regionale Betriebe und Existenzgründer, von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Handel. Dadurch werden das Herstellen und das Verarbeiten von Bio-Produkten gefördert. Die Verbraucher könnten gute Lebensmittel kaufen, von denen sie wüssten, woher sie stammen, so Projektleiter Köhler.

Das Gesicht dahinter

Die Gesellschaft will sich zudem für faire soziale Bedingungen einsetzen und ein Bildungsangebot schaffen. Bei Angeboten auf den Höfen, zum Beispiel Tage der offenen Tür oder Klassenausflüge, sollen die Verbraucher die Produzenten persönlich kennenlernen. Köhler: „Wir möchten Transparenz schaffen, damit man das Gesicht dahinter sieht.“

Die sich in Vorbereitung befindliche Bürgeraktiengesellschaft hofft, mit ihrem Ansatz eine höhere Wertschätzung der regionalen Produzenten und Lebensmittel zu erreichen.

Ein weiterer Vorteil ist nach Auffassung der Verantwortlichen, dass kurze Transportwege zu geringeren Treibhausgasemissionen führen. Eine ökologische Landwirtschaft erhalte nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt und die natürlichen Ressourcen, außerdem schone sie das Klima.

Anmeldungen zur Online-Präsentation sind über die Internetseite der Regionalwert AG möglich.

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