Provisorische Kita-Gruppen
Kleinkinder in Containern

Gronau -

Mit Kapazitätsproblemen bei den Kita-Plätzen durfte der neue Jugendhilfe-Ausschuss der Stadt Gronau sich in seiner ersten Sitzung beschäftigen. Es ging auch um die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Und die fiel denkbar knapp aus.

Dienstag, 01.12.2020, 18:02 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 19:08 Uhr
Kitas im Container sind im Münsterland nichts Neues: Hier schwebt zum Beispiel ein Container für eine provisorische Kita der Stadt Münster ein. Der „schwebende“ Container erlaubt einen Blick in die Küche.
Kitas im Container sind im Münsterland nichts Neues: Hier schwebt zum Beispiel ein Container für eine provisorische Kita der Stadt Münster ein. Der „schwebende“ Container erlaubt einen Blick in die Küche. Foto: Grottendieck

Der Jugendhilfeausschuss (JHA) ist in die neue Legislaturperiode gestartet und hat seit seiner ersten Sitzung am Montagabend nun auch einen Vorsitzenden. Den wählt das Gremium nämlich selbst. Kevin Dzietko (SPD) und Aram Bisso ( CDU ) stellten sich zur Wahl. Denkbar knapp, mit acht zu sieben Stimmen, setzte sich Dzietko durch. Als sein Stellvertreter wurde Aram Bisso (CDU) dann einstimmig gewählt.

„Heißes Eisen“ auf der Tagesordnung

Neben einigen Kenntnisnahmen hatte der Ausschuss auch schon ein „heißes Eisen“ auf der Tagesordnung: Wie bei den Grundschulen gibt es nämlich auch bei den Kita-Plätzen – insbesondere bei der Betreuung der unter Dreijährigen in Epe – Kapazitätsprobleme. Vorgeschlagene Lösung der Verwaltung: Die Schaffung von 20 provisorischen U3-Plätzen in Trägerschaft der Stadt Gronau. Die Kleinkinder sollen in Containern untergebracht, die provisorischen Gruppen an das Familienzentrum Dinkelnest angebunden werden.

Hintergrund für Platzmangel

Hintergrund des Platzmangels: Mehrere geplante Maßnahmen lassen sich nicht im angedachten Zeitrahmen umsetzen. So hat sich zum Beispiel herausgestellt, dass der Anbau einer vierten Gruppe an die Kita St. Agatha deutlich teurer würde, als ursprünglich geplant. Die Zachäus-Kita hätte gerne eine zusätzliche Waldgruppe nach dem Vorbild der Wurzelkinder eingerichtet, hat aber das erforderliche Grundstück nicht bekommen. Und die Inbetriebnahme eines Neubaus der Astrid-Lindgren-Kita in Epe mit zwei neuen Gruppen ist inzwischen für August 2022 angedacht – ein Jahr später als in der ursprünglichen Planung. Weitere Maßnahmen (Erweiterung Janosch-Kita, neue Kitas) sind noch Zukunftsmusik. Also soll nun die Containerlösung, die für drei bis fünf Jahre angelegt werden soll, den Platzmangel kompensieren.

Das sei aber gar nicht so dramatisch, wie es sich vielleicht anhöre, sagte Jugendamtsleiterin Doris Ströing auf WN-Nachfrage. Vielmehr sei es Alltagsgeschäft der Jugendhilfeplanerinnen, mit verschiedenen Ideen zu planen, von denen dann immer mal eine nicht zum Tragen komme. Sie sei optimistisch, dass man für die provisorische Kita bald schon ins Anmeldeverfahren einsteigen könne. Die entsprechenden Gespräche mit dem Landesjugendamt würden sehr gut laufen.

20 Plätze

Der Jugendhilfeausschuss hat jedenfalls einstimmig beschlossen, dem Rat die Schaffung der 20 Plätze zu empfehlen. Dazu müssen dann auch 5,5 Vollzeitstellen geschaffen werden. Auch das, so das Votum des Jugendhilfeausschusses, soll der Rat auf den Weg bringen.

Die Ratssitzung, in der das Kita-Thema auf der Tagesordnung steht, ist am 16. Dezember (Mittwoch).

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